Kurz nach 21 Uhr ist die Feuerwehr am Montag mit viel Personal an den Königswall ausgerückt, weil der Feueralarm eines Hotels ausgelöst worden war. © Karsten Wickern
Abrechnung

Alarm in Hotel: Feuerwehr rückt wegen üblem Scherz aus – und der wird teuer

In einem Dortmunder Hotel ist am Montag Feueralarm ausgelöst worden, obwohl es nicht gebrannt hat. Die Polizei sucht die Person, die den Knopf gedrückt hat - die Kosten sind klar definiert.

Gleich zweimal innerhalb weniger Tage sind aufwendige Feuerwehr-Einsätze in Dortmund nötig geworden, weil sie mutwillig verursacht worden sind. Erst waren junge Leute auf einen Baukran am U-Turm geklettert, dann ist am Montagabend (26.7.) die Brandmeldeanlage eines Hotels am Königswall manuell ausgelöst worden.

Zum U-Turm mussten spezialisierte Höhenretter ausrücken, um die Kletterer zu erreichen und sicher zum Erdboden zu begleiten. Am Hotel waren wegen des großen Gebäudekomplexes zwei Löschzüge mit viel Personal im Einsatz. Nach wenigen Minuten gab es aber schon die Entwarnung, weil kein Brand gefunden wurde.

Warum so ein großer Aufwand, bevor man weiß, was los ist? Dafür gibt es gute Gründe:

Im Computersystem der Feuerwehr ist automatisch für jedes Gebäude hinterlegt, welche besonderen Gefahren im Brandfall drohen. Das können technische Besonderheiten wie Geräte mit besonderen Gefahrstoffen sein – oder die schiere Größe eines Hauses. Wegen der Gefahr, dass sich ein Feuer schnell ausbreiten könnte, werden dann sofort viele Einsatzkräfte alarmiert.

Die Polizei hatte zum Kran-Einsatz bereits betont: „Unsinnig verursachte Einsätze der Feuerwehr können in Rechnung gestellt werden.“ Die Höhe einer solchen Rechnung ist aber in jedem Einzelfall unterschiedlich, wie Feuerwehr-Sprecher Oliver Körner erklärt.

Jedes Fahrzeug und jede Person wird abgerechnet

„Im Einsatzplan wird genau geguckt, wie lange wie viele Fahrzeuge vor Ort waren und wie viele Einsatzkräfte dabei waren“, sagt er. Anhand einer festgelegten Gebührenordnung wird so errechnet, welche Summe insgesamt zusammenkommt.

„Für jede angefangene Viertelstunde wird ein Viertel des im Entgelttarif aufgeführten Stundensatzes berechnet“, ist darin zu lesen: „Bei Einsätzen, die eine besondere Reinigung der Fahrzeuge und Geräte erforderlich machen, wird die Zeit für die Reinigung der Einsatzzeit hinzugerechnet.“

Feuerwehrleute aus verschiedenen Laufbahngruppen sind übrigens im Einsatz unterschiedlich teuer. Eine Brandsicherheitswache kostet 21 Euro pro Stunde, die „wertvollsten“ Beamten kosten jeweils 92 Euro.

Die Stundensätze für die meisten geläufigen Feuerwehrwagen liegen zwischen 67 und 83 Euro, ein Fahrzeug mit Drehleiter wird mit 113 Euro veranschlagt.

Ist der Teleskopmast nötig, um besonders hoch oder weit hinauszufahren, kostet das 271 Euro pro Stunde, das Feuerlöschboot im Hafen sogar 346 Euro.

Kosten liegen meist im dreistelligen Bereich

Alle möglichen Ausrüstungsgegenstände sind außerdem einzeln aufgeführt. Das geht vom Stromgenerator (3 Euro) bis zum Atemschutz-Langzeitgerät (235 Euro). Auch das „Prüfen, Waschen und Trocknen eines Schlauches“ wird mit 1 Euro je Meter abgerechnet.

„Im Regelfall liegen die Kosten im dreistelligen Bereich“, sagt Feuerwehr-Sprecher André Lüddecke. Überschlägt man die Kosten für die am Montag eingesetzten Fahrzeuge nebst Personal und teilt die Summe durch vier – denn der Einsatz dauerte eine Viertelstunde -, dürfte auch der Hotel-Fehlalarm in diesem Bereich liegen.

Häufig können solche Rechnungen zu mutwillig verschuldeten Einsätzen aber gar nicht verschickt werden, ergänzt Oliver Körner: „Erst mal muss derjenige gefunden werden.“

Die Polizei ist mit den Ermittlungen beauftragt, oft sei es aber nicht möglich, jemanden zu finden, wer etwa den Knopf einer Brandmeldeanlage gedrückt hat. Im Fall des Hotels ermittelt die Polizei aktuell „gegen Unbekannt“. Laut Gesetz ist sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr für den Missbrauch von Notrufen möglich.

Die Einsatzverursacher am U-Turm sind von den Höhenrettern vom Kran begleitet und der Polizei übergeben worden. Dieser Fall wird aktuell noch geprüft, in einem nächsten Schritt wird wohl ein schriftlicher Anhörungsbogen an die Beteiligten verschickt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Kevin Kindel

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