Aktuelle Zahl der Corona-Tests in Dortmund ist unbekannt

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Keines oder nur sehr wenig positive Corona-Testergebnisse meldet die Stadt Dortmund seit Tagen. Die Frage, wie viele Menschen dabei überhaupt getestet wurden, kann aber niemand beantworten.

Dortmund

, 26.05.2020, 07:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die letzte offizielle Zahl, wie viele Tests auf das Coronavirus an einem Tag in Dortmund vorgenommen wurden, stammt vom 8. April. „Insgesamt wurden heute 236 Abstriche durchgeführt“, berichtete die Stadt Dortmund wie üblich in ihrer täglichen Mitteilung zum Stand der Infektionen.

Einen Tag später teilte die Stadt mit, dass man künftig nicht mehr die Anzahl der an den beiden Diagnostikstellen Klinikum Nord und Stadion durchgeführten Abstriche angebe, weil sie keine belastbaren Aussagen mehr zuließen.

Zu viele verschiedene Stellen

„Inzwischen werden von sehr vielen verschiedenen Stellen wie Arztpraxen, Betriebsmedizinischen Diensten, Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen Testungen vorgenommen. Deren Summe ist um ein Beträchtliches höher als die Anzahl der Testungen an den Diagnostikstellen Klinikum Nord und Stadion und lässt sich nicht ermitteln“, hieß es zur Erläuterung.

Die Corona-Diagnostikstelle der KVWL am Klinikum Nord bleibt vorerst bestehen.

Die Corona-Diagnostikstelle der KVWL am Klinikum Nord bleibt vorerst bestehen. © Oliver Schaper (Archiv)

Eher grob bezifferte Dortmunds Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken am 12. Mai die Zahl der Tests, die an den beiden zentralen Stellen von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) vorgenommen wurden, pro Tag auf 100 bis 150.

Nur positive Tests werden gemeldet

Das Problem: Über die Tests an anderen Stellen und deren Zahl bekommt das städtische Gesundheitsamt keine Informationen. „Einzig die positiven Tests werden dem Gesundheitsamt gemeldet“, teilte die Stadt schon Anfang April mit.

Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil: Die KVWL ist mehr und mehr dazu übergegangen, die Corona-Tests in die Praxen der niedergelassenen Ärzte zu verteilen.

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„Die Infektionszahlen sind rückläufig und die Arztpraxen sind im Moment ausreichend mit Schutzkleidung ausgestattet. Die begründete Testung von Patienten, die eine Coronavirus-Symptomatik aufweisen, kann wieder direkt in den Praxen der niedergelassenen Ärzte vorgenommen werden – natürlich nur unter Einhaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen“, heißt es zur Erklärung.

Viele Testzentren geschlossen

Die Folge: Viele Testzentren in Städten rund um Dortmund wurden inzwischen geschlossen - auch das Zentrum im Signal Iduna Park. Erhalten geblieben ist - nicht zuletzt auf Drängen der Stadt - die von der KVWL betriebene Teststelle am Klinikum Nord. Sie sei auch eine wichtige Beobachtungsstelle, um eine mögliche dynamische Entwicklung bei den Verdachtsfällen erkennen zu können, erklärt Renken.

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Denn einen aktuellen Überblick über die Zahl der Corona-Tests, die an einem Tag in den Arztpraxen in Dortmund insgesamt vorgenommen werden, hat nicht einmal die Kassenärztliche Vereinigung. Zahlen zu den insgesamt vorgenommenen Tests bekomme man erst mit den Abrechnungen der Ärzte, räumte eine Sprecherin der KVWL auf Nachfrage ein.

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