Aggressionen beim Dortmunder Oktoberfest - Besucherin entsetzt

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Fröhliche Schlagerfans, die sich in Karohemd und Dirndl zuprosten - so sah das Oktoberfest im Revierpark Wischlingen vielfach aus. Es gab aber auch jede Menge Festnahmen nach Gewalttaten.

von Ines Maria Eckermann, Kevin Kindel

Dortmund

, 08.10.2019, 14:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Besucherin Nicole war von der Stimmung auf dem Oktoberfest im Revierpark Wischlingen mehr als überrascht: Am Samstag wollte sie gegen 22 Uhr Freunde auf dem Fest treffen. Das erste, was sie dort bemerkte, waren zwei Männer, die von der Polizei auf den Boden gedrückt wurden. „Später haben auch die Security-Leute immer wieder Menschen rausgeworfen“, berichtet sie.

„Wenn eine solche Veranstaltung um 16.30 Uhr losgeht, dann geht man nicht davon aus, dass noch alle nüchtern sind, wenn man gegen 22 Uhr dort auftaucht“, sagt Nicole. Wie aggressiv die Stimmung allerdings war, habe sie dennoch überrascht.

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„Die Besucher sind erheblich alkoholisiert. Die Grundstimmung bei dieser Veranstaltung ist immer sehr aggressiv“, sagt Gunnar Wortmann, Sprecher der Polizei Dortmund. „Es ist passiert, was immer passiert. Es gibt dort jedes Jahr Theater.“ Die Behörde wisse, was sie dort erwarte.

Wobei: An zwei von fünf Oktoberfest-Abenden gab es der Polizei zufolge keine nennenswerten Ereignisse unter den jeweils bis zu 4000 Besuchern. „Die große Mehrheit feierte insgesamt ausgelassen und friedlich“, betont Wachleiter Egbert Gössing. An den anderen drei Tagen gab es aber auch insgesamt elf Festnahmen.

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Bei einer Schlägerei mit mehreren Beteiligten ist am Samstagabend (28.9.) eine Frau verletzt worden. Am Mittwoch (2.10.) gab es eine einfache Körperverletzung, am Samstag (5.10.) gab es Ärger, weil einige Gäste nicht kooperieren wollten, als der Sicherheitsdienst sie aus dem Festzelt verweisen wollte.

Das Einsatzprotokoll von diesem vorletzten Oktoberfest-Tag ist deutlich länger als das der anderen Tage: „Ein Gast schlägt einem anderen einen Bierkrug ins Gesicht“, ist dort etwa zu lesen. Oder: „Aus einer Gruppe stark betrunkener Niederländer wird ein Polizeibeamter als Nazi bezeichnet und angegriffen.“

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Ein anderer Besucher „randalierte“ an der Eishalle im Revierpark - für diesen Samstag spricht die Polizei von „aggressiver Stimmung“ von teilweise stark alkoholisierten Besuchern, denen man mit „massivem Auftreten“ begegnen musste, um Gewalttaten zu verhindern.

Egbert Gössing ist wichtig zu betonen: „Die Anzahl der Straftaten und Einsätze ist nicht dazu geeignet, die gesamte Veranstaltung zu diskreditieren.“ Schließlich handele es sich immer um Fehlverhalten einzelner Personen. Problematisch war aber: „Bei Einschreiten gegen diese Störer gibt es schnell Solidarisierungs-Aktionen, die die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung zusätzlich anfeuern.“

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Auf der Facebookseite des Events gibt es viel Lob für die Stimmung an den Party-Abenden, allerdings auch mehrere weniger positive Kommentare. „Ab einem Zeitpunkt drängte sich das Gefühl auf, dass Security und Organisation einfach nur noch überfordert waren“, schreibt ein Nutzer. Toilettengänge seien wegen Überfüllung irgendwann kaum noch möglich gewesen.

Eine andere Nutzerin berichtet sogar von „panikartigen Drängeleien auf dem Weg zu den Toiletten“. Der Leiter der zuständigen Polizeiwache sagt hingegen: „Der vom Veranstalter eingesetzte Sicherheitsdienst ist professionell und routiniert aufgetreten.“ Die Zusammenarbeit mit dem Veranstalter verlaufe stets konstruktiv.

Eine Stellungnahme des Veranstalters war bis zum Redaktionsschluss dieses Textes (8.10., 16.30 Uhr) noch nicht zu bekommen, ist aber für die kommenden Tage angekündigt.

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