2000 neue Zimmer in den nächsten Jahren - Wie viele Hotels braucht Dortmund wirklich?

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Aktuell gibt es in Dortmund viele Hotelprojekte. 2000 neue Hotelzimmer könnten entstehen. Aber eine Studie warnt jetzt vor neuen Projekten. Wir zeigen auf einer Karte, was wo geplant ist.

Dortmund

, 03.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Wer soll denn dort alles schlafen? Das Bauchgefühl vieler Dortmund mit Blick auf immer neue Hotelprojekte in der Stadt hat nun auch die Experten erreicht. Eine neue Hotelmarkt-Studie sieht ein Ende des Wachstums voraus und wenig Platz für weitere Ansiedlungen über die schon jetzt geplanten Projekte hinaus.

Die Lagebewertung in der Studie der renommierten Schollen Hotelentwicklung GmbH fällt erst einmal positiv aus. Auch 2018 ist die Zahl der Übernachtungen in Dortmunder Hotels noch einmal um 7,9 Prozent auf mehr als 1,35 Millionen gestiegen.

Für das erste Quartal 2019 meldeten die Statistiker des Landesbetriebs IT.NRW jüngst ebenfalls ein dickes Plus: Die Zahl der Übernachtungen in den 65 Dortmunder Hotels stieg von Januar bis März 2019 noch einmal um 7,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Langanhaltendes Wachstum

Es ist ein seit langer Zeit anhaltendes Wachstum: In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in Dortmunder Hotels um 4,5 Prozent gestiegen, bilanziert die Schollen-Studie. Das Bettenangebot stieg im selben Zeitraum um 3,4 Prozent auf jetzt 7612 Betten. Es ist also aktuell noch Nachholbedarf.

Und der soll bald befriedigt werden, wie der Blick auf die Liste geplanter Hotelprojekte zeigt. Es gibt gleich ein gutes Dutzend Vorhaben, wobei die Projekte mal mehr, mal weniger konkret sind.

Alles in allem könnten in den kommenden Jahren auf dem Dortmunder Hotelmarkt bis zu 2000 neue Zimmer dazukommen, rechnet die Schollen-Studie vor. Das wäre ein Anstieg der Zimmerkapazität um rund 54 Prozent.

Das Fazit der Experten: „Auch wenn die Entwicklung der Nachfrage in den letzten Jahren beeindruckend war und wir eine weitere Steigerung der Übernachtungszahlen erwarten, sehen wir die zukünftige Entwicklung des Hotelmarktes Dortmund sehr kritisch.“

Es werde lange dauern, den anstehenden Zimmerzuwachs zu kompensieren, meinen die Experten. Man sehe deshalb „aktuell kein Potential für weitere Neuentwicklungen in Dortmund.“

Bedarfsanalyse der Stadt

Matthias Rothermund, Geschäftsführer von Dortmund-Tourismus, will da nicht unbedingt widersprechen. Die Einschätzung entspreche durchaus der städtischen Bedarfsanalyse fürr die nächsten Jahre. Denn noch ist, wie auch die neue Hotelstudie bestätigt, Platz für Wachstum. Langfristig sei der Bedarf schwer abzuschätzen.

„Die Erfahrung zeigt aber auch, dass nicht alle einmal angekündigten Projekte auch tatsächlich umgesetzt werden“, stellt Rothermund fest. Auch zeitliche Verzögerungen seien bei vielen Vorhaben schon absehbar.

Aktuell am weitesten sind der Bau des Leonardo-Hotels am Burgwall, dessen Eröffnung noch für 2019 angekündigt ist, und die Erweiterung des Hotels Esplanade gleich nebenan an der Ecke zur Bornstraße.

Vorarbeiten sind auch für zwei Projekte an der B1 gemacht. Denn auf den beiden Grundstücken in der Gartenstadt in unmittelbarer Nähe des Kreuzes mit der B236 - einmal nördlich und einmal südlich der B1 - sind alte Gebäude bereits abgerissen worden.

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In den Sternen stehen dagegen etwa ein Hotel in einem umstrittenen Hochhaus-Neubau am Platz von Rostow am Don und der Umbau der alten Hoesch-Verwaltung an der Rheinischen Straße. Die Hotelgruppe Novum hatte zuletzt angekündigt, hier ein Themenhotel der Marke Niu Data einzurichten.

2000 neue Zimmer in den nächsten Jahren - Wie viele Hotels braucht Dortmund wirklich?

Die alte Hoesch-Verwaltung an der Rheinischen Straße soll sich ebenfalls in ein Hotel verwandeln. © Oskar Neubauer

Das Projekt dürfte nicht zuletzt von der aktuell diskutierten Entwicklung des benachbarten HSP-Geländes abhängen. Der Traum der Planer ist, hier einen neuen Campus für die Fachhochschule anzusiedeln. Das ist allerdings eher ein Langfrist-Projekt.

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