100.000-Euro-Tresor im Teppich abtransportiert: Sechs Jahre Haft

Tresor-Diebstahl

Ein Einbrecher aus der Nordstadt soll für sechs Jahre in Haft. Das hat das Landgericht Bochum entschieden. Bemerkenswert: Sogar die Staatsanwaltschaft hatte zuletzt auf Freispruch plädiert.

Dortmund

, 15.11.2018, 11:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast vier Jahre nach einem spektakulären Tresor-Diebstahl in Datteln ist ein vielfach vorbestrafter Wohnungseinbrecher aus der Nordstadt am Bochumer Landgericht zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Die Richter hatten am Ende keine Zweifel, dass der 47-Jährige bei dem 100.000-Euro-Coup am 26. Januar 2015 dabei gewesen ist. Der Angeklagte dagegen hatte von Anfang vehement seine Unschuld beteuert.

Bettel-Brief ans Gericht geschrieben

In das Sechs-Jahre-Urteil mit einbezogen wurde eine alte Verurteilung des 47-Jährigen wegen Wohnungseinbruchdiebstahls aus dem Jahr 2016 (drei Jahre Haft) durch das Landgericht Limburg.

Dieses Urteil, weswegen der Dortmunder bereits seit rund zehn Monaten im Gefängnis einsitzt, hatte der 47-Jährige zuletzt in einer Art „Bettel-Brief“ ans Gericht als klares Fehlurteil abgestempelt. Mit Blick auf die aktuellen Vorwürfe witterte der Angeklagte dagegen eine gemeine Intrige. Angeblich soll ihn sein ehemals bester Freund – ein Mithäftling aus dem Dortmunder Gefängnis – zu Unrecht als Mittäter verraten haben.

Richter glaubten Unschuldbeteuerungen nicht

Unterm Strich schenkten die Richter der 1. Strafkammer den Unschuldsbeteuerungen des Dortmunders jedoch keinen Glauben. Sie stützten ihr Urteil zum einen auf die Zeugenangaben des bereits für den Coup verurteilten Einbrechers, der unmissverständlich ausgesagt hatte: „Er war dabei und hat geholfen.“

Außerdem war verdächtig, dass der Angeklagte nachweislich mit einer Armbanduhr aus der Tresor-Beute hantiert hat. Der 47-Jährige hatte das zwar sogar zugegeben, allerdings argumentiert, dass er die Ebel-Uhr lediglich von seinem ehemals besten Freund gekauft und dann weiterverschenkt habe.

Dass er sich dadurch möglicherweise wegen Hehlerei strafbar gemacht habe, sei ihm bewusst. Mit dem Tresor-Einbruch selbst habe er jedoch absolut nichts zu tun.

Tresor wurde im Teppich abtransportiert

Die Richter waren am Ende sicher überzeugt, dass beide Männer im Januar 2015 in einem Wohnhaus in Datteln gemeinsam abgeräumt haben. Damals wurde ein schwerer Tresor, in dem die Hausbewohner ihre Ersparnisse aufbewahrt hatten, aus der Verankerung gerissen und mit Hilfe eines Teppichs abtransportiert. Beute: 51.500 Euro Bargeld sowie Papiere, Schmuck und mehrere Handtaschen der Marke Louis-Vuitton im Wert von weiteren 50.000 Euro.

Dass sogar die Staatsanwaltschaft am Ende (ebenso wie Verteidiger Dr. Ralf Bleicher) aus Mangel an Beweisen einen Freispruch beantragt hatte, konnte die Richter dagegen nicht überzeugen. Laut Urteil kann der 47-Jährige darauf hoffen, demnächst einen Teil der Haftstrafe in einer geschlossenen Drogen-Therapie-Anstalt verbüßen zu können.

Das Urteil lautet auf gemeinschaftlichen Wohnungseinbruchdiebstahl.

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