10 Jahre U-Turm: Ausstellung zeigt den Wandel eines Wahrzeichens

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Zehn Jahre alt wird das Dortmunder U als Zentrum für Kunst und Kreativität in diesem Jahr. Groß gefeiert wird das corona-bedingt nicht. Jetzt gibt es aber eine Ausstellung dazu im U-Turm.

Dortmund

, 29.08.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mitten im Dortmunder U steht es, das Dortmunder U. Das Architekturmodell aus dem Büro Gerber Architekten bildet aktuell das Zentrum der Hochschuletage im U. Es ist Dreh- und Angelpunkt einer Ausstellung, die den vor zehn Jahren abgeschlossenen Umbau des U-Turms würdigt.

„UmBAUkultur - Gerber Architekten und die Transformation des Dortmunder U“ ist der Titel der von Dr. Niklas Gliesmann vom Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund kuratierten Schau, die bis zum 30. September im U-Turm zu sehen ist.

Die Ausstellungsmacher mit dem U-Turm-Modell auf der Hochschul-Etage des U-Turms.

Die Ausstellungsmacher mit dem U-Turm-Modell auf der Hochschul-Etage des U-Turms. © Oliver Volmerich

Doch wie nähert man sich dem U-Turm, der mal als Millionengrab, mal als Kristalisationspunkt für die Stadtentwicklung und Symbol des Strukturwandels gesehen wird? Die Ausstellung macht das nüchtern-sachlich, indem sie die Architektur und die Wahrnehmung des U als Landmarke in der Stadt in den Mittelpunkt stellt.

Fast unmögliche Mission

Ein Teil der Ausstellungsstücke stammt aus dem Architekturbüro Gerber, das nach einem Wettbewerb Anfang 2008 den Auftrag bekam, den seit mehr als zehn Jahren leer stehenden Turm der früheren Union-Brauerei zu einem Zentrum für Kunst und Kreativität umzubauen.

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Es war eine fast unmögliche Mission. „Wir hatten viel zu wenig Zeit“, stellte Architekt Prof. Eckhard Gerber bei der Ausstellungseröffnung fest. Erst nach Beginn der Sanierungsarbeiten stellte sich heraus, dass viele Bauteile, etwa der Beton in der Dachkrone, marode waren.

Doch die Zeit drängte. Das U sollte zum Dortmunder Vorzeigeprojekt im Kulturhauptstadt-Jahr 2010 werden. Das Zeitziel wurde mit leichter Verspätung - im Mai 2010 war nur ein kleiner Teil des Gebäudes nutzbar - erreicht. Und es wurde vor allem teurer. Statt 46 Millionen Euro summierten sich die Kosten für die „Transformation“ am Ende auf gut 90 Millionen. „Vieles wurde schnell mit der heißen Nadel gemacht“, stellt Gerber rückblickend fest.

Original-Bauplan aus dem frühen 20. Jahrhundert

In der Ausstellung lässt sich diese Zeit noch einmal ansatzweise nachverfolgen. Sie erinnert unter anderem mit einem Original-Bauplan von Architekt Emil Moog an die Geschichte des Brauereigebäudes, das 1927 als erstes Hochhaus in Dortmund entstanden war, und zeigt in Bildern die Phasen der Sanierungsarbeiten gut 80 Jahre später.

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Besonders zur Geltung kommt in den Architekturfotos das Konzept Gerbers für die Öffnung des Gebäudes - vor allem mit der eindrucksvollen Kunstvertikalen, die sich über alle Etagen zieht. Nicht alles ist freilich so umgesetzt, wie es sich der Architekt gewünscht hat - etwa die Gestaltung des Foyers, bei der von der angestrebten Transparenz und Durchsicht nichts mehr übrig ist, und die so genannte „Kathedrale“ in der 7. Etage.

„Unglaubliche Stärke und Kraft“

Auch inhaltlich, etwa beim Ausstellungsprogramm, haben sich die großen Pläne bekanntlich noch nicht erfüllt. „In dem Haus stecken aber Riesenpotenziale“, ist Eckhard Gerber überzeugt. „Und es wird weiter wachsen.“

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Welche Strahlkraft das transformierte Gebäude hat, zeigen eindrucksvoll die Fotos von TU-Student Lukas Höhler, die den Rahmen der Ausstellung bilden. In einem „Foto-Essay“ hat er das Dortmunder U aus vielen ungewöhnlichen Perspektive von innen und außen festgehalten. „Das Haus hat eine unglaubliche Stärke und Kraft“, sagt Gerber.

„In zehn Jahren ist das Dortmunder U zu dem Wahrzeichen der Stadt geworden“, bilanziert Prof. Wolfgang Sonne von der TU Dortmund, der gemeinsam mit Prof. Barbara Welzel die Projektleitung für die Ausstellung hat. Und in noch einmal zehn Jahren, ergänzt Architekt Eckhard Gerber, werde man die Rolle des U-Turms als Motor des Wandels noch deutlicher sehen.

Projekt zu Kulturbauten

  • Die Ausstellung „UmBAUkultur“ ist Teil des Projekts Stadt_Bauten_Ruhr in Kooperation des Museum Folkwang in Essen mit dem Baukunstarchiv NRW in Dortmund.
  • Zu dem Projekt gibt es einen Audioguide unter dem Titel „Zukunftsspuren“, bei dem die Ausstellung im Dortmunder U die erste Station bildet. www.zukunftsspuren.info
  • Die Ausstellung „UmBAUkultur“ ist bis zum 30. September 2020 auf der Hochschul-Etage des Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse, zu sehen - Dienstag und Mittwoch von 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 16 bis 20 Uhr, Freitag bis Sonntag 11 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.
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