Amateurfußball

Verrückt: Oberliga-Trainer schmeißt wegen der Sitzordnung in der Kabine hin

Einen kurioseren Grund hat es für einen Trainer-Abgang selten gegeben: Ein Oberliga-Coach verlässt den Klub mitten in der Saison, weil sich seine Spieler gegen die neue Kabinen-Sitzordnung gewehrt haben.
Ein Oberliga-Trainer hat seinen Rücktritt aus einem kuriosen Grund eingereicht. © Jens Lukas

In der Regel verlassen Fußballtrainer ihre Klubs, weil sie anderswo ein besseres Angebot in Aussicht haben – oder sie werden aufgrund ausbleibenden sportlichen Erfolgs entlassen. Das sind zwei der häufigsten Gründe. Dass es aber auch anders geht, zeigt ein aktueller Fall aus der Oberliga, in der ein Trainer das Handtuch wirft, weil seine Spieler die neue Sitzordnung in der Kabine nicht akzeptieren wollen.

Läuft es sportlich nicht ganz rund, setzen Fußballtrainer gerne neue Impulse. So auch Julian Metzger, der nach schwacher Hinrunde ein paar Dinge ändern wollte, um seinen TSV Ilshofen wieder in die Spur zu bringen. Der Trainer des Stuttgarter Oberligisten bestimmte für seine Mannschaft unter anderem eine neue Sitzordnung in der Kabine, um Grüppchenbildung zu vermeiden.

Was auf den ersten Blick wie eine sinnvolle Maßnahme erscheint, war für die Kicker des TSV allerdings ein schwerer Schock. „Das war für uns wie ein Schlag ins Gesicht“, wird Kapitän Lukas Lienert im „Haller Tagblatt“ zitiert. Das Drama nahm seinen Lauf.

Oberliga-Trainer Metzger sieht keine Alternative zum Rücktritt

Über die Sitzplan-Differenzen wurde, so berichten es die „Stuttgarter Nachrichten“ nun auch der Vorstand des TSV unterrichtet. Weitere Gespräche folgten, es wurde eine Nacht darüber geschlafen und sich dann erneut zusammengesetzt. Ohne Erfolg. „Viele haben eine emotionale Bindung zu ihrem Platz. Hier gibt es keine Profis, die Jungs wollen nach der Arbeit neben ihrem Kumpel sitzen“, erklärt Lienert.

Und so sah Trainer Julian Metzger schließlich keine Alternative zum Rücktritt, zu verhärtet waren die Fronten zwischen Coach und Team. „Es geht um den maximal konsequenten Weg. Ich muss morgen in den Spiegel schauen können“, begründet er seinen Abschied.

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