Amateurfußball

In ganz Deutschland: Amateurfußball-Schiedsrichter sollen nächsten Sonntag streiken

Die Amateurfußball-Schiedsrichter sollen am kommenden Sonntag streiken. In ganz Deutschland. Dazu hat die Interessengemeinschaft Schiedsrichter aufgerufen.
Die Amateurfußball-Schiedsrichter sind zum Streik aufgerufen worden. © IMAGO/Marcel Lorenz

Es reicht. Eine andere Interpretation lässt der Aufruf der Interessengemeinschaft Schiedsrichter (IG) nicht zu. Am kommenden Sonntag (15. Mai) sollen alle Amateurfußball-Schiedsrichter deutschlandweit streiken. Heißt: Eine Durchführung des Spielbetriebs wäre nur schwierig realisierbar. Die Schiedsrichter sollen ein Zeichen setzen. Vor allem, um sich gegen die Gewalt zu Wehr zu setzen, die Schiedsrichter auf den Sportplätzen widerfährt. Verbal und körperlich.

„Wir bitten um rege Teilnahme aller Amateur-Schiedsrichter in Deutschland. Nur so, wird das Thema in den Verbänden hochgehalten und kann nicht unter den Tisch gekehrt werden“, schreibt die IG Schiedsrichter in der Pressemitteilung.

Angehangen ist daran ein Forderungskatalog, was sich in Zukunft ändern soll.

Das fordert die Interessengemeinschaft Schiedsrichter:

  • Eine Respekt-PR-Kampagne vom DFB und den Verbänden
  • Keine Gewalt gegen Schiedsrichter
  • Änderung der Rechts- und Verfahrensordnung aller DFB-Landesverbände (einheitliches Strafmaß bei Körperverletzung von Schiedsrichtern).
  • Körperliche Angriffe auf Schiedsrichter (Schlagen, Spucken, Treten), müssen mit einem Mindeststrafmaß von 5 Jahren Sperre bestraft werden
  • Schiedsrichtern wird nach körperlichen Angriffen ein Rechtsanwalt für den Strafantrag bzw. zivilrechtliche Ansprüche vom Landesverband gestellt
  • Schiedsrichtern wird eine adäquate Rechtsvertretung und Betreuung beim Sportrechtsverfahren gestellt
  • Beschuldigte Spieler werden so lange nicht vom Verein abgemeldet, bis das Sportrechtsverfahren abgeschlossen ist, gleiches gilt für Vereinsangehörige Zuschauer
  • Schiedsrichtern wird im Falle eines Strafantrages oder zivilrechtlichen Ansprüche gegen den Schiedsrichter ein Rechtsanwalt vom jeweiligen Verband gestellt
  • Etwaige strafrechtliche oder zivilrechtliche Schadenersatzforderungen aus dem vom Schiedsrichter gepfiffenen Spiel übernimmt der DFB
  • Aufnahme in die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG)
  • Ehrenamtliche Unfallversicherung des Schiedsrichters, derzeit 4.70 Euro, p.a. übernimmt der Verband
  • Bei unverschuldetem Diebstahl von Schiedsrichter-Ausrüstungen (Trikot, Tasche, etc.) zahlt der Verband die Wiederbeschaffungskosten, Regressansprüche des Verbandes gegen die Vereine bleiben davon unberührt.
  • Start Schulung und Deeskalations-Training für Schiedsrichter sofort bis zum Saisonende 2021/2022, spätestens zum Saisonbeginn 2022/2023
  • Sofortige Anpassung der Aufwandsentschädigungen der Schiedsrichter für Saison 2021/2022 durch die jeweiligen Verbände.
    • Eine Mindestaufwandsentschädigung für die Kreisligen sollte beschlossen werden, bis 20 km Fahrtstrecke (einfache Fahrt) = 40,00 Euro pauschal. Bei > 20 km zusätzlich gemäß steuerlicher Regelung je 20 km übersteigenden km = 0,35 Euro / km. Ab Saison 2022/2023 = 45,00 Euro pauschale Aufwandsentschädigung, km Entschädigung > 20km wie Saison 2021/2022.

Es gibt einen Präzedenzfall bei den straf- und zivilrechtlichen Forderungen. Dabei geht es um einen Schiedsrichter aus Wiesbaden, der straf- und zivilrechtlich verurteilt worden ist, weil ein Spieler ihn angezeigt sowie verklagt hatte, da er zu laut gepfiffen haben soll.

Auch in Westfalen kommt es immer wieder zu Entgleisungen gegenüber Schiedsrichtern auf den Sportplätzen. Erst am vergangenen Wochenende gab es einen Spielabbruch in der Kreisliga Unna-Hamm, weil ein Spieler dem Schiedsrichter den Ball an den Kopf geworfen hat.

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