Fußballspielen wäre unter bestimmten Bedingungen ab Ende März wieder ganz normal möglich. Wie realistisch ist das? © picture alliance/dpa
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Fußballspielen ab dem 23. März wieder ganz normal möglich – wie realistisch ist das?

Der Corona-Gipfel am vergangenen Mittwoch hat einen Stufenplan der Bundesregierung mit schrittweisen Öffnungen und Lockerungen hervorgebracht. Auch der Sport ist diesmal inbegriffen.

Es mag ein gutes Zeichen für die Sportvereine in NRW gewesen sein, dass NRW-Ministerpräsident Armin Laschet in seiner Landtagsrede am Donnerstagmorgen gleich zu Beginn die Vereinslandschaft ansprach.

Laschet sprach über die Mitglieder, die den Vereinen während der vergangenen Lockdown-Maßnahmen verloren gingen, auch über das Ehrenamt, „was jahrzehntelang aufgebaut worden ist“ und nun als Kultur abhandenkomme.

FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders denkt positiv

Der Druck, den der Deutsche Fußball-Bund (DFB) allen voran, aber auch die Fußbal-Landesverbände, betrieben haben, um zeitnahe Perspektiven für die Sportvereine während der Corona-Pandemie zu ermöglichen, hat sich ein Stück weit bezahlt gemacht.

So empfand auch Manfred Schnieders, Vizepräsident des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen. „Ich denke grundsätzlich erstmal positiv“, sagte er auf Anfrage der Ruhr Nachrichten am Donnerstag zu den Beschlüssen der Politik vom Mittwoch. Wenn es schrittweise Lockerungen gäbe, wäre das „der richtige Weg“, erklärte er, schob aber gleich hinterher: „Wir müssen erstmal schauen, wie die konkrete Umsetzung im Land NRW aussieht.“

Denn: Der Plan der Bundesregierung sieht bereits ab kommender Woche grundsätzliche Lockerungen vor – auch im Sportbereich. Kontaktfrei kann bei Inzidenz von unter 50 bereits mit zehn Leuten Sport betrieben werden. Bereits zwei Wochen später, frühestens aber am 22. März, könnte bei einer Inzidenz von weniger als 50 auch Sport mit Kontakt draußen betrieben werden.

Ergo könnte ganz normales Training in gewissen Regionen, sogar Spiele wieder erlaubt sein – sollte es der Inzidenzwert hergeben. Doch Schnieders gibt sich dabei zurückhaltend, erneuert gebetsmühlenartig, dass es davon abhänge, wie das Land den Plan der Bundesregierung umsetze. Darauf wartet nun der FLVW.

Dabei hänge es auch davon ab, welcher Inzidenzwert der Entscheidende ist: Der des Bundes, des Bundeslandes, einer Region, eines Kreises oder einer Kommune?

Schnieders befürchtet einen Flickenteppich bei den Regelungen, der zur Folge hätte, das in einigen Kreisen und Städten wieder gespielt werden könnte und in anderen nicht.

Flickenteppich würde Probleme mit sich bringen

„Auf Kreisebene wäre das kein Thema. Das ist das Problem bei den überkreislichen Ligen“, sagt er, „Nehmen wir mal die Oberliga. Haben wir da einen einzigen Kreis, wo es nicht läuft, dürfen dann 20 andere nicht spielen? Das ist eine Frage, die wir uns stellen müssen, die wir mit den Betroffenen noch abstimmen.“

Ein Fall, den es bereits vor Unterbrechung der Spielzeit gleich mehrfach gab und der Lösungen erfordert. Denn bereits im vergangenen Oktober gab es die Situation, dass beispielsweise im Kreis Unna nicht mehr gespielt werden durfte, während es wenige Kilometer weiter in Dortmund noch möglich war. Ein Flickenteppich würde entstehen. Ein Szenario, welches Schnieders gerne vermeiden würde.

„Wir warten auf die Ausführungen des Landes“, wiederholt er erneut und gibt den Vereinen, die sich jetzt wohl auf die ersten Trainingseinheiten vorbereiten, folgendes mit auf den Weg: „Die Vereine sollten die Hygienekonzepte mit den Kommunen abstimmen, da jede da anders handelt. Im Vorfeld alles absprechen, um sich an alle Richtlinien zu halten und Ordnungsgelder zu vermeiden.“

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David Nicolas Döring
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