Amateurfußball

FLVW äußert sich zur Vorbereitungszeit auf Re-Start: „Haben uns für zwei Wochen ausgesprochen“

Den Lockdown hat die Bund-Länder-Runde am Dienstagabend bis zum 31. Januar verlängert. Was bedeutet das nun konkret für den Amateurfußball in Westfalen? Der FLVW klärt in einem großen Interview auf.
FLVW-Vizepräsident Manfred Schnieders hat in einem Interview über den neuerlich verlängerten Lockdown und dessen Auswirkungen auf den Amateurfußball gesprochen. © imago images/Noah Wedel

Bereits am vergangenen Dienstag – dem Tag der neuerlichen Lockdown-Verkündung – hat unsere Redaktion den Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen kontaktiert. Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball beim FLVW, äußerte sich in dem Gespräch bedacht und vorsichtig, gab aber auch eine erste Richtung an, in die der FLVW bezüglich des Spiel- und Trainingsbetriebs künftig steuern wolle. Nun hat sich Schnieders in einem Interview noch einmal ausführlicher geäußert.

Der FLVW hat am Donnerstagnachmittag eine Pressemitteilung veröffentlicht. Darin enthalten: ein größeres Interview-Stück mit dem Vizepräsidenten Manfred Schnieders. Einiges von dem, was dort geschrieben steht, ist bereits bekannt. Es gibt aber auch Neuigkeiten, von denen Schnieders berichtet.

Thema Länge der Vorbereitungszeit: Bereits am Dienstag äußerte sich Schnieders im Gespräch mit unserer Redaktion zu einem möglichen Umfang der Vorbereitungszeit. Vier Wochen Vorbereitungszeit auf den Re-Start seien demnach zu lang.

Im neuen Interview des FLVW äußerte sich der Vizepräsident wie folgt: „Wir haben uns im Moment für zwei Wochen ausgesprochen. Das ist angesichts der langen Pause sehr wenig, dessen sind wir uns bewusst. Ich gehe aber davon aus, dass die Trainer ihren Spielern zumindest in den überkreislichen Ligen Trainingspläne für ein individuelles Training mitgegeben haben, sodass die persönliche Fitness halbwegs gewährleistet ist. Ein Mannschaftstraining kann das sicher nicht ersetzen. Die Voraussetzungen sind jedoch für alle Mannschaften gleich“, wird Schnieders im Interview zitiert.

Der Vizepräsident spricht dabei von einer stufenweisen Rückkehr auf die Sportplätze – wie es bereits im Frühjahr des Vorjahres beim ersten Lockdown der Fall gewesen sei. „Erst kontaktfrei, dann mit Kontakt. Das würde die Vorbereitungszeit natürlich verlängern. Sobald abzusehen ist, wann es wieder losgehen kann, werden wir die Vereine aber aktiv in die Entscheidungsfindung zur Vorbereitungszeit miteinbeziehen“, sagt Schnieders in dem Interview weiter.

Thema Stimmung an der Basis: Zuletzt hatte unsere Redaktion über drei Oberliga-Vereine berichtet, deren Sportliche Leiter sich über die Kommunikation zwischen FLVW und den Vereinen in der Corona-Zeit massiv ärgerten. Das waren Samir Habibovic vom ASC 09 Dortmund, Thomas Riedel vom TuS Ennepetal und Andreas Kersting von Westfalia Rhynern. Schnieders geht in dem Interview auch auf Kritik der Vereinsvertreter ein.

Schnieders: „Leider muss ich feststellen, dass der Ton bisweilen rauer und Forderungen und Kritik vereinzelt lauter werden. Auch in den sozialen Medien. Deswegen an dieser Stelle noch einmal: Wir alle wünschen uns Normalität zurück. Im Alltag wie auch im Sport. Im Frühjahr haben sich die Vereine sehr solidarisch und rücksichtsvoll gezeigt. Das wünsche ich mir zurück. An dieser Stelle möchte ich den Vereinen versichern, dass wir – sobald ein Re-Start-Termin absehbar ist – auch wieder auf sie zugehen werden und den Austausch per Videokonferenzen intensivieren“, verspricht der Vizepräsident im FLVW-Interview.

Thema Fortsetzung des Spielbetriebs: Wie auch in unserer Berichterstattung am Mittwochmorgen unterstrich Schnieders in dem Interview noch einmal, dass er sich kaum vorstellen könne, dass im Februar wieder Fußball gespielt werde. Schnieders: „Ich möchte den Vereinen und Aktiven keine falschen Hoffnungen machen. Deswegen sollten wir nicht damit rechnen, dass schon im Februar wieder trainiert oder gespielt werden kann. Angesichts der aktuellen Zahlen und Maßnahmen wäre das auch fahrlässig – so leid es mir für die Clubs und die vielen Spielerinnen und Spieler tut“, so Schnieders.

Thema Wertung der Saison: Wird die Saison annulliert? Werden nur 50 Prozent der Spiele gespielt? Wie geht es weiter? Eine konkrete Antwort auf diese Fragen hat der FLVW noch nicht. Einen Wunsch dafür aber schon. Schnieders dazu: „50 Prozent der Spiele einer Staffel sind nach wie vor unser Ziel. Nach Möglichkeit so, dass mindestens jeder Verein einmal gegen jeden gespielt hat.“

Somit bleiben einige Fragezeichen – aber auch schon mehrere Tendenzen, wie es künftig weitergehen könne. Für den Mittwoch kommender Woche (13. Januar) hat Schnieders in unserem Gespräch angekündigt, dass es eine virtuelle Fußballausschuss-Sitzung geben solle. Vielleicht bringt diese ja noch etwas mehr Licht ins Dunkel…

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