Amateurfußball

Eskalation in der Bayernliga: Spieler-Revolte gelingt – Trainer geht, Hauptsponsor hört auf

Eigentlich kaum vorstellbar, aber genau so passiert: Ein ganzes Team stellt sich gegen die Trainer. Der Verein entlässt das Trainerteam und der Hauptsponsor geht gleich mit. Die Zusammenfassung einer Eskalation.
Jürgen Schmid ist kein Trainer mehr beim ASV Neumarkt. Die Lage im Klub ist eskaliert. © imago images/Zink

Die Bayernliga ist die fünfthöchste Liga deutschlandweit, vergleichbar mit der Oberliga Westfalen. Dort ist die Grenze zum professionellen Fußball. Oft werden die Ligen als semiprofessionelle Ligen bezeichnet. Teams trainieren teils bis zu vier Mal die Woche, zusätzlich zum Spiel am Wochenende.

Beim Bayernligisten ASV Neumarkt ist vor wenigen Tagen die Lage eskaliert und hatte kaum etwas Professionelles an sich. Am Ende hatte der Verein die Wahl: Entweder ist die Mannschaft weg oder das Trainerteam.

Kapitän äußert sich drastisch: „Es werden Köpfe rollen“

Wie kam es dazu? Zu Beginn der vergangenen Woche soll das Trainerteam mit der Abteilungsleitung Spieler Jonas Marx suspendiert haben. Marx war in der vergangenen Spielzeit Kapitän der Mannschaft. Marx soll sich, so Schmid, respektlos gegenüber dem Trainerteam verhalten haben. Angefangen bei einem nicht abgesprochenem Probetraining im vergangenen Sommer und kein Grüßen der Trainer mehr bei Trainingseinheiten und Spielen.

Als am Donnerstag (10. Februar) Trainer Jürgen Schmid mit seinem Co-Trainer Johannes Geitner eine Trainingseinheit abhalten wollte, tauchte das komplette Team laut mehrerer Medienberichte nicht auf. Die Spieler sollen sich an einem anderen Ort gemeinsam verabredet und die Trainingseinheit geschwänzt haben.

Kapitän Alexander Braun äußerte sich gegenüber „Fupa“ besonders drastisch: „Es werden Köpfe rollen – entweder wir gehen oder der Trainer.“

Hauptsponsor zieht sich zurück

Und die Entscheidung der Vereinsverantwortlichen fiel pro Mannschaft aus. Trainer Schmid ist mit seinem Co-Trainer Geitner entlassen worden. „Wir müssen und werden die Entscheidung des Vereins so akzeptieren, auch wenn wir sie nicht unbedingt verstehen können – zumal uns in den vergangenen Tagen auch mehrmals das Gegenteil versichert worden ist“, sagten die Trainer zu „Fupa“.

Neben dem Trainerteam wird auch der langjährige Hauptsponsor Johann Pröpster den Verein nicht mehr unterstützen. Er sagte dem Radiosender „charivari“, dass er keinen Cent mehr in den Verein stecken werde.

Jürgen Drabant, Vorsitzender des Klubs, hätte es lieber anders gehabt. So äußerte er sich gegenüber der „Mittelbayerische“. Es ging für ihn aber nicht anders, „weil wir sonst mit zwei Trainern, aber ohne Mannschaft dastehen würden“.

Eine Woche vor dem Re-Start in der Bayernliga (26. Februar) ein Desaster für den Klub und eine außergewöhnliche Geschichte aus dem Amateurfußball.

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