Viel zu schmal ist der Schutzstreifen für Radfahrer am Heiligen Weg. In dieser Form wird es ihn deshalb nach der Baustellen-Zeit nicht mehr geben. © Oliver Volmerich
Verkehrsplanung

Heiliger Weg: Radfahrer bekommen ganze Fahrspur – oder erstmal gar nichts

Noch ist der Heilige Weg eine Baustelle und in Fahrtrichtung Norden gesperrt. Die Frage, wie die wichtige Durchgangsstraße anschließend gestaltet wird, ist für Radfahrer schwarz-weiß.

Voraussichtlich noch bis Februar 2021 ist der Heilige Weg in der östlichen Innenstadt eine Baustelle. DEW21 lässt dort – wie an vielen anderen Stellen in der Innenstadt – neue Fernwärmeleitungen verlegen. Die spannende Frage ist, wie der Heilige Weg danach aussehen wird.

Klar ist: So wie gewohnt wird es nicht bleiben. Der schmale Schutzstreifen für Radfahrer entlang der zweispurigen Fahrbahnen wird definitiv verschwinden. „Sie entsprechen schlicht nicht mehr den Regeln. Die können wir nicht wieder so markieren“, erklärte der städtische Verkehrsplaner Winfried Sagolla am Dienstag in der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost.

Aus seiner Sicht bleiben zwei Alternativen für die Gestaltung der wichtigen Durchfahrtsstraße: Es gibt entweder gar keine Radwege oder eine komplette Fahrspur für Radfahrer, die dann für Autofahrer tabu ist.

Eigene Fahrspur für Radfahrer

Genau diese Lösung hatten auch Verkehrs- und Umweltverbänden in Anträgen an die Bezirksvertretung gefordert. Sie hatten vorgeschlagen, eine der beiden Fahrspuren pro Richtung für Radfahrer zu reservieren. Die Bezirksvertretung hatte die Anträge an die Verwaltung zur Prüfung weitergeleitet.

Und die prüft nun, wie Sagolla den Bezirksvertretern versicherte. Dazu sollen die Auswirkungen einer einspurigen Verkehrsführung für Autofahrer mit einem digitalen Verkehrsmodell berechnet werden. „Es geht dabei um die Frage, was bedeutet die Umgestaltung für die Leistungsfähigkeit der Straße“, erklärte Sagolla.

Neuplanung braucht noch Zeit

Und er nahm dazu am Dienstag auch Anregungen der Bezirksvertretung mit. Man sollte perspektivisch nicht die Bebauung des Südbahnhofs-Geländes mit einem neuen Wohnquartier außer Acht lassen, gab CDU-Sprecherin Roswitha Decking-Hartleif zu bedenken.

Ein Problem ist dabei die zeitliche Perspektive. Denn Sagolla konnte den Bezirksvertretern nicht zusagen, eine mögliche Lösung bis Februar zu präsentieren. „Das halte ich für sehr ambitioniert“, sagte der Verkehrsplaner.

Wenn allerdings nach Ende der Bauarbeiten, die DEW21 zuletzt für Februar 2021 angekündigt hat, die Fahrbahn ohne die nicht zulässigen Schutzstreifen neu markiert wird, würde für Radfahrer zumindest zeitweise eine „Null-Lösung“ drohen.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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