Die neue Bundesliga-Saison hat noch gar nicht begonnen, da wissen ein paar kluge Wissenschaftler aus Münster bereits, wie sie wahrscheinlich endet. Die Ergebnisse sind verblüffend.

Dortmund/Münster

, 25.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Sie haben jedes Spiel simuliert. Hundertausendfach – und kommen zu folgender Prognose: Der FC Bayern München wird Deutscher Meister. Wie aufregend. Doch was folgt, ist tatsächlich spannender: Bayer Leverkusen wird Vizemeister, RB Leipzig Dritter und Borussia Dortmund Vierter. Hinter diesen Prognosen steckt das Start-up-Unternehmen KickForm.de. Gründer Jan Drücker sagt: „Wir berechnen unsere Vorhersagen nur auf der Basis von harten Daten. Für das eigene Bauchgefühl und die Meinungen von Experten ist da kein Platz.“

Marktwert und Torchancen bestimmen Leistungsstärke

Das Prognosemodell des Unternehmens stammt von Prof. Dr. Andreas Heuer, der schon ein ganzes Buch über die Vorhersagen von Fußballspielen geschrieben hat. „Der perfekte Tipp“ heißt es. Im normalen Leben ist Heuer Professor am Institut für Physikalische Chemie an der Universität Münster - und erklärt das Modell.

„Wir haben in unseren wissenschaftlichen Analysen geschaut, welche Prognosegrößen wirklich informativ sind. Das sind der Marktwert des Kaders, die Anzahl an Torchancen eines Teams und die Packing-Rate, also der Wert, der angibt, wie viele gegnerische Spieler eine Mannschaft durch ihr Passspiel oder ihre Dribblings aus dem Spiel nimmt.“ Aus diesen drei Größen ergebe sich für jedes Team eine Leistungsstärke. „Und dann simulieren wir den Saisonverlauf hunderttausendfach, um über den Zufall, der ein wesentlicher Faktor im Fußball ist, bestmöglich zu mitteln.“

Wissenschaftler errechnen die Chance auf den BVB-Meistertitel

Stichwort Zufall. Kein Zufall ist, dass die vielen Bundestrainer dieses Landes in Tippspielen so häufig daneben liegen. 80 Prozent eines Spielausgangs in einem typischen Bundesligaspiel seien Zufall, sagt Heuer.

Schön und gut. Doch wie steht‘s um Borussia Dortmund? Prognosetechnisch eher bescheiden. Die Wahrscheinlichkeit, dass der BVB am Ende der Saison die Meisterschale um den Borsigplatz kutschieren darf, liegt laut den Wissenschaftlern aus Münster nur bei 8,2 Prozent. „In den vergangenen Jahren lag die Wahrscheinlichkeit für eine BVB-Meisterschaft etwas höher, so um die 12 Prozent. Aber das vergangene Jahr war nicht optimal. Zu Saisonbeginn beeinflussen die Resultate der Vorsaison die Prognosen besonders stark“, erklärt Heuer.

35 Prozent Wahrscheinlichkeit für die Plätze zwei bis vier

Zumindest das erklärte Saisonziel ist aber auch laut Wissenschaft realistisch. Die Simulation hat ergeben, dass der BVB mit einer Wahrscheinlichkeit von über 35 Prozent zwischen Platz zwei und vier ins Ziel trudelt - und allen Apokalyptikern sei gesagt: Die Wahrscheinlichkeit eines BVB-Abstieges oder zumindest eines Relegationsspiels gegen den Untergang liegt nur bei knapp sechs Prozent.

Es darf also weiterhin ruhig in BVB-Bettwäsche geschlafen werden. Auch die Vorfreude auf den Bundesliga-Start hat ein wissenschaftliches Fundament. Die Wahrscheinlichkeit eines Auftaktsieges gegen RB Leipzig liegt bei 40 Prozent, die einer Niederlage nur bei 32 Prozent. Der beste Tipp laut Wissenschaft? Dortmund zwei, Leipzig eins. Viel Spaß beim Tippen.

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