BVB-Aus im DFL-Präsidium perfekt - Rummenigge bedauert Watzkes Entscheidung

Generalversammlung

Das BVB-Aus im Präsidium der Deutschen Fußball Liga ist perfekt. Da Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke überraschend nicht zur Wahl angetreten ist, gibt es personelle Überraschungen.

Dortmund

21.08.2019, 14:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Aus im DFL-Präsidium perfekt - Rummenigge bedauert Watzkes Entscheidung

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) trat mangels Erfolgsaussichten erst gar nicht zur Wahl an. © imago

Mit einem eindringlichen Appell zur Einheit im deutschen Profi-Fußball hat sich der langjährige Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball von den Delegierten der 36 Vereine verabschiedet - und minutenlange Standing Ovations erhelten. Sein Nachfolger an der Spitze der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, wird sich künftig aber wohl noch mehr um den Interessenausgleich zwischen den finanzstarken Branchenführern und den kleineren Klubs speziell aus der 2. Liga kümmern müssen. „Bei allen Unterschieden zwischen Ligen, Klubs und gerade auch mit dem DFB ist unbestreitbar, die Einheit steht nie zur Diskussion“, sagte Rauball, der zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde, während seiner Rede nach zwölf Jahren an der DFL-Spitze am Mittwoch in Berlin. „Seriosität, Stabilität und auch Erfolg werden Markenzeichen des deutschen Fußballs sein. Fußball bleibt Volkssport.“

BVB ist im Präsidium nicht mehr vertreten

Bei der Wahl zum DFL-Präsidium setzten sich bei der Generalversammlung überwiegend Kandidaten aus dem Mittelbau und den unteren Ebenen des Profifußballs durch. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke trat - wie schon am Dienstag publik geworden war - mangels Erfolgsaussichten erst gar nicht zur Wahl an. Der Vizemeister aus Dortmund ist somit nach dem Rückzug von Rauball nicht mehr im DFL-Präsidium vertreten.

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bedauert Watzkes Entscheidung. „Eigentlich kenne ich dieses Gremium nur mit Borussia Dortmund und Bayern München. Ich glaube, auch der Fakt, dass beide Klubs immer dabei waren, hat immer dazu geführt, dass man faire und seriöse Lösungen gefunden hat“, sagte der Bayern-Boss. „Im Prinzip ging es eigentlich immer nur ums Geld, die Verteilung der TV-Gelder und gerade da haben sich die zwei Klubs immer sehr solidarisch gehalten. Wir haben uns immer zur Zentralvermarktung bekannt (...), um (...) zu gewährleisten, dass die Bundesliga als Gesamtheit wettbewerbsfähig ist.

Hinter Seifert als neuem „Sprecher des Präsidiums“ und dem 1. Stellvertreter Peter Peters (FC Schalke 04) gehört Oliver Leki (SC Freiburg) als 2. Stellvertreter für die kommenden drei Jahre dem DFL-Führungsgremium neu an. Den Posten als 3. Stellvertreter, der den Zweitligisten vorbehalten ist, übernimmt Steffen Schneekloth (Holstein Kiel).

Als weitere Vertreter aus der Bundesliga komplettieren Jan-Christian Dreesen (FC Bayern München) und Alexander Wehrle (1. FC Köln) sowie Rüdiger Fritsch (SV Darmstadt 98) und Oke Göttlich (FC St. Pauli) aus der 2. Liga das Präsidium. Wie Watzke hatte auch Michael Meeske (VfL Wolfsburg) kurzfristig von seiner Kandidatur Abstand genommen. Bei einer Teilversammlung am Dienstag hatten sich Mehrheitsverhältnisse zugunsten der nun gewählten Kandidaten abgezeichnet, weshalb auch Klaus Filbry (Werder Bremen) und Bernd Hoffmann (Hamburger SV) ihre Bewerbungen zurückgezogen hatten.

Verteilungsschlüssel der TV-Gelder als wichtiges Thema

Das Gremium unter Führung von Seifert bestimmt maßgeblich über die Geschäfte der Interessenvertretung der 36 Profi-Klubs. Unter anderem wird auch über den Verteilungsschlüssel der TV-Gelder entschieden. Hier könnte es durch das Wahlergebnis künftig zu einer Verschiebung zugunsten der kleineren Klubs kommen.

BVB-Aus im DFL-Präsidium perfekt - Rummenigge bedauert Watzkes Entscheidung

Rauball wurde zum Ehrenpräsidenten der DFL ernannt. © dpa

In seiner Rede vor der Wahl hatte Seifert die Delegierten vor Machtkämpfen gewarnt. Die Ereignisse der vergangenen Monate dürften sich nicht fortsetzen, sagte Seifert. Der 50-Jährige spielte damit auf die monatelangen Diskussionen um die im Juni verabschiedete Strukturreform und den Einfluss kleinerer Vereine an. In Anlehnung an ein Zitat des einstigen US-Präsidenten Abraham Lincoln sagte Seifert, dass nur ein geeintes Haus stabil stehen könne. Kritik, er stehe nur für die Interessen der Spitzenklubs, wies er zurück.

Von dpa

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen