Wie der BVB eine halbe Million D-Mark für den guten Zweck erspielte

Borussia Dortmund

Für Borussia Dortmund lief es 1979 nicht nur sportlich richtig gut: Beim Unicef-Benefizspiel gegen eine Weltauswahl sammelte der BVB auch eine Rekord-Spende - auf den Tag genau vor 40 Jahren.

Dortmund

von Gerd Kolbe

, 28.12.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wie der BVB eine halbe Million D-Mark für den guten Zweck erspielte

Franz Beckenbauer (l.) und BVB-Trainer Udo Lattek trafen sich 1979 im Westfalenstadion für den guten Zweck. © imago/WEREK

Vor genau 40 Jahren, am 28. Dezember 1979, standen sich in Dortmund einige der größten Fußballer aller Zeiten auf dem Rasen des Westfalenstadions gegenüber - und das alles für einen guten Zweck. In Dortmund wurden an diesem Tag eine halbe Million D-Mark gesammelt.

Mitte Oktober 1979 stand der BVB unter Trainer Udo Lattek in der Bundesligatabelle auf Platz eins. Grund genug für Unicef, beim BVB mit seinem neuen Präsidenten Dr. Reinhard Rauball anzuklopfen und nachzufragen, ob man gewillt sei, im Westfalenstadion zu Gunsten von UNICEF gegen eine Internationale Auswahl ein Benefizspiel zu absolvieren.

Vor dem Unicef-Spiel gab es viel Arbeit für den BVB

Der BVB wollte, sehr gern sogar, passte doch diese Aktion hervorragend in den Reigen der eigenen sozialen Aktivitäten, die man bereits angestoßen hatte und weiter ausbauen wollte. Dazu gehörten unter anderem Hilfe für Altenheime, unverschuldet in Not geratene Familien und Kindergärten, der Kinderhort im Stadion und der von den Fans übernommene Schwerbehinderten-Transport anlässlich der BVB-Spiele.

Es war also eine Menge zusätzlicher Arbeit angesagt in der BVB-Geschäftsstelle in der Nordtribüne des Westfalenstadions. Nicht nur das Spiel als solches musste mit allen organisatorischen Feinheiten organisiert werden, auch um die Spieler für die Internationale Auswahl musste sich der BVB kümmern.

Wie der BVB eine halbe Million D-Mark für den guten Zweck erspielte

Kevin Keegan (Weltauswahl) mit seiner Tochter Laura beim Anstoß des Unicef-Benefizspiels im Westfalenstadion. © imago/WEREK

Doch die überwältigende Resonanz entschädigte für jedweden Aufwand: Die Superstars Franz Beckenbauer, Manfred Kaltz, Gerd Müller, Oleh Blochin (UdSSR), Rene Botteron (Schweiz), Johan Cruyff, Ruud Krol, Johan Neeskens (Niederlande), Kevin Keegan (England), Francisco Marinho (Brasilien), Antonin Panenka (CSSR), Dragan Pantelic, Vladimir Petrovic, Safet Susic (Jugoslawien), Bruno Pezzey (Österreich) und Didier Six (Frankreich) waren sehr angetan und sagten umgehend zu.

Prominente Namen versammelten sich im Westfalenstadion

Eine Ansammlung so vieler Idole in einer Mannschaft hatte das Westfalenstadion bislang noch nicht erlebt. Hennes Weisweiler und Branco Zebec betreuten die Weltstars, die alle kostenlos und ohne Gage kamen.

Gut 30.000 Fußballfans füllten das Westfalenstadion, als es am 28. Dezember 1979 unter Flutlicht zur Sache ging. Der BVB mit Eike Immel, Lothar Huber, Amand Theis, Hans-Joachim Wagner, Herbert Hein, Werner Schneider, Mirko Votava, Manfred Burgsmüller, Herbert Meyer, Wolfgang Vöge, Peter Geyer, Wolfgang Frank, Ralf Augustin, Paul Holz und Theo Schneider hatte gerade den 1. FC Kaiserslautern mit 6:2 besiegt, befand sich in einer exzellenten Verfassung und wurde von Trainer Udo Lattek gut eingestellt.

BVB-Spiel sorgt für die bis dahin größte Unicef-Spende aller Zeiten

Es gab ein tolles Match mit vielen fußballerischen Leckerbissen, das die Schwarzgelben mit 3:2 gewannen. Wirklich wichtig war aber, dass für Unicef letztlich die stolze Summe von 500.000 D-Mark für die notleidenden Kinder der Welt zusammenkam, die BVB-Präsident Dr. Rauball dann in Richtung New York auf den Weg bringen konnte.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das die größte Einzelspende in der gesamten bisherigen Geschichte von Unicef überhaupt. Genau 40 Jahre ist dieses großartige Beispiel fußballerischer Solidarität jetzt her.

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