Weitere BVB-Gesprächsrunde! Bürki-Unterschrift lässt auf sich warten

dzBorussia Dortmund

Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung zwischen dem BVB und Torhüter Roman Bürki waren zuletzt ins Stocken geraten. Jetzt wurden die Gespräche wieder aufgenommen.

Dortmund

, 03.06.2020, 16:33 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Gang in den Videoraum im frisch erbauten neuen Medienzentrum am Trainingsgelände hatte bei Roman Bürki am Mittwoch einen weitaus profaneren Grund als kürzlich bei Mitspieler Lukasz Piszczek. Der Pole hatte dort einen kurzen Clip aufgenommen, der seine Vertragsverlängerung medial unterstreichen sollte. So weit ist es bei Bürki noch nicht.

Werbeaufnahmen für einen Sponsor der Borussia standen auf dem Programm, ein Durchbruch in den Gesprächen mit dem Schweizer Torhüter lässt hingegen weiter auf sich warten. Vor zwei Wochen hat es nach Informationen der Ruhr Nachrichten eine weitere Runde zwischen dem Torhüter, seiner Schweizer Berateragentur IFM, dessen Inhaber Wolfgang Vöge ein ehemaliger BVB-Spieler ist, und Borussia Dortmund gegeben. Doch eine Einigung steht offiziell aus. „Es gibt keinen neuen Stand“, sagte Sportdirektor Michael Zorc auf Anfrage lapidar. Und wie passend erreichte den BVB in der vergangenen Woche aus England das Gerücht um ein angebliches Interesse des FC Chelsea an Roman Bürki.

Verhandlungen zwischen Bürki und BVB begannen in Marbella

Bereits im Januar schienen der BVB und der Schlussmann, der seit 2015 das Tor von Borussia Dortmund hütet, auf einem guten Weg. Sein Berater war eigens nach Marbella ins Dortmunder Wintertrainingslager gereist, ein Vollzug bei den Verhandlungen über eine Verlängerung seines Vertrages über 2021 hinaus schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Dann kam Corona, dann kam die Bundesliga-Pause und eine große Unsicherheit in den Klubs. Auch der BVB fuhr den Betrieb herunter, die Verhandlungen wurden auf Eis gelegt.

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Die grundsätzliche Bereitschaft beider Parteien ist vorhanden, gefeilt wird an und gefeilscht wird um die Details. Im November wird Bürki, der in mittlerweile 203 Pflichtspielen das Dortmunder Tor hütete, 30 Jahre alt, erreicht also die eine für Berufsfußballer „magische Grenze“. Nun können Torhüter in diesem Alter bei entsprechender Gesundheit durchaus noch fünf, sechs oder mehr Jahre auf hohem Niveau spielen, dennoch kommt der Vertragsverlängerung vor allem aus Sicht des Torhüters grundsätzliche Bedeutung zu. Wie sich Bürki entscheidet, ist es eine Entscheidung, die das letzte Karriere-Drittel des Torhüters stark beeinflusst. Es ist daher keine zu gewagte Vermutung, dass in den stockenden Gesprächen eher die Laufzeit des Vertrags als das Gehalt ein Knackpunkt ist.

Roman Bürki wagt beim BVB den Schritt ins mediale Rampenlicht

Als Bürki im Jahr 2015 vom SC Freiburg zu Borussia Dortmund wechselte, war das für den damals 24 Jahre alten Schweizer der Eintritt in eine neue Welt. Es war der Schritt ins mediale Rampenlicht, aus dem beschaulichen Freiburg ins Ruhrgebiet, vom mittelständischen „Familienbetrieb“ zum pulsierenden Großklub BVB, wo jeder Spieler deutlich stärker im Blickfeld der Öffentlichkeit steht.

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© Deltatre

Bürki musste sich umstellen. Zunächst einmal in der Art und Weise, dass er seltener gefordert wurde, dann aber auf den Punkt genau da sein musste. Hinter einer qualitativ deutlich stärkeren Abwehrformation bekam er weniger zu tun, hatte aber den Auftrag, auch die schwierigeren Bälle zu halten. Es dauerte, bis er diese Veränderung verinnerlicht hatte, aber der zum Nachfolger von Roman Weidenfeller auserkorene Schweizer verdrängte den Routinier und gewann auf Anhieb das Rennen um den Posten im Tor.

Roman Bürki sieht sich beim BVB als Führungsspieler

Fünf Jahre später ist er nun selbst einer der erfahrensten Spieler im Team. Bürki hat sich entwickelt in Dortmund. Im Tor, aber auch abseits des Spielfeldes, wo er seine Meinung heute deutlicher und öfter artikuliert. Bürki sieht sich als Führungsspieler. Er genügt hohen Ansprüchen, dennoch aber begleitet den 29-Jährigen latent immer wieder auch die Diskussion, ob es auch für die höchsten Ansprüche reicht.

Dafür sprechen Spiele wie in der Gruppenphase der Champions League gegen Slavia Prag, als er seiner Mannschaft mit sechs, sieben Weltklasse-Paraden den knappen Sieg und die Qualifikation fürs Achtelfinale rettete. Dagegen einige unglückliche Partien in der Hinrunde, als er bei Gegentoren aber auch der Leidtragende einer selten konstanten Abwehrformation war. Dagegen auch seine nicht zu bestreitende Beteiligung am Gegentor im Top-Spiel gegen die Bayern.1,2 Gegentore im Schnitt in der Bundesliga sind hingegen ein sehr ordentlicher Wert.

Bürki-Abgang steht nicht auf der Agenda von BVB-Sportdirektor Zorc

Diese Kuh vom Eis zu kriegen, wäre daher ein erstes Signal in den lange ausgesetzten Personalplanungen der Borussia. Sich mit der Torhüterposition zu beschäftigen, steht für diesen Sommer eigentlich nicht auf der Agenda von Sportdirektor Michael Zorc.

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