Weigl ist zurück auf seiner angestammten Position beim BVB - Zorc lobt Flexibilität

Gewinner der Vorbereitung

Julian Weigl ist zurück auf seiner angestammten Position und überzeugt. Ömer Topraks Wechsel verändert seine Situation nun einmal mehr. Ein BVB-Abschied dürfte jedoch vom Tisch sein.

Dortmund

, 12.08.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weigl ist zurück auf seiner angestammten Position beim BVB - Zorc lobt Flexibilität

Julian Weigl (r.) hat sich in die BVB-Startelf zurückgekämpft. © Guido Kirchner

In den Katakomben der Düsseldorfer Arena waren Borussia Dortmunds Spieler zum Flachsen aufgelegt. Manuel Akanji rief vernehmlich „Handspiel, Handspiel“ und grinste breit, als er an Marco Reus vorbeilief, während der ein Interview gab. Dass das 1:0 des Kapitäns im Pokalspiel gegen den KFC Uerdingen nicht hätte zählen dürfen, hatte sich herumgesprochen. Und Axel Witsel erzählte wenige Meter weiter, wie er vor dem 2:0 Paco Alcacer in die Pflicht genommen hatte. Dessen Freistöße seien ja schließlich „wie ein Elfmeter“, also appellierte der Belgier an die Zuverlässigkeit des Spaniers. Alcacer traf prompt. Grund zu guter Laune hatte auch Julian Weigl. Der 23-Jährige war der große Leidtragende der Verpflichtung von Witsel vor einem Jahr, sie kostete ihn seinen Stammplatz im defensiven Dortmunder Mittelfeld und ließ Wechselpläne reifen, die sich weder im Winter noch in diesem Sommer realisieren ließen - aus unterschiedlichsten Gründen.

Weigl konnte sich „gut zeigen“

Weigl durfte zufrieden sein nach dem 2:0 gegen den Drittligisten Uerdingen, denn er stand auch im zweiten Pflichtspiel der neuen Saison 90 Minuten auf dem Platz. Wie schon im Supercup gegen die Bayern bildete er mit Witsel das Duo vor der Viererkette und bot eine überzeugende Leistung. Und dass er sich nach dem der Personalknappheit geschuldeten temporären Ausflug auf die Position des Innenverteidigers nun wieder als spielerischer Sechser tummeln darf, gefällt Weigl. Daran ließ er nach dem Spiel keine Zweifel.

Er habe ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass er gern wieder im defensiven Mittelfeld spielen würde, meinte er, „und es war wichtig für mich, dass ich jetzt auf meine angestammte Position zurückkehre.“ Weigl darf sich als einer der Gewinner der Vorbereitung fühlen, das sagte er nicht wörtlich, aber verklausuliert: „Ich konnte mich gut zeigen, ich habe jetzt zwei Mal das Vertrauen bekommen und konnte einiges zurückzahlen.“

Zorc lobt Weigls Flexibilität

Dem BVB dürfte gefallen, wie flexibel sich der 23-Jährige im Laufe der vergangenen Saison gezeigt hat, denn trotz aller Liebesbezeugungen an seine angestammte Position hat sich für Julian Weigl die Situation nach dem Wechsel von Ömer Toprak zu Werder Bremen wieder verändert - zumindest ein wenig. Weigl habe seinen Job als Aushilfs-Innenverteidiger in der abgelaufenen Saison „hervorragend“ gemacht, meinte Sportdirektor Michael Zorc am Sonntag, nach Topraks Weggang ist er nun automatisch wieder ein Backup, falls aus dem Quartett der gelernten Innenverteidiger einer ausfallen sollte.

Weigl ist zurück auf seiner angestammten Position beim BVB - Zorc lobt Flexibilität

Funktioniert das Duo Witsel/Weigl auch in den Top-Spielen? © Guido Kirchner

Vielleicht ist er ja sogar mehr, denn hinter den gesetzten Manuel Akanji und Mats Hummels scheint das Rennen um die Position der ersten Alternative völlig offen. Verstecken muss sich Weigl hinter Dan-Axel Zagadou jedenfalls nicht. Und gegenüber dem jungen Leonardo Balerdi genießt Weigl den Vorteil der deutlich größeren Erfahrung.

Vom Tisch scheint auch in diesem Sommer ein Wechsel des ballsicheren Mittelfeldspielers. Das Winter-Interesse von Paris St. Germain hat sich in diesem Sommer nicht konkretisiert, andere Alternativen entwickelten sich für Weigl ebenfalls nicht in eine handfeste Richtung.

Kann das Duo Witsel/Weigl auch größeren Stürmen trotzen?

Obwohl Weigl an der Seite von Witsel zwei Mal zu gefallen wusste, ist die Frage, ob das Duo Witsel/Weigl auch härteren Prüfungen als den bisherigen gewachsen ist, durch Supercup und Pokalspiel noch nicht hinreichend beantwortet. Zweifel bleiben, ob diese Formation auch größeren Stürmen trotzen kann. Dass Lucien Favre gegen bestimmte Gegner auch eine (zweikampfstärkere) Variante mit Thomas Delaney bevorzugen könnte, würde ins Fußball-Denken des BVB-Trainers passen. Vielleicht also gar nicht so schlecht, dass Weigl auch an anderer Stelle für den BVB wichtig sein könnte. Auch wenn es nicht seine Lieblingsposition ist.

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