Wachablösung in vollem Gange! Der BVB läuft dem FC Bayern den Rang ab

dzKommentar

Borussia Dortmund und der FC Bayern liefern sich einen Schlagabtausch auf allerhöchstem Niveau. Auch wenn alle BVB-Entscheidungsträger mauern: Die Wachablösung in vollem Gange.

Dortmund

, 10.11.2018, 22:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als sie mit ihren Fans um die Wette hüpften, da kam dieser Refrain aus allen Ecken des Stadions. „Wer wird Deutscher Meister, BVB Borussia“, schmetterten sie auf den Rängen aus vollem Hals - und einige Spieler sangen im Überschwang der Glückshormone nach diesem wahnsinnig intensiven Fußballspiel ja vielleicht sogar mit. Und auch wenn erst ein Drittel der Saison gespielt ist: Ob der Meistertitel am Ende doch wieder nach München geht, das entscheiden nicht mehr die Bayern alleine, wie es vor der Saison auch von den BVB-Oberen so gern wiederholt wurde. Es ist der BVB, der ein gewichtiges, wenn nicht sogar das entscheidende Wörtchen in dieser Frage mitspricht.

Nicht nur wegen der Momentaufnahme mit sieben Zählern Vorsprung auf den Rekordmeister (nicht vergessen, auf Gladbach sind es nur vier!) deutet sich ein weitaus engeres Titelrennen als in den vergangenen Jahren an. Das freut alle und hat natürlich mit der neuen Qualität im Spiel des BVB zu tun, viel mehr aber noch mit der neuen Mentalität dieser Mannschaft.

Borussia Dortmund spielte eine unterdurchschnittliche erste Hälfte, in der man klar unterlegen war, Glück hatte und einige gute eigene Konter dazu auch noch katastrophal ausspielte. Zwei Mal musste die Mannschaft dazu einem Rückstand hinterherlaufen, das zweite Gegentor folgte direkt auf den euphorisierenden Ausgleich. Nicht viele kommen danach so zurück, es spricht für sich, dass auch so eine Dramaturgie diese Mannschaft nur ganz kurz beeindruckte. Und es gelingt dem BVB in Serie. Siehe Hoffenheim, siehe Leverkusen, siehe Augsburg.

Große Substanz im Kader

Der ungestüme Lauf der Borussia durch die Bundesliga ist begleitet von einigem Spielglück und klugen taktischen wie personellen Veränderungen innerhalb der Spiele. Aber eben auch von einer großen Substanz im Kader, die die Basis bildet. Julian Weigl funktionierte nicht, also richtete es Mahmoud Dahoud. Mario Götze blieb blass, dafür zeigte Paco Alcacer dann seinen Killerinstinkt, der ihn in den vergangenen beiden Spielen im Stich gelassen hatte. Der gute Lauf basiert auf einem festen Fundament. Das macht es unwahrscheinlicher, dass diese Mannschaft eine nachhaltige Durststrecke hinter sich bringen muss. Für die Bayern war es ein bitterer Abend. Sie machten über weite Strecken das beste Spiel der vergangenen Wochen und fuhren doch mit leeren Händen heim. Viele Spiele von ihnen habe er gesehen, meinte Lucien Favre, „aber so stark waren sie noch nie!“

Und doch zeigte der BVB den Münchnern gerade nach der Pause die eigenen Versäumnisse in der Sommer-Transferperiode auf. Während der Rekordmeister das irre Tempo der ersten Hälfte nicht halten konnte und mit müden Beinen die Klarheit im eigenen Spiel verloren ging, schaltete Borussia Dortmund beinahe mühelos einen Gang höher. Den Umbruch, der bei den Bayern zwingend kommen muss, hat der BVB schon hinter sich. Und profitiert von dem neuen Wind.

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