Trikot, Ausrüster, Vermarkter: Neue Verträge bescheren dem BVB 50 Millionen Euro mehr

Borussia Dortmund

Deals bei Sponsoring und Vermarktung bringen neue Möglichkeiten. Borussia Dortmund profitiert enorm - BVB-Boss Hans-Joachim Watzke spricht von einem „Meilenstein“.

Dortmund

, 20.02.2020, 19:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trikot, Ausrüster, Vermarkter: Neue Verträge bescheren dem BVB 50 Mio. Euro mehr

Axel Witsel steht im Trainingslager hinter einer Werbebande mit der Aufschrift "Kraft für Neues" - ein Evonik-Werbespruch. © Guido Kirchner

Die Nachricht, die am Mittwochabend durchsickerte, kam durchaus überraschend: Borussia Dortmund geht beim Trikotsponsoring neue Wege. Ab der kommenden Saison teilen sich zwei Unternehmen die BVB-Brust. Auf internationaler Bühne und im DFB-Pokal wirbt weiterhin der Chemiekonzern Evonik auf Borussia Dortmunds Trikot, in der Bundesliga das Telekommunikationsunternehmen 1&1.

Die offizielle Bestätigung dieses neuen Sponsoring-Konstrukts, das es so noch nicht gegeben hat im europäischen Fußball, folgte am Donnerstagmorgen. Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der BVB-Geschäftsführung, gab in der Pressemitteilung des Vereins zu Protokoll, es handele sich um einen „Meilenstein auf dem Weg der wirtschaftlichen und damit auch sportlichen Weiterentwicklung des BVB“.

BVB-Boss Watzke ist begeistert - neue Möglichkeiten für den BVB

Die hochgegriffene Wortwahl des BVB-Bosses kam nicht von ungefähr. Es klingelt kräftig in der Kasse bei Schwarzgelb. Bis zum Vertragsende im Jahr 2025 streicht Borussia Dortmund durch den Deal in der Summe rund 200 Millionen Euro ein - und damit pro Jahr ziemlich genau doppelt so viel wie bislang.

Jetzt lesen

Nach Informationen dieser Redaktion überweist 1&1 in den kommenden fünf Jahren pro Saison zwischen 25 und 30 Millionen Euro an den BVB, jedes Jahr ein bisschen mehr. Evonik, bislang mit 20 Millionen Euro pro Spielzeit dabei, gibt noch 15 bis 10 Millionen Euro, jedes Jahr ein bisschen weniger. Unter dem Strich stehen rund 40 statt bisher 20 Millionen Euro pro Jahr durch das Trikotsponsoring auf der Einnahmeseite des BVB.

Der nächste große Deal für Borussia Dortmund

Für Borussia Dortmund ist es der zweite dicke Sponsorendeal innerhalb eines Vierteljahres. Im vergangenen November verlängerte der BVB seinen Ausrüstervertrag mit Puma bis 2028. Gesamtvolumen des Deals: 250 Millionen Euro. Ab der neuen Saison gibt‘s vom Sportartikelhersteller mit der Raubkatze pro Jahr etwa 30 Millionen Euro statt der bisherigen knapp 10 Millionen Euro. Auch hier ein sattes Plus von 20 Millionen Euro auf der Habenseite.

Hinzu kommt, dass der Vertrag des BVB mit Vermarkter Lagardère ab Sommer mehr Geld für den Klub abwirft – beziehungsweise die Dienste des Vermarkters den BVB weniger kosten. Hier werden noch einmal mindestens zehn Millionen Euro frei, die Borussia Dortmund zukünftig für andere Zwecke als die Vermarktung einsetzen kann.

1&1-Deal: BVB wird wirtschaftlich unabhängiger

„Wir können uns als Borussia Dortmund durch den 1&1-Deal, durch den neuen Puma-Vertrag und durch die Neugestaltung des Vermarkter-Vertrages mit Lagardère weiterentwickeln“, sagte BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer am Mittwoch im Gespräch mit dieser Redaktion. Der Klub werde wirtschaftlich unabhängiger.

Jetzt lesen

„Es ist unser klares Ziel, dass wir unsere Erlöse auch transferunabhängig weiter steigern möchten. Im Sponsoring haben wir jetzt einen weiteren und wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Auch die Medienerlöse entwickeln sich. Unter dem Strich steht: Der BVB ist absolut wachstumsfähig.“ Und er hat ab dem kommenden Geschäftsjahr deutlich mehr Geld zur freien Verfügung als im Moment. Neue Wege, neue Möglichkeiten.

Lesen Sie jetzt
Meistgelesen