Trainingssteuerung während der Corona-Pause – BVB steht vor einer großen Herausforderung

dzBorussia Dortmund

Vielleicht geht es bei Borussia Dortmund ab Montag auf dem Trainingsplatz weiter, vielleicht auch nicht. Die richtige Trainingssteuerung ist eine Herausforderung für den BVB-Trainerstab.

Dortmund

, 19.03.2020, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt heißt es also Homeoffice, auch für Fußballprofis. Borussia Dortmund hat seine Spieler am Dienstag wegen der Corona-Pause in der Bundesliga nach Hause geschickt. Bis nächsten Montag ist jeder Spieler vom BVB-Trainerteam mit individuellen Trainingsplänen ausgestattet worden, dann wird geschaut, wie es weitergeht. „Es ist sinnvoll“, sagte Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung des BVB, im Gespräch mit dieser Redaktion, „dass die Spieler erst einmal zuhause bleiben und sich um ihre Familien kümmern.“


Das Schwierige an der Trainingssteuerung in dieser unerwarteten Bundesliga-Pause ist, dass niemand weiß, wie lange diese Pause ausfallen wird. Normalerweise folgt der Fußball einem strikten Terminplan, es gibt immer einen festen Zeitpunkt, auf den sich eine Fußballmannschaft vorbereitet, es gibt immer ein nächstes Spiel, das zeitgenau angesetzt ist. Dieses Mal ist es anders.

Niemand vermag aktuell sicher vorherzusagen, ob der BVB schon Anfang April oder erst Anfang Mai oder noch später das nächste Mal in einem Pflichtspiel gefordert sein wird. Das gilt zwar für alle Vereine, aber trotzdem ist es eine noch nie dagewesene Herausforderung.

BVB stattet Profis mit Trainingsplänen aus – und sammelt die Daten

Die aktuelle Herangehensweise des BVB und die Vorgaben für die Spieler sehen nach Informationen dieser Redaktion aktuell wie folgt aus: Im Kopf runterfahren, den Körper aber weiter fordern, weil man eben nicht genau weiß, wann er wieder gebraucht wird. Die Profis sollen mental ein bisschen abschalten, sich aber trotzdem fit halten. Jeder so, wie er es derzeit braucht, durchaus auch mit intensiven Einheiten.

Die entsprechenden Daten werden gesammelt und ausgewertet. Die Vielspieler sollen regenerieren, die Spieler mit Trainingsrückstand wie Marco Reus oder Thomas Delaney sollen die Zeit nutzen, um noch vorhandene Defizite aufzuarbeiten. Läufe an der frischen Luft sind zumindest aktuell noch ausdrücklich erlaubt und erwünscht, wenn auch vorzugsweise dort, wo weniger Menschen unterwegs sind als beispielsweise am Dortmunder Phoenix-See.

Ähnliche Situation beim BVB wie zur Winterpause

Am besten lässt sich die derzeitige Phase vermutlich mit der kurzen Winterpause rund um Weihnachten und Silvester vergleichen, bevor es in die kurze Wintervorbereitung geht. Noch bewertet das niemand beim BVB als ernsthaftes Problem, auch wenn es sicherlich kein Idealzustand ist.

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Schwieriger dürfte es erst werden, falls die Pause wegen des sich ausbreitenden Coronavirus, das die BVB-Profis bislang verschont hat, länger und länger werden sollte – und ein entscheidender Faktor wird dann schlussendlich sein, wie lang die Vorlaufzeit es auf das nächste Pflichtspiel sein wird. Je umfangreicher die Bundesliga-Unterbrechung ausfällt, desto länger werden die Klubs auch brauchen, um wieder voll in den Wettkampfmodus hochzufahren.

Auch Borussia Dortmund muss Abstand halten

Dabei bleibt eine grundlegende Frage, wann richtiges Mannschaftstraining wieder verantwortbar ist. Nordrhein-Westfalens Landesregierung hat am vergangenen Wochenende „nahezu alle Freizeit-, Sport-, Unterhaltungs- und Bildungsangebote im Land“ untersagt. Aktuell fährt auch der BVB am besten damit, seinen Spielern zu raten, soziale Kontakte so gut es geht zu meiden, Abstand zu halten und zuhause zu bleiben, um sich bestmöglich vor dem Coronavirus zu schützen.

Die Bundesligisten hoffen dennoch auf Sondergenehmigungen der Regierung, um den Trainingsbetrieb zeitnah wieder hochfahren zu können. Fußball und Homeoffice, das passt auf Dauer halt nicht wirklich gut zusammen.

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