Hannes Wolf im Jahr 2016 als BVB-Juniorentrainer im Signal Iduna Park. © picture alliance / dpa
Borussia Dortmund

Trainerposten beim BVB: Wolf ärgert sich nicht über verpasste Chance

Hannes Wolf, der ehemalige Jugendcoach von Borussia Dortmund, schlägt eine große Chance aus. Darüber ärgert er sich aber nicht – wegen seiner engen Freundschaft zu BVB-Coach Edin Terzic.

Als Lucien Favre im Sommer 2018 bei Borussia Dortmund anheuerte, da klingelte auch sein Telefon. Ob er sich vorstellen könne, im Stab des Schweizers mitzuwirken, wollten die Verantwortlichen seines Herzensvereins wissen. Doch Hannes Wolf lehnte ab und noch im gleichen Jahr landete er beim Hamburger SV. Nun äußerte er sich gegenüber den Ruhr Nachrichten erstmals klar zu den Gründen für seine Absage.

Hannes Wolf machte beim BVB Platz für Edin Terzic

„Es gab damals ein Gespräch mit Edin Terzic, was mich auch ein bisschen nachdenklich gemacht hat“, erzählt Wolf. „Irgendwann war aber klar, dass Lucien Favre jemanden mitbringen würde. Dann haben Edin und ich miteinander gesprochen und uns gefragt, wer von uns beiden denn auf der Tribüne sitzt.“ Dass gleich drei Assistenten neben dem Chef auf der Bank Platz nehmen, ist fast nirgendwo der Fall, auch nicht in Dortmund.

Edin Terzic oder Hannes Wolf, einer hätte in den sauren Apfel beißen müssen. „Wir sind sehr gut befreundet und dann fragst Du Dich, was Du machst und wie viel Verantwortung Du hast. Wie ist die Arbeitsteilung? Das war sehr schwer zu beantworten“, sagt Wolf im Rückblick, der gerade erst als Trainer des Jahres in Deutschland ausgezeichnet worden war.

BVB-Jugendtrainer Wolf war zu hungrig

Für diesen Weg sei er zu hungrig gewesen und habe zu viel Energie gehabt. „Ich wollte nicht am Ende mit Edin darüber sprechen, wer denn nun das Spiel auf der Bank oder von oben gucken kann.“ Nur die Spiele im Training zu pfeifen? Für ihn keine Alternative. Doch das alles ist längst Geschichte und entsprechend macht sich der gebürtige Bochumer keine Gedanken darüber, dass er nun auf der Bank des BVB das Sagen hätte haben können.

„Ich freue mich riesig für Edin und Sebastian Geppert, den ich auch gut kenne“, betont Wolf. Es gebe keinen einzigen schlechten Gedanken, wenn er vor dem Fernseher die Spiele guckt. „Ich bin BVB-Fan und fiebere total mit.“ Eine Rückkehr schließt er allerdings nicht aus. „Wenn Du Dortmunder bist und hier lebst, kann man sich das immer vorstellen. Ich könnte auch immer noch als Co-Trainer arbeiten, darum ginge es nicht.“

Wolf ist ein Fan von BVB-Profi Raphael Guerreiro

Das steht aktuell aber nicht zur Debatte und daher genießt Wolf es, einigen Borussen beim Kicken zuzusehen. Besonders Raphael Guerreiro hat es ihm angetan. „Ich muss zugeben, dass ich ein Fan von ihm bin. Wenn er sich als linker Verteidiger immer ins Mittelfeld schleicht und dann auf einmal wieder die letzten Pässe spielt wie so ein Zehner oder Achter, das ist für mich immer eine Freude“, gerät er ins Schwärmen.

Wobei der Portugiese laut Wolf nicht nur ab und an die Formation des Gegners auflöst und „schwer beschädigt“, sondern auch die eigene. Der Trainer kommt also immer wieder durch, wenn der U18-Coach des DFB über Borussia Dortmund spricht.

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Freier Autor
Jahrgang 1980, ging schon als Jungspund den lokalen Sportgrößen in seiner Heimat auf den Keks. Im Handball überall unterwegs und meist wie früher auf dem Rasen ganz vorne zu finden, in der Mixed Zone beim Fußball ganz hinten. Seit 2016 die schwarzgelbe Stimme der Ruhr Nachrichten, seit Sommer 2020 Teil der BVB-Redaktion.
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Sascha Staat
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