Thomas Delaney spielt unspektakulär, aber er rennt und rennt. Der Däne sagt über sich selbst, dass er Fußball arbeite – und genau damit hilft er dem BVB derzeit ganz besonders.

Dortmund

, 23.10.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätte nur noch gefehlt, dass Thomas Delaney zum Mannschaftsbus joggt. Lockeres Auslaufen. Trainer, ich kann noch! Aber Delaney blieb tatsächlich irgendwann stehen. Und er lächelte. „Es hat wahnsinnig Spaß gemacht“, sagte der 27 Jahre alte Däne nach dem 4:0-Sieg des BVB am Samstag beim VfB Stuttgart im Gespräch mit dieser Redaktion.

Nur drei Spieler laufen mehr als Delaney am achten Spieltag

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Das Ergebnis sprach tatsächlich für eine Spaßveranstaltung im Schwabenland, Delaneys Werte sprachen dagegen eher für Schwerstarbeit und körperliche Schmerzen. 23 Zweikämpfe hatte der Däne auf dem Platz geführt und war 12,5 Kilometer gelaufen. Nur drei Spieler spulten am achten Spieltag in der Bundesliga ein noch größeres Laufpensum ab – Alessandro Schöpf (Schalke) und Jonas Hofmann (Gladbach) liefen jeweils 12,7 Kilometer, Weston McKennie (Schalke) lief 12,6 Kilometer. Er müsse hart dafür arbeiten, erfolgreich zu sein, erklärte Delaney. „Und genau das tue ich auch auf dem Platz. Ich arbeite halt Fußball.“

Thomas Delaney spielt unspektakulär, hält der BVB-Offensive aber den Rücken frei

In Stuttgart lieferte Delaney dafür mal wieder einen eindrucksvollen Beweis. Dabei war er sich vor der Saison gar nicht so sicher gewesen, wie häufig er beim BVB die Möglichkeit dazu bekommen würde. „Der Schritt nach Dortmund ist ein sehr großer für mich“, hatte der Mittelfeldspieler vor der Saison im Interview mit dieser Zeitung gesagt. Die Konkurrenz sei enorm groß. „Es wird schwer für mich, in die Startelf zu kommen, weil hier sehr viele gute Fußballer spielen.“

Delaney absolviert acht von elf Pflichtspiele von Beginn an

Nach einem knappen Viertel der Saison lässt sich konstattieren, dass Delaney sich um seine Einsatzzeiten nicht groß sorgen muss. In acht von elf Pflichtspielen stand der Mann, der vor der Saison für gut 20 Millionen Euro von Werder Bremen zu Borussia Dortmund wechselte, in der Startelf. Nur in Brügge, in Hoffenheim und gegen Augsburg fehlte sein Name in der Anfangsformation des BVB. Delaney hat gegen namhafte Konkurrenz wie Mahmoud Dahoud oder Julian Weigl derzeit die Nase vorn auf der zweiten Sechserposition neben Axel Witsel.

Das liegt auch daran, dass Delaney im Zusammenspiel mit Witsel, dem neuen Taktgeber und Chef im Dortmunder Mittelfeld, vielleicht am besten harmoniert. Witsel ist der Stratege, der Dirigent, Delaney der unnachgiebige Abfangjäger, der Türsteher vor der BVB-Viererkette, der kein Problem damit hat, auch mal die Drecksarbeit zu machen und den Laden sauber zu halten. Spielerisch stößt er dabei mitunter an Grenzen, aber meistens gleicht er es über Einsatz aus.

Delaney: „Ich halte den Jungs gerne den Rücken frei“

Über die Frage, ob sich die aktuell so treffsichere BVB-Offensivabteilung schon mal für seine Dienste im defensiven Mittelfeld bedankt habe, muss Delaney lachen. „Nein. Das ist doch selbstverständlich“, sagt der dänische Nationalspieler. „Ich halte den Jungs gerne den Rücken frei. Ich muss mich eher bei ihnen bedanken, weil sie unglaublich effektiv sind und viele Tore schießen.“

Thomas Delaney spielt unspektakulär, hält der BVB-Offensive aber den Rücken frei

Thomas Delaney war der erste Gratulant bei Jadon Sancho nach dessem 1:0-Treffer gegen den VfB Stuttgart. Das war allerdings Zufall und kein Indiz für die beeindruckende Laufleistung des Dänen. © imago

Diese Aussage beschreibt den Teamplayer Delaney ganz gut. Es geht um den Erfolg der Mannschaft, um die Sache, nicht um persönliche Eitelkeiten. Weil der Erfolg der Mannschaft gerade so groß ist, ist Delaney gerade ziemlich zufrieden – und sagt Wörter, die man eigentlich nicht schreibt.

„Es ist geil. Es ist sehr, sehr geil.“

„Es ist geil. Es ist sehr, sehr geil.“ Das Spiel gegen Atletico Madrid am Mittwoch komme daher genau zum richtigen Zeitpunkt, meint Delaney. „Natürlich wird es nicht einfach, aber wir sind bereit, um uns mit Atletico zu messen. Wir haben die letzten fünf Spiele gewonnen. Wir müssen es einfach laufen lassen.“ Und mit dem Laufen, das steht fest, kennt sich Delaney bestens aus.

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