Sollte BVB-Trainer Lucien Favre dauerhaft auf volle Offensive setzen?

dzPro und Contra

In Köln geht der BVB nach 60 Minuten mit einem neuen System ins Rennen. Dem Spiel der Borussen tut das sichtlich gut. Wir diskutieren: Sollte Lucien Favre dauerhaft auf volle Offensive setzen?

Dortmund

, 27.08.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim 3:1-Sieg in Köln stellte Favre nach gut einer Stunde Spielzeit auf ein 4-1-4-1-System um, brachte Julian Brandt für Julian Weigl und opferte einen Sechser für mehr Angriffswucht.


Pro: Vollgasveranstaltung erwünscht!
(Von Tobias Jöhren)

Der Blick auf die Ersatzbank des BVB ließ das Fußballerherz ein bisschen bluten, der Blick auf den Rasen im Müngersdorfer Stadion gute 60 Minuten lang auch. Borussia Dortmund tat sich gegen einen limitierten, aber engagierten Gegner schwer, spielerische Lösungen zu finden.

Hakimi und Brandt sorgen für Schwung beim BVB

In Julian Brandt, Mario Götze und Mahmoud Dahoud schaute viel personalisierter Spielwitz nur zu, für Raphael Guerreiro, der ebenfalls die Gabe besitzt, besondere Dinge mit dem Ball zu veranstalten, reichte es nach überstandenem Muskelfaserriss noch nicht wieder für einen Platz im Kader.

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Das BVB-Spiel wurde deutlich zielstrebiger und ansehnlicher, als Favre zweifach wechselte, Achraf Hakimi und Brandt für Nico Schulz und Julian Weigl brachte und das System von 4-2-3-1 auf 4-1-4-1 beziehungsweise 4-3-3 veränderte. Plötzlich spielte der BVB so Fußball, wie man es von Beginn an hätte erwarten dürfen. Mit Zug zum Tor, dominant, mutig.

Man muss die Borussen nur von der Leine lassen

Und bei aller Berechtigung defensiver Stabilität und geforderter Geduld erwischte man sich bei der Frage: Warum denn nicht gleich so? Muss es immer erst abwartend sein? Oder kann man als BVB nicht das Wagnis eingehen, mit der Ambition aufs Feld zu gehen, einen Gegner wie Köln vom Anpfiff weg an die Wand zu spielen? Die offensive Qualität dazu wäre bei Borussia Dortmund vorhanden. Man müsste sie nur von der Leine lassen.

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Kontra: Offensive nicht um der Offensive Willen (Von Dirk Krampe)

Offensive um der Offensive Willen, das macht nun keinen Sinn. Wie Lucien Favre seinen BVB in ein Spiel schickt, sollte immer noch (zumindest zum Teil) auch vom Gegner abhängen. Und da gibt es einige, gegen die eine zu offensive Ausrichtung schnell nach hinten losgehen könnte.

Richtiger Mix ist beim BVB die bessere Wahl

Auch der 1. FC Köln hatte am Freitag nach der Dortmunder Systemumstellung die eine oder andere Kontergelegenheit, es werden Gegner kommen, die die Räume, die ein 4-3-3 oder ein 4-1-4-1 bieten, deutlich effektiver bespielen können. Und die Frage, die sich dann stellt, ist die: Wie gut sind Dortmunds Offensiv-Waffen, wenn sie konsequent Defensivarbeit verrichten müssen?

Sollte BVB-Trainer Lucien Favre dauerhaft auf volle Offensive setzen?

Axel Witsel als alleiniger Sechser - das könnte gegen die Topteams ins Auge gehen. © dpa

Der richtige Mix also ist wie so oft die bessere Wahl. Bei Gegnern, deren Wunsch nach Offensive gegen den BVB nicht so ausgeprägt ist, darf Favre gerne öfter (und früher) mutig agieren. Die offensive Wucht, die Borussia Dortmund dann entfalten kann, ist gewaltig. Gegen Mannschaften, die selbst aktiv sind, ist eine gewisse Absicherung hingegen für die eigenen Stabilität unabdingbar. Axel Witsel als alleiniger Sechser zum Beispiel gegen die Offensive der Bayern - das könnte ins Auge gehen.

BVB kann auch im 4-2-3-1-System Offensivwucht entfalten

Und nicht zuletzt: Gegen den FC Augsburg erzielte der BVB im gewohnten 4-2-3-1 fünf Treffer. Auch in diesem System kann Dortmund also genügend Wirkung entfalten - wenn sie es besser spielen als in Köln.

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