So will BVB-Trainer Favre gegen extrem defensive Teams spielen lassen

dzBorussia Dortmund

Der BVB muss sich auf Gegner einstellen, die nicht besonders viel Lust auf ein Fußballspiel haben. Lucien Favre hat eine klare Vorstellung davon, wie sein Team diesem Problem begegnen soll.

Dortmund

, 29.11.2018, 18:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Solche Tage gibt‘s halt. Diesen Satz hörte man ziemlich häufig Mittwochnacht in Dortmund. Marco Reus sagte ihn ein ums andere Mal, auch Roman Bürki sagte ihn. Auf der einen Seite stand ein 0:0 daheim gegen Brügge, das war nicht das, was sich die BVB-Spieler ausgemalt hatten. Auf der anderen Seite stand der vorzeitige Einzug ins Achtelfinale der Champions League, das war das, was sich alle beim BVB erhofft hatten.

„Wir können sehr zufrieden sein“

Trotzdem überwog bei den Spielern irgendwie der Ärger über dieses Spiel. Auch, weil auf Platz eins in Gruppe A nun nicht mehr Borussia Dortmund thront, sondern Atletico Madrid. „Vielleicht freue ich mich morgen über das Achtelfinale“, meinte Schlussmann Bürki mit ernstem Blick, „aber gerade ärgere ich mich eher über das 0:0.“

Eine Tüte Schlaf später schaute Bürki auf dem Trainingsplatz am Donnerstagvormittag schon deutlich weniger ernst drein. Solche Tage gibt‘s halt. Und Sportdirektor Michael Zorc rückte die Angelegenheit ein wenig gerade: „Wir können sehr zufrieden sein“, sagte der BVB-Sportdirektor, „wir haben in der Champions League eine sehr gute Visitenkarte abgegeben. Vor der Saison hätten wir die Konstelation in der Gruppe, wie wir sie jetzt haben, alle unterschrieben.“

Nichts aus der Feinkostabteilung

Abgehakt. Solche Tage gibt‘s halt. Wichtig ist nur, dass es sie nicht allzu oft gibt. Reus erklärte, die Mannschaft arbeite jeden Tag daran, „einen Plan B, vielleicht sogar einen Plan C“ zu entwickeln. Am Samstag gegen Freiburg warte vermutlich ein „ähnliches Spiel“ wie gegen Brügge.

So will BVB-Trainer Favre gegen extrem defensive Teams spielen lassen

BVB-Kapitän Marco Reus (l.) erwartet gegen Freiburg ein ähnliches Spiel wie gegen Brügge. © dpa

Eine besonders schöne Vorstellung ist das nicht. Nicht für die Spieler, nicht für die Fans, nicht für Fußballliebhaber. Denn dieses Spiel gegen Brügge war beileibe nichts aus der Feinkostabteilung gewesen. Das lag zum großen Teil am Gegner, der lieber mit dem Hackebeil zwischen den Zähnen 30 Meter vor dem eigenen Tor verteidigte, als mit feiner Klinge nach vorne zu agieren. Es lag aber auch am BVB, der gegen diese tief stehende Belgier kein Mittel fand, um irgendwen unter den 66.099 Zuschauern mal mit der Zunge schnalzen zu lassen.

Klare Idee entwickelt

930 Pässe brachte der BVB erfolgreich an den Mann, das war der zweithöchste Wert, der in der Champions League seit Beginn der Datenerfassung 2003 gemessen wurde. Das große Problem war, dass nur zwei dieser 930 Pässe wirklich für Gefahr sorgten. Einmal tauchte Christian Pulisic frei vor dem Gästetor auf, einmal Reus. Solche Tage gibt‘s halt auch.

Lucien Favre hatte das freilich ebenfalls gesehen - und am Donnerstag schon eine klare Idee entwickelt, wie es gegen Freiburg besser klappen sollte. „Brügge hatte viel zu viel Zeit zum Verteidigen“, meinte der BVB-Trainer, dem nicht entgangen ist, dass viele Gegner gegen Borussia Dortmund auf ein defensiveres System setzen und keinen gesteigerten Wert auf ein attraktives Fußballspiel legen.

„Müssen den Gegner müde spielen“

Der Lösungsansatz des Schweizers: „Wir müssen schneller spielen, schneller sehen und die Pässe müssen schärfer und genauer kommen. Wir müssen den Gegner müde spielen, sie dazu zwingen, ohne Ende zu verschieben. Vor allem brauchen wir aber mehr Präzision und die richtige Bewegung im richtigen Moment.“ Das klingt zwar nicht unbedingt nach einem Plan B oder Plan C, sondern eher nach einem funktionierenden Plan A - aber auf jeden Fall nach besserem Fußball als am Mittwoch.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Borussia Dortmund

Vom BVB-Senkrechtstarter zum Bankdrücker - eine schwierige Saison für Jacob Bruun Larsen

Meistgelesen