So reicht es nicht! BVB-Profis müssen andere Geisteshaltung an den Tag legen

dzKommentar

Der BVB verspielt die nächste Führung. Ob es nun an Mentalität, Gier, Einstellung oder Siegeswille fehlt, ist eigentlich egal. Unter dem Strich steht: So reicht es nicht. Tobias Jöhren kommentiert.

Dortmund

, 28.09.2019, 21:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein 2:2 gegen Eintracht Frankfurt, ein 2:2 gegen Werder Bremen: Borussia Dortmund leistet sich früh in der Saison unnötige Punktverluste. Die Bilanz nach sechs Spieltagen fällt ernüchternd aus: Platz sieben in der Tabelle, elf von 18 möglichen Punkten und schon neun Gegentore. In den vergangenen fünf Pflichtspielen gelang dem BVB nur ein Sieg - und die bittere Erkenntnis aus Dortmunder Sicht ist, dass es deutlich mehr hätten sein müssen. Beim 0:0 gegen den FC Barcelona scheiterten die Schwarzgelben an Torhüter Marc-Andre ter Stegen, gegen Frankfurt und Bremen scheiterte die Mannschaft an sich selbst.

Roman Bürki monierte am Samstagabend, der BVB habe „nicht wie Männer“ Fußball gespielt. „Es sieht alles schön aus, aber der Killerinstinkt fehlt.“ Das war sehr deutlich - und traf den Kern des Problems ganz gut. Borussia Dortmund schafft es derzeit nicht, wankenden Gegnern den entscheidenden Stoß zu versetzen, entscheidende Tore nachzulegen, den Sack zuzumachen, wie es so schön heißt.

Der BVB tritt nicht wie eine Spitzenmannschaft auf

Ob das nun ein Mentalitätsproblem ist oder andere Gründe hat, muss am Ende Lucien Favre entscheiden und entsprechende Lösungen präsentieren. Fakt ist, das haben die Verantwortlichen längst erkannt, dass der BVB bislang nicht konstant wie eine Spitzenmannschaft auftritt. Die Weiterentwicklung des weiterentwickelten Kaders stockt. Hinten ist der BVB zu anfällig, vorne ist er zu inkonsequent - so reicht es nicht. Nicht für Siege in der Bundesliga, auf keinen Fall für die Deutsche Meisterschaft.

Die gute Nachricht ist, dass freilich noch nichts verloren ist. Aber der BVB benötigt zügig Erfolgserlebnisse, um aus der Ergebniskrise keine ausgewachsene sportliche Krise werden zu lassen. In Prag und in Freiburg warten noch zwei Auswärtsspiele vor der Länderspielpause im Oktober, die gewiss nicht dankbar sind, aber trotzdem als Pflichtsiege angesehen werden müssen.

BVB bewegt sich auf einem schmalen Grat

Für kurzfristigen Erfolg werden die BVB-Profis eine andere Geisteshaltung an den Tag legen müssen - und es hat zunehmend den Anschein, dass dieser Schritt aus der Mannschaft selbst kommen muss, weil der Trainer andere Schwerpunkte setzt. Der Grat zwischen Balance und Geduld im Spiel hin zu Selbstgefälligkeit und Lethargie auf dem Platz ist augenscheinlich ein schmaler.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Borussia Dortmund

BVB-Neuzugang Mateu Morey im Exklusiv-Interview: Es gibt keine Garantie, dass es klappt

Hellweger Anzeiger Borussia Dortmund

Darum hat sich Mateu Morey für den BVB entschieden - und gegen den FC Bayern München