So erklärt BVB-Sportdirektor Michael Zorc Abdou Diallos Wechsel nach Paris

dzBorussia Dortmund

Abdou Diallo wechselt nach Paris. Das ist keine Überraschung mehr. Die Entscheidung des BVB, von den vielen Abwehrspielern ausgerechnet Vielspieler Diallo ziehen zu lassen, ist es schon.

Seattle

, 16.07.2019, 10:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Ende ging es sehr schnell – sehr schnell vorbei. Abdou Diallo spielt in der kommenden Saison für den französischen Serien-Meister Paris Saint-Germain. Borussia Dortmund kassiert für den Defensivmann, der erst vor einem Jahr für 28 Millionen Euro vom 1. FSV Mainz 05 zum BVB wechselte, 32 Millionen Euro. Zwei Millionen Euro Nachschlag können noch oben drauf kommen.

Zorc bestätigt den Wechsel auf der USA-Reise

BVB-Sportdirektor Michael Zorc hat den Wechsel auf der USA-Reise der Schwarzgelben gegenüber einer kleinen Journalistenrunde bestätigt. Die offizielle Verkündung des Transfers folgte um 17.15 Uhr. Diallo unterschreibt in Paris einen Fünfjahresvertrag.

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Spätestens seit Sonntagabend ist das keine wirkliche Überraschung mehr. Dass von den vielen Abwehrspielen, die Borussia Dortmund im Kader hat, ausgerechnet Vielspieler Diallo nach nur einem Jahr seine Zelte im Ruhrgebiet wieder abbricht, ist es auf den ersten Blick allerdings schon. Denn es gibt durchaus Kandidaten in der BVB-Verteidigung, die sich wegen mangelnder sportlicher Perspektive größere Sorgen über ihre Einsatzzeiten machen müssten.

Hummels und Schulz schwächten Diallos Position beim BVB

Sicherlich wäre es auch für Diallo in Dortmund deutlich komplizierter geworden nach den Verpflichtungen von Mats Hummels fürs Abwehrzentrum und Nico Schulz für die Position hinten links. Und nicht ohne Grund hatte der 23-Jährige unlängst in einem Interview mit der französischen „L’Equipe“ erklärt, dass Paris Saint-Germain, gerade für ihn als jungen Franzosen, ein „schönes Projekt“ sei und dass er lieber in der Innenverteidigung als auf der Linksverteidiger-Position spielen wolle, wie er es über weite Strecken der vergangenen Rückrunde getan hatte.

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„Es ist frustrierend“, sagte er, „weil man die großen Spiele auf einer Position spielen will, auf der man am besten agieren kann. Ein paar Spiele auf den Flügel sind okay. Aber über mehrere Saisons hinweg ist dies nicht mein Projekt.“ Außerdem müsse er Hummels als „ernsthaften Konkurrenten“ betrachten. „Wir müssen sehen, ob die Vision noch die gleiche ist. Und sobald wir alle auf der gleichen Wellenlänge sind, treffen wir eine Entscheidung. Ich warte darauf, zu sehen, zu hören, was die Leute zu mir zu sagen haben, was sie von mir denken.“

Diallo verpasste nur sieben Spiele der abgelaufenen Saison

Das Gespräch scheint nicht besonders toll gelaufen zu sein. Und trotzdem: Diallo war immerhin Stammspieler in der vergangenen Saison, bestritt 38 Pflichtspiele, nur in sieben Partien stand er nicht auf dem Feld. Solche Zahlen können die Wenigsten vorweisen bei Schwarzgelb. Ein bisschen mehr Vertrauen in die eigene Stärke wäre nicht vermessen gewesen – und irgendwie überwiegt das Gefühl, dass das Wort Flucht nicht gänzlich falsch gewählt ist, wenn man auf Diallos kurzes Intermezzo beim BVB blickt.

So erklärt BVB-Sportdirektor Michael Zorc Abdou Diallos Wechsel nach Paris

Abdou Diallo sah seine Spielzeit in der Innenverteidiung beim BVB weiter schwinden. © imago

Diallo zieht also weiter. Nach nur einem Jahr, obwohl er eigentlich für fünf Jahre unterschrieben hatte. Und der BVB lässt ihn ziehen. Fast schon auffällig wehrlos und – gemessen an anderen Transfers der jüngeren Geschichte – mit einem vergleichsweise geringen wirtschaftlichen Ertrag in puncto Transfererlös. Wieso eigentlich?

BVB hatte offenbar seine Zweifel an Diallo

Zorc hat eine einfache Erklärung. „Das hat sich so ergeben“, sagt er auf Nachfrage dieser Redaktion, „Abdou hat für sich entschieden, dass er eine andere Herausforderung annehmen möchte und für uns hat es wirtschaftlich gepasst. Deshalb haben wir dem Wechsel zugestimmt.“

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Manchmal ist es eben ganz einfach – selbst auf dem verrückten Transfer-Basar. Der Glaube daran, dass Diallo beim BVB nach einer ordentlichen bis guten Premierensaison in Dortmund ein besseres zweites Jahr folgen lassen würde, er war offenkundig nicht überdimensioniert bei den Entscheidungsträgern in Schwarzgelb. Und dann darf man eben gehen, wenn das Angebot stimmt. Auch schon nach nur einem Jahr.

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