Eine Knieverletzung setzt BVB-Linksverteidiger Marcel Schmelzer für zehn lange Wochen außer Gefecht. Gegen Monaco gibt der 30-Jährige sein Comeback - in der Rückrunde will er voll angreifen.

Dortmund

, 13.12.2018, 18:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Marcel Schmelzer war erschöpft, aber zufrieden. Die Belastung war ungewohnt. 90 Minuten Fußball - und dann auch noch Champions League. Lange her. „Es war ein schönes Gefühl, wieder auf dem Platz zu stehen“, erklärte der 30 Jahre alte Linksverteidiger nach seinem Comeback beim 2:0 des BVB in Monaco am Dienstagabend, „am Ende war ich sehr müde, aber so ist es nun mal. Keine Reha kann ein Training ersetzen, kein Training kann ein Spiel ersetzen. Es war gut, dass ich durchspielen konnte.“

14 Pflichtspiele verpasst

Das letzte Mal, dass Schmelzer hatte durchspielen können - das war am 26. September. Beim 7:0 gegen den 1. FC Nürnberg, als der BVB endgültig zum Sturmlauf in der Bundesliga ansetzte, stand der ehemalige Kapitän des BVB in der Startelf. So, wie in allen sieben Pflichtspielen zu Saisonbeginn. Dann stoppte ihn ein Knochenödem im Knie. Schmelzer verpasste 14 Pflichtspiele - und sah von der Tribüne aus zu, wie der BVB durch die Liga marschierte, im Pokal eine Runde weiter kam und in der Champions League das Achtelfinale perfekt machte.

Es sei bitter gewesen, meinte Schmelzer, dass er sich ausgerechnet in einer Phase verletzt habe, in der es für ihn gut lief. „Trotzdem war es natürlich top, dass die Jungs weiter erfolgreich gespielt haben.“ Er habe auch wegen des Erfolgs der Mannschaft die nötige Zeit und Geduld für die Reha aufbringen können. „Das war in der Vergangenheit nicht immer so, dass ich Verletzungen komplett auskurieren konnte und mit einem richtig guten Gefühl zurück auf den Platz kehren konnte.“

Kaum Grundlagen für eine stabile Form

Das beste Beispiel dafür hatte bereits das Derby gegen Schalke am vergangenen Samstag geliefert. Das Spiel käme als erster Wettkampf zu früh, hatte Schmelzer im Vorfeld der Partie erklärt, auch wenn er keine Schmerzen mehr habe und die ganze Woche mit der Mannschaft trainiert habe. Es waren Sätze, die er in der Vorsaison so wohl nie gesagt hätte.

„Das war vielleicht mein schlechtestes Jahr, seitdem ich in Dortmund bin.“
Marcel Schmelzer über die Saison 17/18

Denn in der vergangenen Spielzeit musste Schmelzer, damals noch Kapitän, eigentlich immer spielen, sobald er schmerzfrei laufen konnte, obwohl er verletzungsbedingt weder in der Sommervorbereitung noch in der Wintervorbereitung wirklich Grundlagen für eine stabile Form hatte legen können. Erst spielte er unter Peter Bosz, dann lange unter Peter Stöger. Egal, wie sein Fitnesszustand war. Es klappte oft nicht wirklich gut. Der gebürtige Magdeburger patzte folgenschwer beim 0:2 auf Schalke, das war der Tiefpunkt. Danach spielte Manuel Akanji hinten links - und Schmelzer entschied sich dafür, das Kapitänsamt zum Saisonende niederzulegen. Fazit: „Das war vielleicht mein schlechtestes Jahr, seitdem ich in Dortmund bin.“

Die schwere Zeit ist abhakt. Und Schmelzer möchte auch nicht mehr so gerne darüber reden. „Wir haben jetzt oft genug darüber gesprochen“, sagt er, „wir haben schon fast wieder Winterpause, deswegen können wir die vergangene Saison langsam ruhen lassen. Wir genießen den Moment. Jetzt dürfen wir uns freuen, letzte Saison haben wir gelitten.“

Konkurrenzkampf ist noch größer geworden

Schmelzers Blick geht nach vorne. Er sagt: „Mir ist schon klar, dass der Konkurrenzkampf durch die guten Ergebnisse der vergangenen Wochen noch größer geworden ist.“ Achraf Hakimi hat seine Chance während Schmelzers Verletzungspause eindrucksvoll genutzt und ist kaum noch wegzudenken aus der ersten Elf. Lukasz Piszczek liefert hinten rechts konstant gute Leistungen ab und ist zudem Vize-Kapitän. Doch Schmelzer ist lange genug dabei, um zu wissen, dass jeder Spieler wichtig ist.

Schmelzer meldet sich beim BVB nach zehn langen Wochen zurück

Spätestens in der Rückrunde will der Ex-Kapitän wieder voll angreifen. © Groeger

Noch drei Partien stehen bis Weihnachten auf dem Programm. Danach wartet das Trainingslager in Marbella. Spätestens in der spanischen Sonne bekommt Schmelzer die Chance, seinen Stammplatz zurückzuerobern. Einen ersten Schritt dorthin ist er in bereits in Monaco gegangen. Schmelzer spielte so, als habe ihn die Verletzungspause nicht wirklich zurückgeworfen. Es war ein sehr gelungenes Comeback. Favre hat hinten links ab sofort wieder eine Option mehr.

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