Sancho sorgt für BVB-Frust bei ManU - Dembele könnte ihn vergrößern

Borussia Dortmund

Bei Manchester United wird der Ärger über den BVB mit jedem Jahr größer. Der geplatzte Deal mit Jadon Sancho sorgt für Frust. Ausgerechnet Ousmane Dembele könnte den noch vergrößern.

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, 12.08.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Profi Jadon Sancho sorgt für Frust bei Manchester United.

BVB-Profi Jadon Sancho sorgt für Frust bei Manchester United. © Noah Wedel / Kirchner-Media

Als Michael Zorc am Montagnachmittag in Bad Ragaz fast schon süffisant bekannt gab, dass Jadon Sancho auch in der kommenden Saison das Trikot von Borussia Dortmund tragen würde, fiel den Fans von Manchester United die Kinnlade herunter. Sie hatten fest mit einer Verpflichtung des jungen Engländers gerechnet, der Wechsel schien nur eine Frage der Zeit. Der Ärger der United-Fans ist entsprechend groß und anders sind die Reaktionen auf der Insel auch nicht zu interpretieren.

BVB gegen ManU: Geplatzter Sancho-Deal ist nur Spitze des Eisberg

Dabei ist der geplatzte Transfer nur die Spitze des Eisbergs in einer langen Historie zwischen dem BVB und den „Red Devils“. Sportlich betrachtet hat sich vor allem das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League 1997 ins Gedächtnis eingeprägt. Damals klärte Jürgen Kohler auf dem Rücken liegend mit der Fußsohle gegen den zum Einschuss bereiten Eric Cantona auf der Linie. Borussia Dortmund hielt dem Sturmlauf von United stand, zog ins Endspiel von München ein und krönte sich mit dem 3:1 gegen Juventus Turin zum besten Team Europas.

Aber auch abseits des Feldes hatte der BVB immer wieder das bessere Ende für sich. Zwar lag der Abgang von Shinji Kagawa im Sommer 2012 unmittelbar nach dem Gewinn des Doubles auf Seiten der Schwarzgelben schwer im Magen, aber er wurde immerhin mit einem Rekorderlös versüßt. Manchester legte damals 16 Millionen Euro für einen Spieler auf den Tisch, der 2010 für nur 350.000 Euro nach Dortmund gewechselt war.

Manchester United und die Fehlgriffe aus Dortmund

Kagawa wollte sich seinen Traum von der Premier League erfüllen, doch so richtig kam er dort nie an. Für nur acht Millionen Euro fand er nach nur zwei Spielzeiten (38 Liga-Spiele, sechs Tore, acht Vorlagen) den Weg zurück an die Strobelallee und spielte dort noch mal viereinhalb Jahre auf einem ordentlichen Niveau.

Ein fast kompletter Fehlgriff war für die Engländer auch Henrikh Mkhitaryan, der im Sommer 2016 für das stolze Sümmchen von 42 Millionen Euro aus dem Ruhrpott ins Old Trafford wechselte. Er trug sogar nur eineinhalb Jahre das rote Trikot, bevor es ihn für 34 Millionen Euro zu Arsenal nach London zog. In der Premier League absolvierte der Armenier für United 39 Partien (fünf Tore, sechs Vorlagen), eine überschaubare Bilanz.

Der BVB sticht Manchester United auf dem Transfermarkt aus

Zuletzt waren es dann versäumte Transfers, die in Manchester für Frust sorgten. Axel Witsel stand 2018 auf der Wunschliste des englischen Rekordmeister relativ weit oben. Der Belgier entschied sich aber für ein Engagement beim BVB. Genauso wie Erling Haaland, den sein norwegischer Landsmann und United-Trainer Ole Gunnar Solskjær nur allzu gerne in seinem Kader gesehen hätte. Manchester galt neben RB Leipzig im Winter lange als härtester Konkurrent, was die Verpflichtung des Stürmers angeht. Doch auch er landete in Dortmund.

Gleiches gilt für Jude Bellingham, der lieber den Schritt ins Ausland wagte, als in seiner Heimat durchzustarten. United musste wieder in den sauren Apfel beißen und dem BVB den Vortritt lassen. Es droht sogar ein schwarzgelbes Horrorszenario aus Sicht der Engländer, sollte Ousmane Dembele als Alternative für Sancho verpflichtet werden. Laut ESPN steht der Franzose des FC Barcelona auf der Liste möglicher Kandidaten ganz weit oben. Und an ihm besitzt die Borussia eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von gut 22 Millionen Euro.

Sancho wechselt nicht zu ManU, BVB könnte trotzdem kassieren

Sancho, der durch seinen Werdegang junge englische Spieler wie Jude Bellingham beeinflusst, macht mit seinem Verbleib nun also eine Reihe von unrühmlichen Geschichten für die Engländer perfekt und könnte durch den potenziellen Dembele-Deal sogar Geld in die Kasse spülen, ohne den Klub zu verlassen. Da passt es so gar nicht ins Bild, dass in der vereinseigenen Hymne von „Glory, Glory, Man United“ gesungen wird. Denn mit Ruhm kann sich der Verein nicht bekleckern, sobald Borussia Dortmund ins Spiel kommt.

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Mit Ruhm auf dem Feld bekleckern können sich hingegen die Profis des BVB am Mittwoch. Um 17 Uhr (hier live im TV und bei uns im Live-Ticker) steht das erste Testspiel im Rahmen des Trainingslagers in Bad Ragaz an. Gegen den SCR Altach wird nicht nur Jadon Sancho sein Können beweisen dürfen. Einer spielt allerdings definitiv nicht: Toptalent Youssoufa Moukoko. Derweil berichten die Kollegen von Ruhr24.de von einem verdächtigen Sancho-Jubel, der Wechselgerüchte rund um Memphis Depay anheizt.

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