Sancho könnte Rekordtransfer werden - BVB plant maßvolleren Umgang mit seinen Kräften

dzBorussia Dortmund

Es gehört nicht viel Phantasie dazu, in Jadon Sancho den nächsten Rekordverkauf des BVB zu sehen. Doch erst einmal geht der Engländer in eine für seine Karriere richtungsweisende Saison mit dem BVB.

Dortmund

, 07.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Jadon Sancho hat sich rar gemacht in den sozialen Netzwerken in der Sommerpause. Nach dem Halbfinal-Aus mit England in der Nations League gegen die Niederlande war der Prestige-Erfolg gegen die Schweiz im kleinen Finale ein schwacher Trost.

Danach ging es für den Vielspieler der Borussia endlich in den Urlaub. Ein Bild beim Surfen am Strand von Ibiza, viel mehr gab der vielversprechendste Jungprofi der Insel nicht von seinen privaten Sommer-Aktivitäten preis.

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Natürlich gab es aber immerhin ein kleines Video, das ihn in der vergangenen Woche bei einem Workout zeigte. Sancho steckt schon wieder in der individuellen Vorbereitung. Mit Privattrainer, wie das viele Profis heutzutage so machen.

Immer wieder wilde Spekulationen über Rekordablöse für Jadon Sancho

Etliche Schlagzeilen prägten die vergangene Saison des 19-Jährigen. Huldigungen seiner sportlich zumeist herausragenden Leistungen, aber auch Spekulationen über Rekordablösen, die nach Abschluss der Serie aus England an den BVB herangetragen werden würden, gehörten zu einer Spielzeit, in der er sportlich durch die Decke schoss.

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Parallel zu Meldungen über immer wahnwitzigere Summen, die die Top-Klubs aus der Premier League für ihn auf einem Festgeldkonto horten würden, musste Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc beinahe im Wochenrhythmus betonen, dass der Spieler „auf jeden Fall“ die kommende Saison bei der Borussia spielen würde.

Gemeinsame Entscheidung für weiteres Jahr beim BVB

So oft, wie Zorc dies in eine Kamera erklärte, so verwundert wurden seine Aussagen jedes Mal aufs Neue aufgenommen. Richtig ernst genommen wurden sie offensichtlich nicht.

Sancho könnte Rekordtransfer werden - BVB plant maßvolleren Umgang mit seinen Kräften

Englands Rekordtorschütze hat Jadon Sancho geraten, noch eine Saison beim BVB zu bleiben. © dpa

Auch bis zu Wayne Rooney hat sich wohl noch nicht rumgesprochen, dass Borussia Dortmund gar nicht willens ist, diesen Rohdiamanten in diesem Sommer zu veräußern. Dass es eine gemeinsame Entscheidung mit dem Spieler ist, ein weiteres Jahr in Dortmund zu bleiben, hat die Spekulationen auch nicht eindämmen können.

Rooney rät Sancho zum Verbleib in Dortmund

Rooney empfahl Sancho am Sonntag immerhin einen Verbleib beim BVB für die nächste Saison. Dort sei er gut aufgehoben, sagte der ehemalige englische Nationalspieler der „Bild am Sonntag“. Sancho müsse sich „die Frage stellen, ob er die Spielzeit und Wertschätzung, die er beim BVB hat, auch woanders garantiert bekommt.“

Nach einer Saison, in der er durch die Decke schoss und in 43 Pflichtspielen 32 Torbeteiligungen sammelte, ist es kein Wunder, dass sich die finanzkräftigsten Klubs Europas schon jetzt in Position bringen. Sollte Sancho, wie alle erwarten, in einem Jahr tatsächlich auf den Markt kommen und von Borussia Dortmund nicht mehr zu halten sein, wird wohl weitaus mehr an Schmerzensgeld fällig als die 100 Millionen Euro, mit der das Portal „transfermarkt.de“ seinen Marktwert aktuell beziffert. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, nach dem Verkauf von Ousmane Dembélé für 140 Mio. Euro einen nächsten Transferrekord für den BVB vorherzusagen.

BVB plant maßvolleren Umgang mit Sanchos Kräften

Ob es dazu kommt, wird ein Stück weit allerdings davon abhängen, wie Sanchos zweite „richtige“ Saison bei den Profis verläuft. Lucien Favre wollte im abgelaufenen Spieljahr nur unter Schmerzandrohung auf ihn verzichten, daran sollte sich zumindest in Ansätzen in der neuen Saison etwas ändern. Ein behutsamer Umgang mit Sanchos Kräften ist angeraten – das hat die abgelaufene Saison gezeigt, in der er in der Schlussphase doch einiges von seinem ungestümen Vorwärtsdrang und seiner Unberechenbarkeit einbüßte.

Die BVB-Transferoffensive im vorderen Bereich durch die Verpflichtungen von Thorgan Hazard und Julian Brandt ist auch die Folge der Erkenntnis, dass ein maßvoller Umgang mit Jadon Sanchos Kräften angeraten ist.

Sancho pulverisiert Altersrekorde im Wochenrhythmus

Sancho hat in vielen Bereichen Maßstäbe gesetzt. Knapp 30 Sprints und 36 schnelle Läufe pro Partie sind ebenso Bestmarken für einen Spieler seines Alters wie die Zahl seiner Torbeteiligungen. Er hat Altersrekorde im Wochenrhythmus pulverisiert. Mit einer Leichtigkeit, die die Scouts und Manager verzückt hat.

Dies gilt es nun zu bestätigen, er hat die Messlatte dabei selbst ziemlich hoch gelegt. Am Mittwoch steigt Jadon Sancho wie die meisten anderen Nationalspieler der Borussia ins Training ein. Gut vier Wochen wird seine Vorbereitung nur dauern inklusive zweiter Trainingslager und einer anstrengenden Werbereise in die USA.

Richtungsweisende Saison für Jadon Sancho

Sancho steht vor einer Saison, die richtungsweisend sein könnte für seinen weiteren Karriereweg. Sein BVB-Vertrag läuft noch bis 2022, dennoch steht in einem Jahr die Entscheidung an, ob dann der Zeitpunkt richtig ist für den nächsten Schritt – und die Rückkehr auf die Insel, in seine Heimat.

Borussia Dortmund hat sich mit dem Transfer von Julian Brandt auf dieses mögliche Szenario schon vorbereitet und richtet auch weitere Personalplanungen schon jetzt darauf aus. Die finanzielle Entschädigung bei einem Verkauf Sanchos würde dem Klub zudem weiteren, großen Handlungsspielraum verschaffen.

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