Sammer und der Zug-Vergleich: BVB erlebt historisches Hertha-Debakel

Zeitspiel

Borussia Dortmund erlebt im Mai 2004 ein historisches Debakel bei Hertha BSC. Sebastian Kehl trifft ins eigene Tor, Matthias Sammer wählt einen skurrilen Vergleich. Unser Zeitspiel.

Dortmund

, 21.11.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nachdenklich auf der BVB-Bank: Matthias Sammer (l.) und Uwe Neuhaus.

Nachdenklich auf der BVB-Bank: Matthias Sammer (l.) und Uwe Neuhaus. © imago / Camera 4

Finanziell steckte der BVB 2004 in der heftigsten Krise seiner Vereinsgeschichte - und sportlich lief es ähnlich unbefriedigend. Im Mai unterlag die Mannschaft von Trainer Matthias Sammer mit 2:6 (0:3) bei Hertha BSC und verpasste letztlich die Qualifikation für das europäische Geschäft.

BVB-Trainer Matthias Sammer: „Heute der Depp, morgen der Held“

Nach der Berlin-Blamage gaben sich die Dortmunder Protagonisten zwar noch optimistisch, stellvertretend sei an dieser Stelle Coach Sammer genannt, der trotzig betonte: „Fußball ist ein Tagesgeschäft. Heute ist man der Depp, morgen kann man wieder der Held sein.“ Im Nachgang muss allerdings resümiert werden: Eine selbsterfüllende Prophezeiung waren diese Sätze nicht.

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Und darüber hinaus kassierte die Borussia eben dieses heftige 2:6 - eine für den BVB historische Bundesliga-Pleite, die letztmals in der Saison 90/19 mit einem 0:7 beim VfB Stuttgart überboten worden war. Schon nach 19 Minuten lagen die Dortmunder in Berlin 0:2 zurück. Sammer zeterte deshalb im Anschluss: „Wenn ich weiß, dass der Zug um 15.30 Uhr abfährt, kann ich nicht erst um 15.45 Uhr kommen.“

BVB-Spieler Sebastian Kehl trifft ins eigene Tor

Sebastian Kehl hatte den Torreigen eröffnet - unfreiwillig per Eigentor. Herthas Hoffnungsträger Marcelinho erhöhte, danach trugen sich noch Fredi Bobic, Artur Wichniarek, Andreas „Zecke“ Neuendorf“ und Rafael in die Berliner Torschützenliste ein. Der eingewechselte Dortmunder Ewerthon betrieb mit seinen Treffern zum 1:3 und 2:4 nur Ergebniskosmetik.

In der Kritik: BVB-Torhüter Guillaume Warmuz (l.).

In der Kritik: BVB-Torhüter Guillaume Warmuz (l.). © imago / Höhne

Stattdessen stand im Anschluss die Fehleraufarbeitung auf dem Programm. Im Fokus: Torwart Guillaume Warmuz, der ein ums andere Mal danebengriff, sodass die BVB-Fans zürnten und spotteten, keine Nummer eins, sondern eher zwei Ersatztorhüter im Kader zu haben: Warmuz und den damals 23-jährigen Roman Weidenfeller.

Heftige Kritik an BVB-Torhüter Guillaume Warmuz

Nichtsdestotrotz legte Weidenfeller beim BVB eine herausragende Karriere hin. Und: Die sechs Hertha-Treffer kassierte er an diesem 8. Mai nicht höchstpersönlich, blieb also von der ganz heftigen Kritik verschont. Die prasselte natürlich auf Warmuz ein. Am 32. Spieltag der Saison 03/04 völlig zurecht.

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