Saisoneröffnung spaltet die Fans: So reagiert der BVB auf die Kritik

dzBorussia Dortmund

35.000 Fans strömten zur Saisoneröffnung. Vieles war anders in diesem Jahr, die Teamvorstellung fand außerhalb des Stadions statt - vor allem dafür gibt es Kritik. Jetzt bezieht der BVB Stellung.

von Tobias Jöhren, Rebekka Antonia Wölky

Dortmund

, 05.08.2019, 19:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Freude über den Supercup-Sieg bei Borussia Dortmund war groß. Lucien Favre präsentierte den silbernen Pokal voller Stolz auf der Bühne, auch die Mannschaft feierte bei der offiziellen Saisoneröffnung des BVB am Sonntag ausgelassen mit den Fans.

BVB-Fans kritisieren „dürftige Organisation“

35.000 Anhänger in Schwarz und Gelb waren an die Strobelallee geströmt, wo die Saisoneröffnung - anders als in den Vorjahren - außerhalb des Stadions rund um den Signal Iduna Park stattfand. Nicht bei allen Fans stieß das neue Format auf Begeisterung. Vor allem Eltern mit kleinen Kindern übten Kritik. Es sei aufgrund des großen Andrangs vor der extra aufgebauten Bühne einfach zu eng gewesen, so der Tenor - vor allem während der Mannschaftsvorstellung. Thomas van de Kolk, der mit seiner zweieinhalbjährigen Tocher vor Ort war, bemängelt die „dürftige Organisation“.

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Schwarzgelbes Meer beim BVB-Familientag

Der Dress-Code für den BVB-Familientag stand wohl außer Frage. In vorwiegend schwarzgelber Klamotte konnten sich Kinder und Eltern am Wochenende nicht nur mit dem Ball die Zeit vertreiben.
04.08.2019
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Diese zwei Familien sind extra aus Ahaus gekommen, um den Familientag zu feiern und ihre Lieblingsspieler zu sehen. Für Kinder gab es beim Familientag viele Angebote. Besonders die Autogrammstunden mit Maskottchen Emma waren gut besucht. Aber auch vor dem Eingang zum Stadion bildeten sich lange Schlangen. Dort gab es für alle unter 14 Jahren kostenlose Führungen.© Oliver Schaper
35.000 Besucher zählte die Polizei auf dem Gelände kurz bevor um 14 Uhr die Spieler auf die Bühne kamen. Die Vorstellung der Mannschaft war für Viele das Highlight des Tages. Darum wurde es eng auf der Strobelallee. Damit trotzdem jeder etwas sehen konnte, wurden die Interviews mit den Spielern und Trainern auf großen Bildschirmen gezeigt. © Oliver Schaper
Vater Thorsten trug seinen Sohn Mats auf den Schultern, damit der einen guten Überblick über das schwarzgelbe Treiben hatte. Beide waren bester Laune und freuten sich auf einen schönen, sonnigen Fußball-Ausflug. Die passende Kleidung trugen sie auch: Ein Trikot war an diesem besonderen Tag auch für die jüngsten Fans ein Muss. © Oliver Schaper
Nach dem langen Stehen vor der Bühne konnten Kinder sich austoben und - vielleicht schon als Nachwuchstalente - selbst ihr fußballerisches Können unter Beweis stellen. Dabei lieferten sie sich schon Zweikämpfe wie die Profis. Passend zum BVB war natürlich auch der Ball schwarzgelb. Eltern und Großeltern feuerten ihre kleinen Fußballer vom Rand aus an. © Oliver Schaper
Ganz klassisch fehlte auch ein Karussell mit Flugzeugen und Feuerwehrautos auf dem Fest nicht. Erwachsene durften allerdings nicht mitfahren. Auch einen Parcours mit Hindernissen überwinden mussten, konnten die Kinder durchlaufen. Alle, die es lieber ruhig mochten, durften Jutebeutel bemalen. Das beliebteste Motiv: natürlich das BVB-Logo. © Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper
So war es beim BVB-Familientag.© Oliver Schaper

Michael Pantke kritisiert via Facebook: „Schade, dass so ein schönes Familienfest so unprofessionell umgebaut wurde. Nur Gedränge und für Kinder nicht geeignet. Sehr verwunderlich, dass es mit den Sicherheitsvorgaben vereinbar war. So ist es nicht mehr attraktiv für Familien, die bei der Mannschaftsvorstellung dabei sein wollen.“ Und Nadja Kleyböcker schreibt, sie hoffe, dass die Saisoneröffnung nächstes Jahr wieder im Stadion stattfinde, weil es in diesem Jahr für Kinder eine „Zumutung“ gewesen sei.

Alternative außerhalb des Stadions

Borussia Dortmund reagierte am Montag auf die Kritik. BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer sagte im Gespräch mit dieser Redaktion: „Wir hatten aufgrund der aufwendigen Auf- und Abbauarbeiten rund um den Supercup nicht die Möglichkeit, die Saisoneröffnung im Stadion stattfinden zu lassen.“ Daher habe man sich für die Alternative außerhalb des Stadions entschieden und dafür bislang deutlich mehr Zuspruch als Kritik von den Fans erhalten, erklärte Cramer weiter. Auch die Mannschaft habe den Auftritt auf der Bühne sehr genossen.

Saisoneröffnung spaltet die Fans: So reagiert der BVB auf die Kritik

BVB-Geschäftsführer Carsten Cramer sagt: „Wir werden das Feedback in Ruhe auf uns wirken lassen und dann entscheiden, wie die Saisoneröffnung im nächsten Jahr aussehen wird.“ © Groeger

Trotzdem nehme man die Kritik sehr ernst, sagte Cramer. „Es ist tatsächlich nicht so einfach, weil der BVB so viele Leute anzieht. Wir werden das Feedback in Ruhe auf uns wirken lassen und dann entscheiden, wie die Saisoneröffnung im nächsten Jahr aussehen wird.“

BVB-Verantwortliche sind „komplett ergebnisoffen“

Es sei schwierig, eine Veranstaltung so auf die Beine zu stellen, dass alle Fans davon begeistert seien. „Im Stadion sagen manche, die Mannschaft sei viel zu weit weg, jetzt sagen manche, dass zu wenige Leute nah an die Mannschaft rangekommen sind.“ Der BVB werde weiter überlegen, wie er die Saisoneröffnung noch besser organisieren und durchführen könne, sagte Cramer. „Da sind wir komplett ergebnisoffen. Ich befürchte allerdings, dass es uns nie gelingen wird, 100 Prozent der Leute zufriedenzustellen.“

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