Am Samstag feierten die U23 von Borussia Dortmund den ersten Platz in der Regionalliga West. © Thomas Bielefeld
BVB-U23

RW Essen zum BVB-Einspruch: „Jeder andere Vereinsvorstand hätte genau so gehandelt“

Der Aufstieg von Borussia Dortmunds U23 ist immer noch nicht offiziell. Gegen das Urteil des Westdeutschen Fußball-Verbandes kann Bergisch Gladbach noch in Revision gehen.

Noch ist der Aufstieg von Borussia Dortmunds Reserve nicht offiziell. Zwar hat der Westdeutsche Fußball-Verband am Mittwoch den Einspruch vom SV Bergisch Gladbach in erster Instanz abgewiesen sowie Rot-Weiss Essen seinen Einspruch aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten zurückgezogen, doch Bergisch Gladbach kann bis zum Samstag noch in Revision gehen.

Ob es denn überhaupt so weit kommt, wollte der Verein, der als sportlicher Absteiger der Regionalliga West feststeht, noch nicht bekanntgeben. „Wir müssen abwarten und besprechen“, sagt der Präsident Rolf Menzel. Zuerst ginge es darum, sich mit dem Urteil des WDFV weiter auseinanderzusetzen und im Anschluss die Beratung des Anwalts abzuwarten. In einer Vorstandssitzung soll dann am Freitagnachmittag über die endgültige Entscheidung beraten werden.

„Wir unterstellen dem BVB keine böse Absicht. Wirklich nicht“, beteuert Menzel. „Wenn aber gegen eine Regel, womöglich auch unabsichtlich, verstoßen wird, müssen wir das überprüfen lassen“, sagt Menzel. Für den Verein geht es in dem Fall ja um den Klassenverbleib, so Menzel. Der Klub plane nun erstmal zweigleisig.

„Das Urteil akzeptieren wir“

Rot-Weiss Essen bereitet sich derweil für eine weitere Saison in der Regionalliga West vor. Das kündigte Vorstand Marcus Uhlig am Mittwochabend nach der Sitzung an. Optimismus, das eine Revision Bergisch Gladbachs noch Erfolg hätte, ist in Essen nicht vorhanden. RWE hatte seinen Einspruch zurückgezogen. Uhlig selbst wollte sich zum Urteil nicht mehr groß äußern, sagte am Donnerstag lediglich: „Das Urteil akzeptieren wir. Wir mussten alles machen. Nach meiner Ansicht und dem Urteil hätte jeder andere Vereinsvorstand genau so gehandelt. Es geht ja um den Aufstieg in die 3. Liga.“

Und bei dem Einspruch ging es vor allem um die Spielberechtigungsliste. Im Laufe des Verfahrens am Mittwoch kam heraus, dass Borussia Dortmund diese von 57 Spielern Ende April erst auf 24 reduzierte, im Anschluss auf 22. Alles in einem legalen Rahmen.

„Das ist eine Ungleichheit der Waffen. 57 Spieler sind auf der Liste und gefühlt der halbe Bundesliga-Kader des BVB“, sagt Uhlig dazu. Er würde sich wünschen, dass der Paragraph dazu noch mal reflektiert werden würde. Menze, Präsident von Bergisch Gladbach, vertritt eine ähnliche Ansicht: „Es ist für uns als Verein nicht nachvollziehbar. Das sind Möglichkeiten, die ein Bundesligist hat, die sind gigantisch. Nur diese Zahl 57 macht das deutlich.“

Bis Samstag eine erste Gewissheit für den BVB

Borussia Dortmunds Verantwortliche wollten sich am Mittwochabend nicht weiter zu der Thematik äußern, solange das Verfahren noch läuft. Bis Samstag wird es aber eine Entscheidung geben. Entweder geht der Prozess weiter, wenn Bergisch Gladbach sich für die Revision entscheidet, oder Borussia Dortmund hat die Gewissheit, den Aufstieg in die 3. Liga geschafft haben.

Denn klar ist bereits seit vergangenem Wochenende die sportliche Komponente der Regionalliga West: Dort hatte Borussia Dortmunds U23 mit dem 2:1-Sieg gegen den Wuppertaler SV geschafft und sich sportlich den ersten Platz des Tableaus gesichert.

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David Nicolas Döring
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