Revierderby abgesagt: Das Coronavirus sorgt für einen verrückten BVB-Tag

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund erlebt einen turbulenten Tag. Erst die Vorbereitung auf ein Geisterderby, dann die Absage während des BVB-Abschlusstrainings im Stadion.

Dortmund

, 13.03.2020, 20:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Revierderby abgesagt: Wie der Coronavirus die Liga durcheinander wirbelt

Das Revierderby wurde der Verbreitung des Coronavirus am Freitagnachmittag abgesagt. © Kirchner-Media

Der Freitag, an dem sich die Meldungslage beinahe im Minutentakt verändert und ständig neue Informationen über die Auswirkungen der Corona-Krise für die Fußball-Bundesliga kursieren, erfährt seinen Höhepunkt am Nachmittag um exakt 16.12 Uhr.

Borussia Dortmunds Profimannschaft bereitet sich im Signal Iduna Park auf das 156. Pflichtspielderby gegen den FC Schalke 04 vor. Das ist eigentlich unüblich, denn in der Regel trainiert die Mannschaft im Osten der Stadt am großzügig bemessenen Trainingsgelände im Stadtteil Brackel. Doch was ist schon normal vor diesem geplanten 26. Spieltag, auf den sich so recht niemand freuen will. Weil das Derby, für die Fans immer noch der Höhepunkt des Fußballjahres, am Samstag ohne Zuschauer stattfinden soll.

BVB mit Geisterspiel-Erfahrung - die jetzt nichts mehr nützt

Wie es ist, in einem leeren Stadion zu spielen, hat Borussia Dortmund schon am Mittwoch erfahren, als die Mannschaft in Paris ohne Zuschauer spielen musste. Doch auf die veränderten Umstände im eigenen Stadion, wo die Unterstützung normalerweise besonders laut und intensiv ist, will Lucien Favre seine Mannschaft bestmöglich vorbereiten.

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An der geplanten Durchführung des Spieltags hatte sich im Laufe des Tages reichlich Kritik entzündet. Erst am Vormittag hatte das Präsidium der DFL eine Beschlussvorlage für die Mitgliederversammlung am kommenden Montag verbreitet, nach der der Spielbetrieb bis zum 2. April ausgesetzt werden sollte. Zwei Tage später soll im Signal Iduna Park das Top-Spiel gegen den FC Bayern stattfinden. Der Beginn der Spielpause war jedoch ausdrücklich erst für den kommenden Dienstag vorgesehen, klammerte den aktuellen Spieltag also aus.

Noch vor dieser Bekanntmachung sagte der FC Schalke 04 die geplante Derby-Pressekonferenz mit Trainer David Wagner ab, um 12.35 Uhr lädt auch Borussia Dortmund die Medien für die geplante Fragerunde mit Trainer Lucien Favre später am Tag im Stadion wieder aus. Das Spiel steht jedoch zu diesem Zeitpunkt immer noch auf dem Plan, im Dortmunder Rathaus informieren Stadt und Polizei parallel über das geplante Sicherheitskonzept.

BVB bereitet sich auf Derby vor - dann kommt die DFL zur Vernunft

Die Einheit im Stadion läuft gerade, als die Deutsche Fußball-Liga (DFL) in einer Pressemitteilung dann ihre Entscheidung der Absetzung des 26. Spieltags der 1. und 2. Bundesliga verbreitet. Die Absage ist eine Konsequenz aus dem immer größer werdenden Druck, der von allen Seiten auf den Dachverband einprasselt. Zuvor hatte schon der Bremer Innensenator die Montagspartie von Werder gegen Bayer Leverkusen abgesetzt, Fortuna Düsseldorf und der SC Paderborn, die den Spieltag am Freitagabend einläuten sollten, hatten aufgrund einiger Verdachtsfälle in beiden Teams offiziell eine Absetzung beantragt.

„Angesichts der Dynamik des heutigen Tages“, heißt es in der DFL-Mitteilung, „mit neuen Infektionen und neuen Verdachtsfällen in direktem Zusammenhang mit der Bundesliga und der 2. Bundesliga hat das Präsidium der DFl kurzfristig beschlossen, den (...) Spieltag zu verlegen.“ Zudem bleibt der Antrag auf eine Unterbrechung des Spielbetriebs bis zum 2. April bestehen. Das ist angesichts der sich zuspitzenden Gefährdungs-Lage durch das Coronavirus alternativlos, die Klubs werden ihn auf der Vollversammlung absegnen.

Coronavirus: Finanzielle Belastungen für Bundesliga-Klubs

Die Absage des Spieltags und damit auch die Verlegung des Derbys wird in Fankreisen mit Erleichterung aufgenommen. Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke teilt in einem Statement mit, diese Entscheidung gelte es „zu respektieren, unabhängig davon, dass es sicher auch andere Ansätze gegeben hätte.“ Watzke weist auch auf die möglicherweise großen finanziellen Belastungen für die Bundesliga hin: „Es steht zu hoffen, dass die Klubs in den vergangenen Jahren so viel Substanz gebildet haben, dass alle diese Krise überstehen.“ Eine existenzielle Gefährdung des BVB sei auszuschließen.

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