Obwohl sich Christian Pulisic in Dortmund durchaus wohl fühlt, scheint er an einer Vertragsverlängerung über 2020 hinaus nicht interessiert. Sollte der BVB Christian Pulisic ziehen lassen?

Dortmund

, 20.11.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Kinder träumen von der Premier League, hat BVB-Stürmer Christian Pulisic (20) gesagt. Es gebe keinen Grund, dass er nicht auch eines Tages in England spiele. Wir diskutieren einen Transfer.



Ja, Pulisic darf gehen - eine brüchige Bindung

Von Jürgen Koers

Eine herzliche Umarmung, ein Klaps auf die Schulter, die Trikots getauscht: Nach dem 3:0 der Engländer gegen die USA verabschiedeten sich Borussia Dortmunds Rechtsaußen-Raketen Jadon Sancho (18) und Christian Pulisic freundschaftlich. Man sieht sich beim BVB. Aber wie lange noch?

Im Schatten von Sanchos fantastischem Saisonstart rückt Pulisic leicht in den Hintergrund. Obwohl er in acht von elf Pflichtspielen für den BVB in der Startelf stand und neun Scorerpunkte (4 Tore, 5 Vorlagen) beisteuerte. Sancho spielt derzeit spektakulärer, vielseitiger und zielstrebiger, die Formkurve des US-Amerikaners zeigt seit einem Jahr nicht gerade aufwärts. Einem 20-Jährigen ist das gestattet, kein Thema. Schwieriger wird die Personalie, wenn’s um die Zukunft geht.

Pulisic liebäugelt mit der Premier League - sollte der BVB ihn ziehen lassen?

Trafen in der Länderspielpause aufeinander: Jadon Sancho (l.) und Christian Pulisic. © imago

Im Sommer 2020 läuft sein Vertrag beim BVB aus, an eine vorzeitige Verlängerung denkt Pulisic offensichtlich nicht mehr. Gemäß der Logik des Transfermarktes müsste der BVB ihn im kommenden Sommer veräußern. An Interessenten sollte es nicht mangeln. In England sagt man es dem FC Chelsea nach, Liverpools Trainer Jürgen Klopp war schon zu BVB-Zeiten ein Fan von Pulisic, holte ihn damals früh zum Profitraining dazu.

Seit Februar 2015 spielt „Captain America“ in Dortmund. Und doch scheint die Bindung zwischen dem als eigenwillig geltenden Spieler und dem Klub brüchig zu sein. Pulisic folgt seiner eigenen Agenda. Trotz seiner Bilderbuch-Karriere fehlt die Fantasie, ihn noch lange im BVB-Trikot zu sehen.

Sollte es gute Angebote geben, wird der BVB ihn ziehen lassen. Den Schmerz über das frühe Ende einer für beide Seiten gewinnbringenden Zeit dürfte eine satte Ablöse mildern.

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Sollte der BVB Christian Pulisic ziehen lassen?

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Nein, Pulisic muss bleiben - Glühender Stern

Von Wilco Ruhland

Eine Sternschnuppe zu entdecken ist immer etwas Besonderes. Im allgemeinen Aberglauben bedeutet das ein verheißungsvolles Versprechen für die Zukunft. Ein Versprechen für eine glänzende Zukunft des BVB war auch stets Christian Pulisic. Er war der glühende Stern am Himmel über Dortmund. Rasend schnell – ob auf den Beinen oder der Karriereleiter. Soll sein Stern schon verglühen?

Pulisic liebäugelt mit der Premier League - sollte der BVB ihn ziehen lassen?

Augenscheinlich läuft ihm ein gewisser Jadon Sancho (18) momentan den Rang ab. Pulisic scheint zuletzt nicht ganz auf der Höhe zu sein – dribbelt sich zu oft fest, trifft zu oft die falsche Entscheidung, scheint mit dem Kopf woanders zu sein.

Was man aber nicht vergessen darf: Der schon beinahe erfahrene Hase auf den Außen ist auch erst 20 Jahre alt. Es wäre ein Unding, einem 20-Jährigen keine schwächeren Phasen zu gewähren. Einem 20-Jährigen, der in seinem Heimatland noch nicht einmal Bier trinken darf, aber gleichzeitig schon als der beste US-amerikanische Fußballer überhaupt geadelt wird.

Für ihn persönlich käme ein Wechsel zu früh. Pulisic ist noch zu inkonstant, der Druck vielleicht zu groß. Zu leicht fällt der Vergleich mit Shinji Kagawa oder Mario Götze – nur, dass diese als unumstrittene Stammspieler wechselten.

Und der BVB? Der Klub muss wirtschaftlich denken. An eine saftige Ablösesumme? Vielleicht hätte man mehr davon, seine Position auf dem wachsenden amerikanischen Markt zu stärken – mit der Strahlkraft des Sterns Christian Pulisic und dessen fußballerischen Fähigkeiten.

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