Pro & Contra: Sollte der BVB den Vertrag mit Mario Götze um jeden Preis verlängern?

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Mario Götzes Vertrag bei Borussia Dortmund läuft 2020 aus. Der BVB möchte ihn gerne halten, allerdings zu reduzierten Bezügen. Götze würde auch gerne bleiben, aber nicht auf Gehalt verzichten. Wir diskutieren.

Dortmund

, 24.07.2019, 20:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Gespräche über eine Vertragsverlängerung über den kommenden Sommer hinaus ziehen sich mittlerweile wie Kaugummi. Es geht ums Geld. Götze möchte durchaus in Dortmund bleiben, aber in Zeiten, in denen im Fußball immer mehr Geld im Umlauf ist, nicht auf Gehalt verzichten. Wir diskutieren: Sollte der BVB die Forderungen der Götze-Seite erfüllen?

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Pro: Götze macht den BVB besser - Verlängerung ist Pflicht

Von Florian Groeger

Es war das Thema rund um den Start der vergangenen Saison: Lucien Favre verzichtete in den ersten sechs Bundesliga-Spielen auf Mario Götze. Erst im Heimspiel gegen Augsburg am 6. Oktober kam der Mittelfeldspieler zu seiner Premiere, erzielte beim emotionalen 4:3-Sieg auch direkt einen Treffer.

Götze wurde ein wichtiger Faktor

Götze steigerte sich im Saisonverlauf sukzessive und wurde auf einer für ihn ungewohnten Position im Sturmzentrum ein wichtiger Faktor der Vizemeister-Saison: Sieben Tore und acht Vorlagen können sich sehen lassen. Das verbessert auch seine Position in den Verhandlungen um einen neuen Vertrag über den 30. Juni 2020 hinaus deutlich.

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Götze macht den BVB besser - auch wenn er nicht als unumstrittener Stammspieler in die neue Spielzeit gehen dürfte. Seine Ballsicherheit und Passschärfe verleihen dem Dortmunder Offensivspiele eine gewisse Unberechenbarkeit. Dass er im besten Fußballeralter (27) nun einen finanziell maximal attraktiven Vertrag aushandeln will, ist legitim. Götze weiß um seinen sportlichen Wert für Borussia Dortmund - und umgekehrt.

BVB-Ehe sollte fortgeführt werden

Nicht minder wichtig: Götze befindet sich nach persönlich schwierigen Jahren wieder am richtigen Platz. Er ist in Dortmund zu Hause, hat in der Sommerpause seine langjährige Freundin Ann-Kathrin kirchlich geheiratet. Auch die Ehe mit dem BVB sollte daher in Kürze ausgedehnt werden.

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Contra: Götze verzockt sich - und ist nicht unersetzlich

Von Tobias Jöhren

Geld schlägt Romantik, das gehört zum Fußballgeschäft wie Raketen zur Silvesternacht. Und vielleicht ist das gar nicht so schlimm, vielleicht muss man es einfach nur wissen. Es wäre jedenfalls zu pauschal und ironischerweise zu billig, diesen Fakt bei der Diskussion, ob Borussia Dortmund mit Mario Götze verlängern sollte, plump zu verurteilen und aufgeregt mit der Moralkeule durch die Gegend zu fuchteln. Fußballer-Karrieren sind zeitlich begrenzt, es bleibt eben nicht ewig Zeit, um aus einer Karriere das Maximum rauszuholen. Weder sportlich noch finanziell.

Götze muss eine grundsätzliche Entscheidung treffen

Die Gesetze des Fußballgeschäfts gelten freilich auch für Götze - und trotzdem ist es irgendwie doch anders. Mal wieder anders, weil bei der Betrachtung Götzes so häufig besondere Maßstäbe gelten. Das liegt natürlich an dem WM-Tor 2014, das ihn bis an sein Lebensende begleiten, manchmal vielleicht sogar verfolgen wird, es liegt aber in erster Linie daran, dass Götze so ein talentierter Fußballer ist, der trotz seiner 27 Jahre schon so viel erlebt, gewonnen und durchgemacht hat.

Nun muss Götze abwägen, worauf er bei seinem nächsten Vertrag, der vielleicht sein letzter richtig großer ist, den meisten Wert legt. Umfeld? Geld? Abenteuer? Er kann es nur ganz alleine entscheiden.

Dann muss der BVB einen sauberen Schlussstrich ziehen

Als Außenstehender möchte man ihm dennoch zurufen, dass er nur auf sich, auf sein Herz hören soll, dass er beim BVB, dem Klub, der mit ihm schon durch Dick und durch Dünn gegangen ist, am genau richtigen Ort ist. Dass er, wenn er wirklich der Junge ist, der nur Fußball spielen möchte, wie er so gerne suggeriert, nicht übers Geld nachdenken soll und dass der BVB ihn vermutlich ja auch nicht nur mit Getränkemarken fürs Herdecker Schützenfest bezahlen würde.

Götze sollte mit seiner Entscheidung nicht zu lange warten, ansonsten sollte Borussia Dortmund irgendwann einen sauberen Schlussstrich ziehen. Der Verein hat genug gegeben, jetzt ist Götze am Zug, dem BVB etwas zurückzugeben.

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