Mit dem 3:1 gegen Stuttgart setzt der BVB in der Krise das wichtige Stopp-Signal. Die Tabellenführung ist dennoch futsch, doch das muss im Endspurt kein Nachteil sein. Dirk Krampe kommentiert.

Dortmund

, 09.03.2019, 19:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fünfeinhalb Monate lang thronte Borussia Dortmund an der Spitze der Bundesliga-Tabelle, und mittendrin schien es auch für die Bayern keine Chance zu geben, den BVB von dort zu vertreiben. Die Dortmunder Krise der vergangenen Wochen aber hat die Liga wieder spannend gemacht - und seit Samstag befindet sich die Borussia wieder in der Rolle des Jägers.

Das muss vor den letzten neun Spielen der Saison keine schlechte Ausgangsposition sein, auch wenn es sich in der Verfolgerrolle nicht automatisch einfacher leben lässt und ein Zusammenhang zwischen dem Ausbleiben der Ergebnisse und dem Druck, als Ligaprimus immer liefern zu müssen, so oder so arg konstruiert wirkt. Das war nicht die Ursache, warum es zuletzt für den BVB nicht mehr lief.

Dortmund erzwingt das Glück

Einige Gründe für die ausbleibenden Ergebnisse waren auch beim 3:1 gegen den VfB zu sehen. Die Probleme, einen tief stehenden und defensiv gut organisierten Gegner auszuhebeln und auszuspielen, viel zu einfache Gegentore durch Flanken oder Standards - diese Muster zogen sich mit unschöner Regelmäßigkeit durch die vergangenen Wochen, sie hätten beinahe auch die Partie gegen die Schwaben entscheidend geprägt.

Wie sich der BVB dann gegen das ungerechte 1:1 stemmte, wie die Mannschaft den Sieg förmlich erzwang, das darf positiv stimmen für die kommenden Wochen. Vor 14 Tagen, nach dem 3:2 gegen Bayer Leverkusen, glaubte der BVB schon einmal, das Ende der Durststrecke erreicht zu haben. Die Hoffnung trog, denn danach folgten zwei Niederlagen, unter anderem in Augsburg nach einer Vorstellung, die bedenklich war. Diesmal wollte Dortmund den Dreier unbedingt, diesmal erzwang man das Glück.

Die Bayern spielen beeindruckend stabil

Dass die Bayern beeindruckend stabil ihren Stiefel herunterspielen und derzeit keine Schwäche erkennen lassen, muss daher im Titelrennen nichts bedeuten. Entscheidender ist, dass es der Borussia gelang, die Stopp-Taste zu drücken und eine Partie gegen einen gut organisierten Gegner und bei extrem schwierigen Wetterbedingungen doch noch für sich zu entscheiden.

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Tottenham sollte der Maßstab sein, haben alle Borussen unisono nach dem 0:1 am Dienstag erklärt. Vielleicht aber muss ja Stuttgart der Maßstab sein für die verbleibenden neun Partien. Die Vorahnung scheint nicht unbegründet, dass nicht beim Gipfeltreffen in München die Meisterschaft entschieden werden könnte. Es sind die Spiele im Liga-Alltag, die Stolpersteine, die man davor und danach noch umgehen muss. So wie zum Beispiel am kommenden Samstag in Berlin. Dort muss Borussia Dortmund zeigen, dass eine Leistung wie gegen die Schwaben der Standard ist, den man von dieser Mannschaft Woche für Woche erwarten kann.

Ähnliches gilt übrigens auch für den Rekordmeister. Die Bayern empfangen am kommenden Wochenende Mainz 05. Eigentlich ja eine klare Sache. Eigentlich.

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