Planungssicherheit fehlt! Beim BVB hängt (fast) alles an Jadon Sancho

dzBorussia Dortmund

Borussia Dortmunds Transferplanungen hängen in der Warteschleife fest. Die Planungssicherheit fehlt. Das gilt auch und besonders für Jadon Sancho.

Dortmund

, 03.06.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Natürlich war Jadon Sancho mal wieder in aller Munde. Allein die nackten Zahlen ließen nichts anderes zu. Die drei Tore bei Borussia Dortmunds 6:1-Auswärtserfolg in Paderborn am Sonntagabend markierten seine Treffer 15, 16 und 17 in dieser Bundesliga-Saison. Der 20-jährige Engländer kommt in der Liga auf 34 Torbeteiligungen nach 29 Spieltagen, er ist der Topscorer der Liga vor Bayern Münchens Robert Lewandowski und RB Leipzigs Timo Werner (je 33).

Der vielleicht spektakulärste Fußballer der Bundesliga ist auch ihr torgefährlichster - und in der prominent besetzten BVB-Offensive um Kapitän Marco Reus, Erling Haaland, Julian Brandt und Co. ist Sancho mittlerweile der einzige Spieler, der aufgrund seiner außergewöhnichen Fähigkeiten als unersetzlich einzustufen ist. Doch Sancho ist nicht nur auf dem Rasen das wichtigste Puzzle-Teil bei Borussia Dortmund, er ist es auch auf dem Transfermarkt.

Jadon Sanchos Vertrag beim BVB läuft noch bis 2022

Ein Wechsel des englischen Nationalspielers in diesem Sommer galt trotz seines Vertrages bis 2022 (ohne Ausstiegsklausel) lange Zeit als sehr wahrscheinlich, dem BVB winkte ein neuer Rekord-Erlös auf dem Transfermarkt. 150 Millionen Euro Ablöse, mehr noch als Ousmane Dembeles Wechsel zum FC Barcelona (147 Millionen Euro). Diese Kragenweite. Irgendwer hätte schon tief genug in die Tasche gegriffen für dieses Juwel - das war vor der Corona-Pandemie.

Mittlerweile sind sich die Verantwortlichen bei Borussia Dortmund nicht mehr sicher, ob irgendwer genug für Sancho bezahlen kann in diesem Sommer, sie sind sich nur sicher, dass ihre Gesprächsbereitschaft auch nach oder in der Corona-Krise erst im dreistelligen Millionenbereich anfängt. Sanchos Martkwert liegt bei rund 120 Millionen Euro - und wer Michael Zorc kennt, der kann sich auch ohne Taschenrechner ausrechnen, dass Sancho den BVB wohl nicht unter Wert verlassen darf und wird.

BVB-Sportdirektor Zorc sieht Bundesliga auf „sehr gutem“ Weg

„Es stehen noch zu viele Fragezeichen im Raum, gerade auch in den ausländischen Ligen“, sagt Zorc im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Daher lasse sich nicht abschätzen, ob Ablösesummen im dreistelligen Millionenbereich realistisch seien, meint der BVB-Sportdirektor. „Wirkliche Planungssicherheit gibt es im Moment noch nicht. Deswegen ist es auch noch zu früh, um über die Transferplanung zu sprechen.“ Fürs Erste bleiben Vorsicht und Zurückhaltung das oberste Gebot bei Borussia Dortmund, das gilt auch und insbesondere für Ideen auf dem Transfermarkt, selbst wenn Zorc die Bundesliga seit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf einem „sehr guten Weg“ sieht.

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So lange nicht endgültig geklärt ist, ob Sancho noch ein weiteres Jahr in Dortmund auf Torejagd geht, was das große Ziel der Verantwortlichen ist, hängt beim BVB auf dem Transfermarkt vieles in der Schwebe. Die Verpflichtungen des belgischen Defensivspezialisten Thomas Meunier (28, ablösefrei von Paris Saint-Germain) und des erst 16-jährigen Mittelfeldtalents Jude Bellingham (für eine Ausbildungsentschädigung im zweistelligen Millionenbereich von Birmingham City) sind vorbereitet, vollzogen aber sind sie noch nicht. Die Vertragsverlängerung mit Roman Bürki liegt aktuell auf Eis. Ein angestrebter Kauf Achraf Hakimis, der im Sommer zurück zu seinem Stammverein Real Madrid muss, ließe sich ohne einen Sancho-Verkauf nicht realisieren, maximal eine weitere Leihe wäre denkbar.

Bei Borussia Dortmund sollen die Kosten reduziert werden

Borussia Dortmunds Fokus liegt aktuell eher darauf, Kosten zu reduzieren als zu steigern. Das sei das „Gebot der Stunde“, sagt Zorc. Es darf nur ausgegeben werden, was auch wieder eingenommen wird - diese Regel wird beim BVB in diesem Sommer wieder deutlich strenger gehandhabt als in den vergangenen Jahren. Es werde wohl „kein Boom-Jahr“ werden auf dem Transfermarkt, meint Zorc. Es sei denn, Jadon Sancho sorgt noch für einen großen Knall - nicht nur sportlich, sondern auch finanziell.

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