Lukasz Piszczek erlebt beim BVB-Arbeitssieg in Mainz ein Déjà-vu. Sein Siegtreffer zum 2:1 weckt Erinnerungen an die Dortmunder Meister-Spielzeit 2011/12 - und pulverisiert einen Rekord.

Dortmund

, 26.11.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ende September 2011 durchlebte Borussia Dortmund als amtierender Meister schwierige Wochen. Vor dem siebten Spieltag waren in der Saisonstatistik bereits drei Niederlagen vermerkt, die Partie in Mainz entwickelte sich zum Fight - und Lukasz Piszczek entschied sie in letzter Minute zugunsten des BVB mit einem Verzweiflungsschuss aus rund 25 Metern.

„Durch 16 Abwehrbeine hindurch“, wie der damalige Trainer Jürgen Klopp später spöttisch anmerkte. Dortmund schwebte anschließend durch die Spielzeit, verlor keine einzige Partie mehr und machte die Titelverteidigung im April 2012 perfekt.

So erlebte Piszczek seinen Treffer

An diesem Samstag, gut sieben Jahre später, gelang dem Routinier der entscheidende Treffer mit der feinen Klinge. Von der Sechzehnerkante ab in den Winkel. „Ich habe es“, sagte Piszczek „erst mit links probiert, der Schuss wurde geblockt, der Ball kam wieder. Dann habe ich gesehen, dass der Torwart nach links geht und habe es mit dem kurzen Eck probiert.“ Bingo! Und zugleich das Ende einer 40 Spiele währenden torlosen Zeit für den Polen.

Den Vergleich zu 2011 zog der 33-Jährige dann selbst. „Klar, das ist schon lange her. Damals war es ein gutes Omen. Ich hoffe, dass es für uns jetzt so weitergeht.“

In seiner vorletzten BVB-Saison ist Piszczek der ruhende Pol einer blutjungen Viererkette. Zwar nicht nicht mehr so glanzvoll wie vor drei, vier Jahren, aber immer noch ungemein wichtig für die aktuell zweitbeste Defensive (13 Gegentore) der Liga.

Wichtig ist Piszczek als auch Mahner in einer Phase, in der die Schwarzgelben auf Wolke sieben schweben. Gegen kompakte, aggressive und nicht müde werdende Mainzer tat sich der BVB im zweiten Durchgang „sehr, sehr schwer“ (Trainer Lucien Favre). „Wir haben lange Zeit nicht zu unserem Spiel gefunden. Dann kommt Paco rein und macht sofort das Tor. Und nach meinem 2:1 mussten wir bis zum Ende kämpfen.“

Piszczek lobt die zweite Reihe beim BVB

Ein dickes Lob gab es dann aber doch - für die zweite Reihe. „Die Spieler von der Bank, egal wer, helfen der Mannschaft. Das ist unsere große Qualität“, erklärte Piszczek, bevor es in die Kabine ging. Dort konnten sich feiernde Borussen über eine weitere Bestmarke freuen: Noch nie ist es einer Dortmunder Mannschaft gelungen, die ersten zwölf Spieltage einer Bundesliga-Saison ohne Niederlage zu überstehen. Den bisherigen Rekord aus der Saison 2002/03 hatte Matthias Sammer mit dem Team um Rosicky, Koller und Co. inne.

Piszczek trifft wieder in Mainz und lobt die zweite Reihe des BVB

Wer den BVB zum Sieg gegen Mainz schießt, bekommt auch schon mal den vollen Service während der Mitgliederversammlung. © Groeger

Die Besonderheit eines Piszczek-Treffers zeigte sich übrigens auch während der Mitgliederversammlung am Sonntagmittag in der Westfalenhalle. Mit einem breiten Grinsen quittierte der Rechtsverteidiger den Applaus der BVB-Mitglieder. Kaum in der vordersten Reihe Platz genommen, ließ es sich Marcel Schmelzer nicht nehmen, seinem Teamkollegen spontan einen Kaffee zu kredenzen. Es läuft einfach. Wer allerdings in sieben Jahren den nächsten BVB-Siegtreffer in Mainz erzielt wird, ist noch offen. Lukasz Piszczek wird es defitiv nicht sein.

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