Personalie Guerreiro hält den BVB vor dem Union-Spiel auf Trab

„Kein finaler Stand“

Vor dem BVB-Spiel gegen Union Berlin fehlen gleich sechs Spieler im Mannschaftstraining. Doch Lucien Favre gibt Entwarnung. Die Personalie Guerreiro hält Dortmund auf Trab.

Dortmund

, 29.08.2019, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

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BVB-PK mit Favre und Zorc vor dem Union-Spiel

Eine gewisse Verwunderung war durchaus vorhanden bei den Journalisten, die am Donnerstagvormittag den Weg nach Dortmund-Brackel aufs BVB-Trainingsgelände gefunden hatten, um eine halbe Stunde lang Einblicke in die BVB-Vorbereitung auf das Spiel bei Aufsteiger Union Berlin am Samstagabend (18.30, live bei Sky) zu erhaschen. In Julian Brandt, Axel Witsel, Mahmoud Dahoud und Mario Götze fehlten gleich vier Spieler im Mannschaftstraining, bei denen nichts über eine mögliche Verletzung bekannt ist. Thorgan Hazards Fehlen (Rippenverletzung) und auch die Abwesenheit Mateu Moreys (Schulterverletzung) waren erklärbar, aber die anderen?

Julian Brandt ist ein wichtiger Bestandteil

Lucien Favre gab auf der Spieltags-Pressekonferenz am Mittag Entwarnung. „Es war so geplant, dass sie nicht trainieren.“ Alle Spieler - außer eben Hazard und Morey - seien fit. Belastungssteuerung ist in solchen Fällen wohl das Zauberwort.

Wer von den ganzen fitten Spielern gegen den Aufsteiger spielen darf, verriet Favre wie gewohnt nicht. Er wisse noch nicht, wer am Samstag spiele, auch nicht, welches System er wähle. „Ich überlege noch, was die beste Lösung ist.“ Ein wichtiger Bestandteil dieser Überlegungen dürfte Julian Brandt sein. Der Neuzugang aus Leverkusen hat in seinen bisherigen Kurzeinsätzen bleibenden Eindruck hinterlassen und drängt in die Startelf. Die Frage, die sich stellt, ist, ob er den verletzten Hazard eins zu eins auf dem linken Flügel ersetzt, oder ob er im Mittelfeldzentrum neben Marco Reus spielt, was der Spieler selbst sicherlich begrüßen würde. In diesem Fall würde Favre von Beginn an auf ein 4-3-3-System (gegen den Ball 4-1-4-1) umstellen mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler vor der Viererkette.

Einige BVB-Fragen sind zu klären

Beim hart erkämpften 3:1 am vergangenen Freitag in Köln agierte der BVB in dieser Grundordnung deutlich zielstrebiger als in den ersten 60 Minuten. Sollte Favre sich dazu durchringen, von Anfang an den Mut für mehr Offensive aufzubringen, bliebe für Julian Weigl wohl nur die Bank. Erste Option für die offensive linke Seite wäre dann vermutlich Raphael Guerreiro, dessen Zukunft beim BVB allerdings noch immer ungeklärt ist. Sportdirektor Michael Zorc erklärte am Donnerstag noch einmal, dass es „noch keinen finalen Stand“ gebe. Bis Montag seien im Kader des BVB noch ein paar Fragen zu beantworten. „Und das werden wir tun.“

Personalie Guerreiro hält den BVB vor dem Union-Spiel auf Trab

Trainer Lucien Favre tüftelt noch an der Aufstellung für das Spiel bei Union Berlin. © David Inderlied

Unabhängig vom Personal wird es für Borussia Dortmund darum gehen, sich in der Hauptstadt besser zu präsentieren als in den ersten 60 Minuten in Köln. Union sei „sehr gut organisiert“, sagte Favre. „Sie haben viel Power und sind sehr athletisch. Normalerweise spielen sie in einem 4-4-2-System und pressen sehr intensiv. Wir müssen auf alles vorbereitet sein und unser Spiel machen. Das ist das Wichtigste. Und auch wenn ich das immer sage. Jedes Spiel in der Bundesliga ist schwer.“

Zorc: „In Köln nicht ideal umgesetzt“

Zorc, der bereits vor dem Köln-Spiel die „richtige Schärfe“ gefordert hatte, konkretisierte nun noch einmal seine Vorstellungen. „Wir brauchen das richtige Tempo, die richtige Schlagzahl, die richtige Passschärfe in unserem Spiel. Das meine ich mit Schärfe. Das haben wir in Köln nicht ideal umgesetzt. Dafür, dass wir es in Berlin besser machen, sorgt der Trainer.“

Der Auftrag an Favre ist also klar. Und auch wenn der Schweizer noch einmal darauf verwies, dass es für jede Mannschaft schwer sei, wenn man so angelaufen werde wie am vergangenen Freitag vom 1. FC Köln, wird er nicht darum herumkommen, von seiner Mannschaft am Samstag einen griffigeren Auftritt einzufordern als in der Vorwoche, um die Bosse zufriedenzustellen.

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