Borussia Dormund

Nichts ist unmöglich: Der BVB flirtet wieder mit der Champions League

Borussia Dortmund nutzt die Steilvorlage der Konkurrenz und schielt wieder auf Platz vier. Beim 4:1 gegen Bremen genügen dem BVB 15 bockstarke Minuten. Jetzt steht die Woche der Wahrheit an.
Der BVB meldet sich im Kampf um die Champions League mit dem 4:1 gegen Bremen zurück. © dpa

Borussia Dortmunds Hoffnungen auf einen Champions-League-Platz haben neue Nahrung erhalten. Durch das 4:1 (3:1) gegen den SV Werder Bremen ist Platz vier nur noch vier Zähler entfernt, Platz drei fünf Punkte. Für das Saisonfinale mit noch fünf Bundesliga-Partien gilt: Nichts ist unmöglich.

Haaland und Reyna bringen BVB gegen Bremen auf die Siegerstraße

Gegen die abstiegsgefährdeten Bremer reichte dem BVB nach frühem Rückstand durch Milot Rashica (14.) eine bockstarke Viertelstunde vor der Pause. Giovanni Reyna (29.) und Erling Haaland (Strafstoß 34., 38.) sorgten zeitig für klare Verhältnisse, Mats Hummels setzte den Schlusspunkt (87.).

Die direkten Konkurrenten auf den Champions-League-Plätzen, VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt, hatten dem BVB mit ihren Niederlagen am Samstag die Tür geöffnet. „Das hilft uns nichts, wenn wir nicht selbst gewinnen“, sagte Edin Terzic. Der BVB-Trainer forderte nicht ohne Hintergrund die volle Konzentration von seiner Mannschaft – zu oft hatte sie in dieser Spielzeit gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel Punkte liegengelassen.

Morey hebt das Abseits auf: Der BVB liegt gegen Bremen hinten

Gegen defensiv eingestellte Bremer (5-3-2) wählten die Borussen (4-3-3) eine spielstarke und kreative Aufstellung. Für Emre Can und Ansgar Knauff rutschten Julian Brandt und Giovanni Reyna in die Startelf mit dem Auftrag, Werder die fünfte Bundesliga-Niederlage in Serie zuzufügen. Bei allen Sturm-und-Drang-Gedanken im Hinterkopf: Nach 16 Gegentreffern aus den jüngsten acht Pflichtspielen stand auch eine solide Defensivleistung auf dem Aufgabenzettel.

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Daraus wurde erstmal nichts. Den Einbahnstraßenfußball in der Anfangsphase spielten die Borussen ohne Tempo herunter und leisteten sich gleich einen groben Aussetzer: Werder eroberte im Mittelfeld einen Abpraller, beim Steilpass auf Milot Rashica hob Mateu Morey dessen Abseitsposition auf und Bremens Stürmer, schneller als Mats Hummels, ließ sich frei vor dem inaktiven Marwin Hitz die Chance nicht entgehen – 0:1 (14.). Der frühe Rückstand, den der BVB unbedingt vermeiden wollte.

Giovanni Reyna beendet seine wochenlange BVB-Flaute

Zu Beginn versprühten tatsächlich Bremens Konter über die linke Dortmunder Seite mehr Gefahr als die behäbigen, zähflüssigen Angriffsversuche der Borussia. „Nicht aus dem Stand“, monierte Abwehrchef Hummels, „zwei Kontakte, und schneller“ forderte Terzic bei aller Geduld mehr Griffigkeit im Ballvortrag.

Es dauerte seine Zeit, bis die Borussen eine Lücke im Bremer Deich fanden, doch der brach dann gleich richtig: Reyna verlagerte das Spiel von links auf die rechte Seite, bekam den Ball nach gutem Antritt von Morey zurück und donnerte ihn per Dropkick aus 20 Metern unter den Querbalken – sehenswert (29.). Und gleich der Nachschlag: Marco Reus schirmte im Strafraum geschickt den Ball ab, Kevin Möhwald trat ihm von hinten gegen das Standbein. Den fälligen Strafstoß verwandelte Erling Haaland diesmal sicher zum 2:1 (33.).

Der BVB dreht das Spiel gegen Bremen binnen weniger Minuten

Bei den Bremern brachen nun alle Dämme: Nach Marco Friedls Fehlpass im Spielaufbau schaltete der BVB über Reus sofort um, Reyna traute sich ins Dribbling und sein Querpass am Fünfmeterraum landete über Umwege auf dem Fuß von Haaland – der hat schon schwierigere Tore geschossen als diesen Abstauber (38.).

Mit ihrer starken Reaktion auf den Rückstand drehten die Schwarzgelben die Partie in weniger als zehn Minuten! Jude Bellingham hätte nach starker Vorlage von Reyna sogar noch vor der Pause den vierten Treffer erzielen können (42.), Haaland versuchte es per Kunstkick (45.). Verdiente Führung zur Halbzeit!

Hummels setzt in Kooperation mit Gebre Selassie den Schlusspunkt

Nach Wiederanpfiff – und mit Lukasz Piszczek für Morey – änderte sich an der Spielverteilung wenig. Dortmund verbuchte zunächst Ballbesitzanteile zwischen 70 und 80 Prozent, kam durch Reus zu zwei Abschlüssen (56.) und schaltete dann gedanklich allmählich in den Energiesparmodus. Werders Maxi Eggestein, den Brandt schon nicht bei der Vorlage zum 0:1 gestört hatte, durfte erneut unbedrängt durchs Mittelfeld spazieren, sein kerniger Distanzschuss knallte an den Pfosten (63.).

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Bundesliga, 29. Spieltag: BVB – Werder Bremen 4:1 (3:1)

Werder, jetzt im 4-4-2 angeordnet, mühte sich zu einigen Distanzschüssen und wagte sich häufiger aus der Deckung, offenbarte jedoch mehr Räume zum Kontern. Gegen Haaland kam Torhüter Jiri Pavlenka rechtzeitig aus dem Kasten (63.) und gerade noch runter (80.), viele weitere Situationen spielte der BVB nachlässig aus. Weil auch Reyna per Kopf verpasste (85.) und Haaland abermals an Pavlenka scheiterte (86.), brauchte es ein halbes Eigentor zum vierten BVB-Treffer: Nach einer Ecke lenkte Gebre Selassie einen Kopfball von Hummels unglücklich ins eigene Tor (87.).

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