„Nicht ihre Einstellung“: BVB-Torhüter Bürki redet Klartext nach 0:4

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Beim BVB ist nach der 0:4-Blamage gegen Hoffenheim Druck auf dem Kessel. Roman Bürki und Axel Witsel sprechen die Dortmunder Probleme deutlich an.

Dortmund

, 27.06.2020, 19:03 Uhr / Lesedauer: 2 min
Komplett bedient: BVB-Torhüter Roman Bürki.

Komplett bedient: BVB-Torhüter Roman Bürki. © dpa

Dass die Blamage nicht zu einer Schmach historischen Ausmaßes wuchs, war Roman Bürki zu verdanken. Gleich mehrfach verhinderte der Dortmunder Torhüter dank starker Paraden am Samstag gegen Hoffenheim das mögliche 0:5. Trösten konnte das den ehrgeizigen Schweizer nicht, denn am Ende stand trotzdem die höchste BVB-Heimpleite seit zehn Jahren. Damals setzte es ein 1:5 gegen den FC Bayern.

Hoffenheim zerlegt den BVB in seine Einzelteile

Diesmal zerlegte die TSG Hoffenheim die Borussia schonungslos in ihre Einzelteile, und Bürki war mit der Darbietung seiner Vorderleute zutiefst bedient. „Der absolute Wille dagegenzuhalten hat gefehlt. Bei uns stand eine Mannschaft auf dem Platz, die nicht viel Lust hatte. Das geht nicht in Ordnung. Klar war die Anspannung nicht hundertprozentig da, nachdem wir Platz zwei gesichert und das Ticket für die Champions League im Sack hatten. Aber wir haben heute viel zu wenig investiert.“

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Das 0:4 gegen leichtfüßig aufspielende Hoffenheimer habe exakt bewiesen, woran es dem BVB noch fehle, wenn er den FC Bayern wirklich einmal vom Meisterthron stoßen will. „Wir müssen weiter an unserer Sieger-Mentalität arbeiten, da ist uns Bayern voraus. Das ist einer der Punkte, die fehlen, um ganz oben zu stehen. Dann wirst du halt nur Zweiter. Wir haben den Kader, um die Bayern zu schlagen, aber nicht ihre Einstellung“, monierte Bürki.

Axel Witsel: „Wir haben nicht gemeinsam verteidigt“

Auch Axel Witsel wollte nach dem 0:4 nichts schönreden. Die klare Niederlage sei absolut verdient gewesen. „Hoffenheim war motivierter, aggressiver. So sollte diese Saison nicht enden, das waren nicht wir“, sagte der belgische Mittelfeldspieler, „es war ein Tag zum Vergessen.“ Warum die Borussia letztlich chancenlos war, war für Witsel offensichtlich: „Wir haben nicht gemeinsam verteidigt, und wenn manche nicht nach hinten arbeiten, wenn wir nicht als Mannschaft auftreten, wird es schwer.“

Die schwache Partie zum Saisonfinale wollte Witsel aber nicht als umfassende Saisonbewertung verstanden wissen. „In der Hinrunde gab es Höhen und Tiefen, die Rückrunde war besser. Es ist keine Schande, hinter den Bayern zu landen“, betonte er. Das sah Borussias Cheftrainer Lucien Favre ähnlich. „Wir haben heute zu viele Geschenke verteilt, es hat viel gefehlt bei uns“, kritisierter er zwar nach dem Abpfiff am Samstag, „aber wir haben eine gute Saison gespielt, wir haben unsere Ziele erreicht. Wir sind die Nummer zwei, Bayern ist besser. Punkt.“

BVB wendet historische Schmach so gerade eben ab

Eine historische Schande zumindest konnte der BVB am Samstag gerade noch abwenden. Mit mehr als vier Toren Differenz zuhause verlor die Borussia zuletzt vor 56 Jahren. Damals gewann Manchester United im Messepokal in Dortmunds Roter Erde mit 6:1.

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