Neuer Angriff auf den Titel: Das ist schon meisterlich beim BVB

dzBorussia Dortmund

Dortmund sichert sich die Vizemeisterschaft - die Ambitionen bleiben unverändert groß. Der BVB möchte Dauer-Meister Bayern vom Thron stürzen. Das ist schon meisterlich bei der Borussia.

Dortmund

, 23.06.2020, 07:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Infrastruktur: Trainingsbedingungen, Betreuung, medizinische Versorgung: Am Komplex in Brackel fehlt es den Profis an nichts. Der „Footbonaut“ war seinerzeit eine revolutionäre Neuerung, auch momentan wird fleißig gebaut in Brackel. Bei schlechtem Wetter können die Profis künftig in einer eigenen Halle trainieren, neue Rasenflächen kommen ebenfalls noch hinzu. Nach dem Umzug der Geschäftsstelle Sport, die noch im Sommer erfolgen soll, hat man künftig für alles kurze Wege.


Nachwuchsausbildung: U19 und U17 waren in den vergangenen Jahren der Maßstab in Deutschland, auch wenn die Dominanz in diesem Jahr bröckelte. Daraus zog auch die Profiabteilung Nutzen: Giovanni Reyna ist das jüngste Juwel aus der Nachwuchsförderung, in Youssoufa Moukoko steht ein weiterer Roh-Diamant in den Startlöchern. Die Durchlässigkeit ist gegeben, auch wenn der Weg weiterhin weit ist, siehe Tobias Raschl. Mit der Installierung eines Otto Addo als Trainer für die Top-Talente trägt man dem speziellen Förderungsbedarf dieser Spieler Rechnung. Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auf- und einzubauen, wird weiter ein wichtiger Punkt in der Dortmunder Transferpolitik bleiben.

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Sportliche Perspektive: Trotz der erfahrenen Spieler wie Axel Witsel, Lukasz Piszczek oder Marco Reus hat der BVB im Kern eine noch entwicklungsfähige Mannschaft. Der Einfluss von Spielern wie Erling Haaland oder Reyna ist schon groß und wird weiter wachsen. Weitere vielversprechende Talente rücken nach. Schafft es die Borussia, diesen Kern, zu dem auch Mateu Morey und Leonardo Balerdi gehören, und Spielern wie Julian Brandt oder Thorgan Hazard im Klub zu halten, gibt es viel Raum zu weiterer Verbesserung.


Scouting: Seit Jahren sichtet Borussia Dortmund so erfolgreich wie kaum ein nationaler Konkurrent den Markt für die Top-Spieler von morgen. Christian Pulisic, Jacob Bruun Larsen, Jadon Sancho, Giovanni Reyna, ab dem Sommer dann auch Jude Bellingham - die Liste der Nachwuchsspieler, die früh entdeckt und zum Klub geholt wurden, ist lang.

Attraktivität: Der BVB ist attraktiv für diesen Spielerkreis. Denn die Umworbenen sehen an jedem Bundesliga-Wochenende, dass Jung-Profis in Dortmund beste Entwicklungschancen haben. Auf einem hart umkämpften Markt ist das ein Pluspunkt, den nicht viele europäische Spitzenklubs vorweisen können. Der BVB wird mittlerweile als Klub geachtet, bei dem Talente reifen können - und auch die notwendige Einsatzzeit bekommen. Nachteil: Für die meisten ist der BVB zwar eine perfekte Zwischenstation, irgendwann aber ziehen sie weiter. Langfristig mit ihnen zu planen, ist schwer bis unmöglich. Findet die Entwicklung statt wie erhofft, geraten die Spieler schnell wieder aufs Radar finanzkräftigerer Klubs.


Offensive: Nur in sieben der bislang 44 Pflichtspiele dieser Saison schoss Borussia Dortmund kein Tor. Die Offensive ist dank der Spiel- und Kombinationsstärke für die Gegner nur schwer kontrollierbar, das mündete jetzt in einen BVB-Torrekord in der Bundesliga. In Erling Haaland ergänzte der BVB sein Portfolio im Winter um das einzig noch fehlende Puzzleteil: Einen großen Stürmer, der sich im Zentrum behaupten kann, Wucht mitbringt und auch den notwendigen Riecher hat. Sollte Jadon Sancho allerdings den Klub verlassen, gehen wettbewerbsübergreifend rund 40 Torbeteiligungen verloren. Das zu kompensieren, würde eine große Herausforderung.

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