Mndebele tritt beim Weihnachtssingen auf - BVB erfüllt großen Traum des Opernsängers

dzBorussia Dortmund

Am Sonntag lässt Mandla Mndebele beim Weihnachtssingen des BVB mit den Fans „You‘ll never walk alone“ erschallen. Im kommenden Jahr hat er einen noch größeren Auftritt im Signal Iduna Park.

16.12.2018 / Lesedauer: 4 min

Jacke aus, Hemd an. Und aufwärmen: Lockerungsübungen. Erst für die Arme, dann für die Beine. Den BVB-Schal auf dem Stuhl fest im Blick. Kreisen mit dem Oberkörper, später Kniebeugen – bis die Muskeln geschmeidig sind. Und dabei singen. Eine Stunde später steht Mandla Mndebele am Seitenrand und schaut, wie seine Kollegen zum Triumphmarsch einlaufen.

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Der 28-jährige Südafrikaner ist kein BVB-Profi, sondern Opernsänger am Theater Dortmund. Gerade singt er im Theater den Amonasro, den Vater von Verdis Aida. Seine Vorbereitung auf eine Vorstellung der Oper gleicht der der Borussen auf das Spiel.

Mandla Mndebele singt seit September in Deutschland. Den Vertrag in Dortmund hat der 28-Jährige sehr gerne unterschrieben. „Es ist eine große Ehre, in der Stadt des Fußballs und des BVB arbeiten zu dürfen“, freut er sich. Glühender Anhänger der Borussia ist er seit 2011. „Wir haben in Südafrika einen Fernsehsender, der die Spiele von allen europäischen Ligen überträgt“, sagt der Sänger: „Der BVB hat mir von allen Vereinen am besten gefallen.“

„Die Atmosphäre im Stadion ist einmalig, diese Gelbe Wand – Wow. Fußball im Fernsehen ist nicht dasselbe wie live dabei zu sein.“
Mandla Mndebele

Nun ist der Bariton mit dem Namen, der an den von Flügelstürmer Ousmane Dembele erinnert, ganz dicht dran an seinem Lieblingsverein und geht auch gerne zu den Spielen. „Die Atmosphäre im Stadion ist einmalig, diese Gelbe Wand – Wow. Fußball im Fernsehen ist nicht dasselbe wie live dabei zu sein“, sagt der Sänger, der schon ein Publikumsliebling der Opernbesucher ist. Aber einen Wunsch hat er: „Ich möchte einmal vor einem Heimspiel vor der Süd ,You‘ll never walk alone‘ singen“.

Mndebele beim Weihnachtssingen dabei

Das gefällt auch dem BVB. Er hat einen Film über den Sänger gedreht und ihn als Solisten zum Weihnachtssingen am Sonntag (16.12., 16.30 Uhr) ins Stadion eingeladen. Dort soll auch der Film zu sehen sein. Er beginnt in der Maske des Opernhauses. Während er sich in Amonasro verwandelt, erzählt Mandla Mndebele von seiner Studentenzeit in Südafrika und dem ersten BVB-Spiel, das er live gesehen hat: „Das war so groß, ich war voller Freude.“

Mndebele tritt beim Weihnachtssingen auf - BVB erfüllt großen Traum des Opernsängers

Mandla Mndebele im Interview mit Danny Fritz (r.). © Stephan Schuetze

Danny Fritz, Chefredakteur von BVB-TV, und Mediengestalter Joschka Möller an der Kamera ziehen weiter in den Einsingraum, ein nüchternes Zimmer mit Spiegeln, in dem der Sänger am Handy Klaviertöne antippt und sich locker macht. „Dieses Zimmer hatten wir uns aber glamouröser vorgestellt, mit Kronleuchtern an der Decke oder so“, wundert sich Danny Fritz. Sogar die Gäste-Kabinen im Signal-Iduna-Park sehen schöner aus als die Garderoben der Solisten im Opernhaus.

Auf der Bühne läuft bereits „Aida“. Mandla Mndebele hat seinen ersten Auftritt erst am Ende des ersten Aktes, kurz nachdem die Hymne erklingt, die vor jedem BVB-Heimspiel beim Einlauf der Mannschaft durchs Stadion schallt: der Triumphmarsch – „unser Lied“, sagt Danny Fritz. Mandla Mndebele wartet auf der Seitenbühne und lächelt.

Den Triumphmarsch kennt Mndebele nur aus dem Theater

Genau diese Szene filmt BVB-TV drei Tage später im Stadion, beim Heimspiel gegen Freiburg. Der Sänger steht an der Seitenlinie, beim Triumphmarsch laufen die Spieler an ihm vorbei. „Das war Waaaahnsinn“, sagt der Bariton, als er später auf der Nordtribüne sitzt und Handyfotos verschickt. „Wenn ich in den sozialen Netzwerken etwas vom BVB poste, spielen in Südafrika alle verrückt. Der BVB hat dort so viele Fans.“ Zehn Minuten später steht er wie ein Baum auf der Tribüne, den BVB-Schal in die Luft gereckt und schmettert im Chor der 81.645 sein Lied: „You‘ll never walk alone“.

„Der BVB gewinnt 3:1“, tippt der Bariton. Das Spiel läuft. „Nice. Schön“, kommentiert Mandla Mndebele immer wieder die vielen guten Aktionen des BVB, leidet mit („sie brauchen ein Tor“) und springt vom Sitz, wenn sich Axel Witsel mal wieder raffiniert durchs Mittelfeld arbeitet. „Er ist mein Lieblingsspieler, er spielt so cool“, sagt der Sänger. Zwei Mal darf er aufspringen, seinen schwarzgelben Schal durch die Luft wirbeln, sich freuen, singen. 2:0 siegt die Borussia.

Im nächsten Jahr darf Mndebele vor einem Heimspiel singen

So aufgeregt wie vor einer Opernpremiere ist der Sänger jetzt schon: Vor rund 50.000 Menschen singt er am Sonntag beim Weihnachtssingen im Stadion „You‘ll never walk alone“. Im nächsten Jahr dann vor einem Heimspiel. Vor der Gelben Wand. Für seinen BVB.

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