Der BVB arbeitet sich zum 3:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart. Mario Götze führt gekonnt Regie, Paco Alcacer hat gegen die Schwaben den richtigen Riecher. Die Einzelkritik.

Dortmund

, 09.03.2019, 17:47 Uhr / Lesedauer: 3 min

Roman Bürki: Pustete einmal kräftig durch, als Gonzales allein auf ihn zulief und knapp am Tor vorbei zielte - und jubelte, als auf der Gegenseite endlich das erlösende 1:0 fiel. Beim 1:1 war er dann machtlos und musste sich einmal mehr darüber ärgern, dass seine Vorderleute eine gegnerische Standardsituation bestenfalls halbherzig verteidigten. Note: 3,5

Marius Wolf: Der Rechtsverteidiger auf dem zweiten Bildungsweg interpretierte seine Rolle offensiv, bot immer wieder gute Laufwege in die Tiefe an, doch die finalen Zuspiele ins Zentrum gerieten im ersten Durchgang gleich dreimal zu ungenau. Wolf hatte die meisten Ballkontakte in Durchgang eins (72) - nicht alle waren glücklich. Genauso wie sein Foulspiel, das eine Gelbe Karte und den Freistoß zur Folge hatte, aus dem das 1:1 resultierte. Note: 4,0


Manuel Akanji: Der Abwehrchef hatte alles im Griff. Robust im Zweikampf, präzise im Aufbauspiel. Beim 1:1 allerdings fehlte es auch ihm am richtigen Timing, um das nächste Gegentor nach einer Standardsituation zu verhindern. Anders als seine Kollegen versuchte er allerding wenigstens, zum Ball zu gehen. Note: 3,5

Abdou Diallo: Der Linksverteidiger der vergangenen Wochen rückte gegen den VfB ins Abwehrzentrum auf seine angestammte Position in der Innenverteidigung, weil Weigl krank im Bett lag. Defensiv war er nur selten gefordert, im Aufbauspiel nicht so präzise wie Akanji neben ihm. Beim Gegentor verlor er Kempf aus den Augen. Note: 4,0


Achraf Hakimi: Die Leihgabe von Real Madrid kehrte zurück in die Startelf und verteidigte dieses Mal hinten links, weil Diallo für den erkrankten Weigl ins Abwehrzentrum rückte. Nach elf Minuten spielte er wunderbar Doppelpass mit Guerreiro, drang in den Strafraum ein, fand dann allerdings keinen Abnehmer vor dem Tor. Guter Ball auf Reus (56.). Vor dem 1:1 zu passiv beim Verteidigen einer Standardsituation. Note: 4,0


Axel Witsel: Der Belgier wurde nach einer guten Viertelstunde böse von Esswein am Sprunggelenk erwischt, konnte nach kurzer Behandlung aber weiterspielen. Entscheidende Lösungen in der Offensive lieferte der Mittelfeldstratege, der wieder als einziger Sechser allein vor der Abwehr spielte, nicht. Ab und zu hätte man sich statt eines Kurzpasses mal einen öffnenden Diagonalball gewünscht. Beim 1:1 dreht er sich einfach weg, anstatt entschlossen in den Luftkampf zu gehen. Note: 3,5


Jadon Sancho: Borussia Dribbelkönig rieb sich in vielen Eins-gegen-Eins-Situationen auf. Sancho spielte sehr engagiert, aber manchmal zu kompliziert. Seine beste Szene im ersten Durchgang hatte er, als er aus der Distanz einfach mal abzog (37.) - Zieler im VfB-Tor war zur Stelle. Eines seiner vielen Dribblings brachte den Elfmeter. Castro traf ihn - und der Video-Schiedsrichter meldete sich aus Köln. Note: 3,0

Mario Götze lenkt das BVB-Spiel - Paco Alcacer wird zum Matchwinner

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Mario Götze: Der aktuell formstärkste BVB-Akteur agierte zwischen Reus und Witsel im zentralen Mittelfeld. Guter Ball auf Alcacer nach fünf Minuten, sehr guter Ball auf Alcacer nach 15 Minuten, doch der Spanier machte jeweils zu wenig daraus. Im zweiten Durchgang dann unauffälliger - und doch im Mittelfeld besser aufgehoben als in vorderster Front. Sein Pass auf Pulisic vor dem 3:1 brachte Ruhe. Note: 2,5


Marco Reus: Der Kapitän ließ seinen Extraklasse einmal aufblitzen, als er mit Alcacer auf engstem Raum Doppelpass spielte und mit Tempo zum Tor zog, sein Abschluss jedoch abgeblockt wurde. Ansonsten war Reus im ersten Durchgang ungewohnt unauffällig. In der 56. Minute legte er dann super ab auf Guerreiro, dessen Abschluss jedoch deutlich übers Tor flog. Die unauffällige erste Hälfte war spätestens vergeben und vergessen, als er in der 62. Minute vom Punkt zum 1:0 traf. Der Druck im Stadion war spürbar, Reus hielt ihm Stand. Note: 3,0


Raphael Guerreiro: Der kleine Linksfuß rückte vermehrt ins Zentrum und ließ auf der linke Schiene Platz für Hakimi. Nach 41 Minuten, als er genug vom Dortmunder Klein-Klein der ersten Hälfte hatte, feuerte er aus der zweiten Reihe aufs VfB-Gehäuse, doch Zieler war auf dem Posten. In Durchgang zwei vergab er die erste BVB-Chance der zweiten 45 Minuten, als er nach Reus‘ Ablage deutlich zu hoch zielte. Schöner Pass auf Alcacer, dessen Heber erfolglos blieb (69.). Nach 79 Minuten runter für Pulisic. Note: 3,0


Paco Alcacer: Dem Spanier gehörte der erste Abschluss der Partie, doch sein Schuss aus spitzem Winkel wurde zur Ecke abgewehrt (3.). Nach fünf Minuten bekam er Götzes langen Ball nicht gut genug verarbeitet, was allerdings auch alles andere als leicht war. Aus Götzes zweitem guten Zuspiel hätte er dann wesentlich mehr machen können, aber die Annahme missriet und der Ball trudelte ins Aus (15.). Nach 69 Minuten wählte er den Heber - und scheiterte an Zieler. Genauso wie mit seinem Freistoß-Hammer nach 77 Minuten. Die Erlösung gelang ihm nach 84 Minuten - in Mittelstürmer-Manier. Note: 3,0

Mario Götze lenkt das BVB-Spiel - Paco Alcacer wird zum Matchwinner

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Christian Pulisic: Der US-Boy kam nach 79 Minuten für Guerreiro und sollte neuen Schwung bringen. Er brachte neuen Schwung! Erst legte er Alcacer das 2:1 auf (84.), dann sorgte er mit dem 3:1 für die Entscheidung. Es war ein Kurzeinsatz, der Pulisic für seine letzten neun Spiele in Schwarzgelb Auftrieb geben sollte. Note: 2,0


Dan-Axel Zagadou (88. für Wolf) und Thomas Delaney (90. für Alcacer) kamen spät und bleiben daher ohne Note

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