Marco Reus schwärmte nach dem 3:2-Sieg gegen den FC Bayern München vom „BVB-Fußball, der richtig Bock macht“. Der Kapitän geht bei seiner stürmischen Borussia mit bestem Beispiel voran.

Dortmund

, 13.11.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

So viele Tore geschossen wie ganz Schalke 04 zusammen, am Samstag beim Super-Klassiker gegen die Bayern (3:2) die meisten Kilometer aller Spieler abgespult, die meisten Torschüsse abgegeben und ganz klar der Mann des Abends: Borussia Dortmunds Kapitän Marco Reus spielt unbestritten in der Form seines Lebens. Er verkörpert Spielfreude, Einsatzwillen und Gier in Reinform, der Kapitän als Destillat aller guten Zutaten der gesamten Mannschaft. „Es war ein geiles Spiel und hat Spaß gemacht, auf dem Feld zu stehen“, sagte der 29-Jährige. „Wir haben gegen Bayern gewonnen und nicht viel zu meckern.“

Marco Reus: „Momentan klappt viel“

Das galt nicht nur für die bockstarke Leistung gegen die Münchner, sondern für die gesamte bisherige Spielzeit von Reus. Der Nationalstürmer erzielte am Samstag seine Saisontore Nummer sieben und acht. So viele hatte er noch nie erzielt nach elf Spieltagen, in den beiden Vorsaisons kam er – verletzungsbedingt – nur auf sieben Treffer. Sechs Torvorlagen und insgesamt 49 Beteiligungen an Torschüssen zieren seine Bundesliga-Bilanz. „Ich fühle mich wohl, spiele auf meiner Lieblingsposition“, schwärmte der BVB-Kapitän. „Momentan klappt viel.“

Sogar die Alles-oder-Nichts-Situationen gelingen. „Hopp oder top“ habe er gedacht, als Lukasz Piszczek ihm am Samstag einen scharfen Pass in den Lauf spielte. Reus hatte vorher zwei prächtige Chancen vergeben, quasi am Möbelwagen vorbeigeschossen, jetzt musste er aus 20 Metern die Radmuttern treffen. „Entweder der Ball geht auf die Südtribüne oder rein ins Tor.“

Kampf bis zur Erschöpfung für die Fans

Nicht nur beim Schützen eruptierten danach die Emotionen, mit dem erneuten Ausgleich brachte Reus das ganze Stadion zum Kochen, dann kippte das Spiel endgültig. „Nach dem 2:2 hatten wir das Gefühl, wir haben mehr Luft. Dann haben wir noch einmal Gas gegeben.“ Die Fans, diesen Ball spielte Reus gekonnt zurück, hätten mit ihrer bedingungslosen Unterstützung gar nichts anders zugelassen als Kampf bis zur Erschöpfung. „Das war BVB-Fußball, das hat richtig Bock gemacht.“

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

09 Meilensteine in der Karriere von Marco Reus

12.11.2018
/
Am 9. August 2009 feiert Marco Reus sein Bundesligadebüt für Borussia Mönchengladbach. Trainer Michael Frontzeck wechselt den damals 20-Jährigen gegen den VfL Bochum in der 70. Minute beim Stand von 3:3 ein. Es bleibt bei diesem Ergebnis, auf seinen ersten Treffer muss Reus noch warten.© imago
Jedoch nicht lange. Zweieinhalb Wochen später, am 28. August, gelingt Reus gegen Mainz 05 beim 2:0-Sieg auch sein erstes Bundesliga-Tor – ein Sololauf in der 84. Minute.© imago
Als Lucien Favre die Gladbacher in der Spielzeit 2010/2011 im Februar auf Platz 18 übernimmt, zeigt sich schnell, welch Potenzial die Zusammenarbeit mit Marco Reus hat. Die Fohlenelf gewinnt mit 2:1 gegen Schalke, Reus trifft dabei zum zwischenzeitlichen 1:1. In der 85. Minute macht er Platz für Thorben Marx. Seitdem liefert Reus unter Favre auf beeindruckende Weise ab: In 86 Spielen kommt er auf 61 Torbeteiligungen (38 Tore, 23 Vorlagen).© imago
Zum ersten Mal im Nationaldress: Beim 3:1-Sieg im EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei feiert Marco Reus unter Joachim Löw sein Nationalmannschaftsdebüt. Eingewechselt wird er am 7. Oktober 2011 für Mario Götze - seitdem folgten 35 weitere DFB-Auftritte.© mimago
Erstes Bundesligaspiel für den BVB, erstes Tor. Am ersten Spieltag der Saison 2012/2013 trifft Reus nach nur elf Minuten zum 1:0 gegen Werder Bremen. Am Ende steht ein 2:1-Sieg für die Borussia. Die 17,1 Millionen Euro Ablösesumme an Gladbach sollen sich noch auszahlen.© imago
Die erste große Enttäuschung: Nach einer überragenden Saison 2012/2013 stehen Reus und der BVB nach dem Champions-League-Finale gegen den FC Bayern München mit leeren Händen da. Der Titel geht in den Süden der Republik.© imago
Das Aus kurz vor der WM 2014: Beim Testspiel gegen Armenien am 6. Juni verletzt sich Marco Reus kurz vor der Pause am Syndesmoseband. Der BVB-Spieler kann nicht mit nach Brasilien reisen - und wird so gewissermaßen um den WM-Titel gebracht.© imago
Dann doch der erste große Titel: Marco Reus gewinnt mit dem BVB den DFB-Pokal in der Saison 2016/2017. Gleichzeitig verletzt sich der Stürmer und muss zur Pause ausgewechselt werden. Die Diagnose Kreuzband-Teilriss ist gleichzeitig das Aus für den Confed-Cup. Das Gefühl der Freude überwiegt dennoch.© imago
Seit Favres Amtsantritt beim BVB im Sommer 2018 und der Ernennung zum Kapitän scheint Marco Reus in der Form seines Lebens. Der BVB-Spielführer wirkt gereift, geht auf dem Platz voran und überzeugt regelmäßig mit starken Auftritten.© Kirchner

Nicht nur Reus, der zuletzt im Herbst 2013 so oft hintereinander auf dem Spielfeld stand und dem seine Fitness zur Bestform dient, rannte sich die Lunge aus dem Leib. Mehr als 125 Kilometer standen nachher auf dem Tacho aller BVB-Spieler. Ein Ausnahmewert, der die „enorme Willensleistung“ (Sebastian Kehl) spiegelt. Reus, der wie Axel Witsel vorangeht und in jeder Partie auf dem Platz stand, lobte die gute Gemeinschaft in der Mannschaft. „Der Teamgeist ist echt gut.“

Löw wünscht sich einen Reus in Galaform

Auch wenn Reus den Dortmunder Teamgeist nicht in die Nationalelf transportieren kann, seine Gala-Verfassung wünscht sich Bundestrainer Joachim Löw auch für die nächsten Aufgaben im DFB-Team. „Das erhoffe ich mir auch von ihm“, betonte Löw. Bei seinen letzten beiden Länderspielen Anfang September ließ er Reus im Sturmzentrum versauern. Für die Partien im Oktober sagte der Borusse dem DFB-Chefcoach verletzungsbedingt ab. Seiner Form hat das nicht geschadet.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Borussia Dortmund

Darum hat sich Mateu Morey für den BVB entschieden - und gegen den FC Bayern München