Lukasz Piszczek und Borussia Dortmund: Bis es vorbei ist

dzBVB-Routinier

Lukasz Piszczek überzeugt bei Borussia Dortmund in der Dreierkette als rechter Verteidiger. Ob das noch einmal für einen neuen Vertrag reicht?

Dortmund

, 20.02.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es sind keine gewöhnlichen Tage, die Lukasz Piszczek derzeit als Fußballer durchlebt. Erst das Tor zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Freitag, dann der emotionale 2:1-Erfolg im Achtelfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain am vergangenen Dienstag.

Lukasz Piszczek stellt BVB-Rekord in der Champions League auf

Piszczek führte Borussia Dortmund in Abwesenheit des verletzten Marco Reus jeweils als Kapitän aufs Feld - und gegen Paris stand er zum 50. Mal für den BVB in der Königsklasse auf dem Rasen. Das ist ein ziemlich einsamer Rekord. Stefan Reuter und Marcel Schmelzer folgen mit 44 Einsätzen für Schwarzgelb in der Champions League, Lars Ricken kommt auf 43, Reus auf 40 Spiele.

Piszczek nimmt es dankbar mit. Er weiß nicht genau, wie viele Tore und besondere Erlebnisse als Spieler von Borussia Dortmund noch auf ihn warten. Wer den Polen nach den Siegen gegen Frankfurt und Paris vor der Südtribüne beim Feiern beobachtete, der durfte den Eindruck gewinnen, dass sich da jemand fest vorgenommen hat, alles aufzusaugen, alles auszukosten. Bis es halt irgendwann vorbei ist.

Piszczeks Vertrag beim BVB läuft aus

Die Frage ist, wann es vorbei ist. 34 Jahre ist Piszczek mittlerweile alt – und zumindest im Fußball ist das wirklich ziemlich alt, jedenfalls doppelt so alt wie Teamkollege Giovanni Reyna. Wenn Piszczeks Vertrag bei Borussia Dortmund am 30. Juni nach zehn Jahren in Schwarz und Gelb ausläuft, wird er 35 Jahre alt sein. Noch ist nicht sicher, ob er auch am 1. Juli noch beim BVB unter Vertrag stehen wird. Er würde sich sehr freuen, wenn es so wäre, daraus macht er keinen Hehl, er traut es sich auch zu, sofern keine Verletzung dazwischenkommt und der Körper mitspielt. Aber er weiß es eben noch nicht.

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Derzeit gebe es keine Tendenz, sagt er. Er sei in Gesprächen mit dem Klub, aber „ich muss noch ein bisschen geduldig bleiben“. Es liege ja nicht nur an ihm, „das muss ich mit den Verantwortlichen besprechen“. Auch Michael Zorc, der Dortmunder Sportdirektor, der auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzt, sagt: „Es gibt bei Piszczu noch keine Entscheidung.“

Beim BVB schätzt man Lukasz Piszczek sehr

Vertragsalmosen seitens der BVB-Bosse darf der Vizekapitän, der intern sowohl als Spieler als auch als Typ sehr geschätzt wird, nicht erwarten. Es geht natürlich um Leistung. Es geht aber sicherlich auch darum, wie die Zukunft Achraf Hakimis aussehen wird, der Stand jetzt im Sommer zu seinem Stammverein Real Madrid zurückkehren wird. Es geht darum, wer Borussia Dortmund in der kommenden Saison trainieren wird. Und es geht auch darum, wie sich die Defensive des BVB in der Sommerpause ganz allgemein verändern wird.

Viele dieser Faktoren kann Piszczek nicht selbst beeinflussen. Er kann nur Fußball spielen, also Leistung bringen. Die jüngsten beiden Auftritte waren beste Eigenwerbung. Nach der 3:4-Niederlage des BVB in Leverkusen reagierte Lucien Favre, verordnete Manuel Akanji eine Pause, stellte gegen die Eintracht wieder auf Dreierkette um und bot Piszczek als rechten Verteidiger neben Mats Hummels und Dan-Axel Zagadou auf. Gegen Paris blieb Favre bei dieser Formation. „Lukasz hat es in beiden Spielen sehr, sehr gut gemacht“, sagt Favre, „sowohl gegen Frankfurt als auch gegen Paris. Er agiert sehr clever.“

BVB-Verteidiger Piszczek ist älter und weiser geworden – aber auch langsamer

Piszczeks Erfahrung ist ein Trumpf. Trotzdem sah er nicht immer gut aus in dieser Saison, vor allem dann nicht, wenn er auf seiner eigentlich angestammten Position hinten rechts in der Viererkette spielte. Das Tempo früherer Tage bringt er nicht mehr mit, auch sein Vorwärtsdrang ist nicht mehr so ausgeprägt. Auf der defensiveren Position in der Dreierkette wirkt er mittlerweile besser aufgehoben, wenn er beispielsweise Hakimi den Rücken freihält.

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Gut möglich, dass Piszczek das auch am Samstag im Auswärtsspiel bei Werder Bremen wieder tun darf. Final entschieden hat sich Favre noch nicht, ob er dem Routinier drei Spiele innerhalb einer Woche zutraut. Piszczek wird sich also noch ein bisschen gedulden müssen. Mit diesem Umstand hat er sich längst arrangiert.

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