Überzeugte trotz Kaltstart gegen Mönchengladbach: Felix Passlack. © imago / Kirchner-Media
Borussia Dortmund

Lob von allen Seiten: Felix Passlack erlebt emotionales BVB-Comeback

Felix Passlack erlebt beim 3:0 gegen Mönchengladbach ein emotionales BVB-Comeback - und zeigt auf der linken Seite eine überzeugende Leistung. Anschließend gibt‘s Lob von allen Seiten.

In dem Moment, der einen vorläufigen Schlussstrich zog unter für ihn bisweilen sehr schwierige Zeiten, blieb gar keine Zeit für große Aufregung. Als Thorgan Hazard das Zeichen gab, dass er ausgewechselt werden müsste, bekam Felix Passlack das Signal zum Aufwärmen. Ein paar Spurts vor der nicht mehr ganz so leeren Südtribüne, dann stand der 22-Jährige auch schon zur Einwechslung bereit und kurze Zeit später auf dem Rasen des Signal Iduna Parks. „Große Gedanken machen konnte ich mir gar nicht“, erzählte Passlack am Sonntag bei BVB-TV. „Ich habe mich erstmal auf die wichtigen Sachen konzentriert.“

Fast auf den Tag genau vor drei Jahren hatte Passlack letztmals in der Bundesliga gespielt, ein 45-Minuten-Einsatz für die TSG Hoffenheim gegen Mainz 05. Einen Monat zuvor stand er in Wolfsburg zum vorerst letzten Mal für den BVB auf dem Platz. Kurz vor Ende der Wechselfrist verlieh ihn die Borussia damals dann nach Hoffenheim, die Hoffnung auf mehr Spielpraxis sollte sich im Kraichgau aber ebenso wenig erfüllen wie später in England, wo er bei Norwich City unter Daniel Farke nur zu wenigen Einsätzen kam. Dieser Leihe folgte eine weitere – und erst bei Fortuna Sittard, wo er Stammspieler mit 25 Einsätzen bis zum vorzeitigen Saisonabbruch im Frühjahr war, zeigte die Kurve endlich wieder deutlich nach oben.

Nach seinem 71-minütigen Einsatz im BVB-Trikot am Samstag gab es reichlich Lob für den 22-Jährigen. Er habe auch nicht eine Sekunde lang gezögert, Passlack für Hazard aufs Feld zu schicken, erklärte Trainer Lucien Favre. „Er war bestimmt überrascht, aber davon hat man ihm nichts angemerkt.“

Zorc über Passlack: „Ein positiver, dynamischer Junge“

Dass Passlack überhaupt noch einmal in einem schwarzgelben Pflichtspiel zum Einsatz kommen würde, hatte sich zu Beginn der Vorbereitung nicht unbedingt angedeutet. Er galt als einer der ersten Wechselkandidaten, weil Borussia Dortmund auf beiden defensiven Außenpositionen gut besetzt ist. Passlack akzeptierte den Schwebezustand, er hängte sich rein. Seine positive Arbeitseinstellung und seine Lernbereitschaft kamen gut an. Auch Favre betonte, „gern mit ihm zu arbeiten. Er ist immer positiv, er gibt immer alles.“

Wie sich die Perspektive entwickelt, muss man abwarten. Das Transferfenster bleibt bis zum 5. Oktober geöffnet, ein Wechsel steht wohl nicht mehr im Raum. Seine Leistung am Samstag war zumindest eine weitere positive Eigenwerbung. „Er ist ein positiver, dynamischer Junge“, sagt Sportdirektor Michael Zorc am Sonntag im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Ich habe mich persönlich sehr für ihn gefreut, er wurde dafür belohnt, dass er vom ersten Trainingstag an sein Bestes gegeben hat.“ Passlack, so Zorc, sei ins kalte Wasser geworfen worden. „Er hat seine Sache ordentlich gemacht.“

Passlack sammelt Selbstvertrauen – und will beim BVB „dran bleiben“

Je zwei Mal wurde Passlack mit der Borussia Deutscher Jugendmeister. Er gehörte in seinem Jahrgang immer zu den entscheidenden Figuren auf dem Feld. 2017 ehrte ihn der Deutsche Fußball-Bund mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold als besten Nachwuchsspieler seiner Altersstufe. Doch mit dem Übergang zu den Senioren wurde die Konkurrenz stärker und zahlreicher und das Ausleseverfahren knallhart. Über Umwege kam Passlack nun zu einer neuerlichen Chance. „Dieses Spiel war wichtig für mich, ich habe Selbstvertrauen gesammelt und bin für die harte Arbeit in der Vorbereitung belohnt worden“, sagte er. „Jetzt gilt’s, dran zu bleiben.“

So schloss sich für Passlack am Samstag ein Kreis: Nach dreieinhalb Jahren durfte der gebürtige Bottroper erstmals wieder in seinem „Heimstadion“ auflaufen. Der Ruhrgebietsjunge, der bei RW Oberhausen lernte und seit 2013 beim BVB spielt, merkte spätestens damals, dass es nicht immer nur bergauf geht im Profisport. Er lernte, mit Rückschlägen zu leben. Und immer weiter zu arbeiten.

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Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe
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Jahrgang 1980, liebt Sport und lebt (meistens) sportlich. Erste journalistische Gehversuche mit 15. Einser-Diplom in Sportwissenschaft an der Universität Hamburg (2006). Heinz-Kühn-Stipendiat. Seit 2007 bei Lensing Media tätig. Seit 2012 BVB-Reporter.
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Jürgen Koers
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