Legende Stefan Klos über den Titelhunger des BVB: Alles ist möglich

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund kann den Titel holen. Warum es sich lohnt, bis zum Ende der Saison alles zu geben, erklärt BVB-Legende Stefan Klos.

Dortmund

, 21.05.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Legende Stefan Klos im Trikot der Glasgow Rangers.

BVB-Legende Stefan Klos im Trikot der Glasgow Rangers. © picture alliance / dpa

Endlich die Meisterschale zurück nach Dortmund holen. Mit dieser Mission sind die Borussen in die Saison gestartet. Und acht Spieltage vor dem Abpfiff ist die Chance, nach acht Jahren Durststrecke wieder ganz oben in der Fußball-Bundesliga zu rangieren, tatsächlich noch immer groß. Als Tabellenzweiter liegen die Schwarzgelben nur vier Zähler hinter dem FC Bayern. Und das Selbstvertrauen hat dank des jüngsten 4:0-Erfolgs im Revierderby gegen Schalke nicht gelitten. Ganz im Gegenteil. „Ich bin zum BVB gewechselt, weil ich Titel gewinnen will. Ich bin nicht gekommen, um den zweiten Platz hinter Bayern zu festigen. Unser Ziel beim BVB ist es, vor Bayern zu landen“, sagte Emre Can der „Sport Bild“. Warum es sich für die aktuellen Borussen-Profis lohnt, auf der Titeljagd bis zum Saisonende alles zu geben, das erklärt eine Klub-Ikone des BVB.

Die Meisterschaft war auch der Traum des jungen Stefan Klos

Denn Titel zu gewinnen, das war auch der Traum des jungen Stefan Klos, als er 1991 zum Stammtorhüter des BVB avancierte. Als gebürtigem Dortmunder war ihm stets klar, welch große Bedeutung der Meistertitel für die Borussen-Fans in der Stadt hatte. „In den Jahren vor 1991 war der BVB ja nicht so häufig ein Kandidat auf die Meisterschaft“, erinnert sich Klos im Gespräch mit dieser Redaktion. „Die ganze Region rund um Dortmund hat darauf hingefiebert, endlich wieder Meister zu werden.“ 1963 hatten die Borussen letztmals triumphiert. Eine ewig anmutende Zeit. Eine Qual.

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Die Meisterschale hatte es Stefan Klos besonders angetan. „Ich habe als Kind Panini-Bilder gesammelt, schon da dachte ich: die Schale sieht toll aus. Und ich wollte sie einmal selbst in den Händen halten, das war mein großes Ziel als junger Fußballer“, verrät er. Schon in seiner ersten Saison als Stammtorhüter war er nur Zentimeter vom Griff zur Schale entfernt, hauchdünn musste der BVB am Saisonende dem VfB Stuttgart den Vortritt lassen.

BVB-Legende Stefan Klos: „Solch ein Erlebnis, das vergisst du nie“

Drei Jahre später aber war die Borussia gereift und machte den ersten Meistertitel nach 32 Jahren perfekt. „Ich denke zwar nicht jeden Tag daran zurück, aber solch ein Erlebnis, das vergisst du nie, es war ein unglaublich schöner Moment. Spieler, Fans, alle waren einfach nur stolz und glücklich“, sagt Stefan Klos. Auf der späteren Runde auf dem offenen Lkw rund um den Borsigplatz und durch die Stadt entwickelte sich eine riesige friedliche Party. Und es gab nicht wenig zu trinken. „Ganz ehrlich, die Strecke von damals könnte ich nicht mehr nachzeichnen“, gesteht der 48-Jährige und lacht. „Man sagt ja: Schalte das Flutlicht an, und in Dortmund kommen 20.000 Leute. Diesem Ruf haben die Fans damals alle Ehre gemacht, es gab kein Halten mehr, alles war voller Menschen.“

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Dieser Meistertitel 1995, er habe den BVB beflügelt, er sei „der Durchbruch“ gewesen, so Klos. Der Startschuss für eine einzigartige Mannschaft und eine glänzende Erfolgsserie. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal die Champions League gewinne.“ 1997 passierte aber genau das, und es war möglich, weil der Hunger auf Titel in Dortmund groß war.

Meisterschale ohne jubelnde Fans wäre merkwürdig

Ist die aktuelle Mannschaft auch wieder so hungrig wie die Elf von 1995? „Schwierig einzuschätzen“, sagt Stefan Klos, „die Qualität ist in jedem Falle da, aber eine solche Situation wie jetzt in Zeiten von Corona und ohne Zuschauer im Stadion gab es noch nie.“ Die Meisterschale am Saisonende zu bekommen ohne den Jubel der Fans, „das wäre auch sehr merkwürdig, aber alles ist möglich für den BVB.“ Und letztlich zählt am Ende ja: Hauptsache, die Schale kommt zurück nach Dortmund.

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