© BVB
Meinung

Kehl folgt auf Zorc als BVB-Sportdirektor: Dortmund hat den richtigen Mann gefunden

Sebastian Kehl ist der richtige Mann, um als BVB-Sportdirektor ab dem Sommer 2022 die Nachfolge von Michael Zorc anzutreten. Die Herausforderung ist aber nicht zu unterschätzen.

Der BVB bleibt seiner Linie treu. Er setzt auf Kontinuität in der Führungsriege. Dass Sebastian Kehl jetzt sein Arbeitspapier als künftiger Sportdirektor unterzeichnet hat, war nur noch der formale Akt einer logischen Entwicklung. Kehl gehört seit 19 Jahren zum Klub, war Meisterspieler, Kapitän, Identifikationsfigur. So klar wie seine Aufgaben auf dem Platz ordnete er auch die Karriere nach dem aktiven Fußball. Hospitanzen, Trainerscheine, ein Sportmanager-Studium bei der UEFA mit Bachelor-Abschluss. Nichts überließ Kehl dem Zufall oder gar Vitamin B.

Kehl modernisierte die Strukturen rund um die BVB-Profis

Perspektivisch Michael Zorc nachzufolgen, das reizte ihn vom ersten Tag an, als er vor drei Jahren den neu geschaffenen Posten des Lizenzspieler-Leiters der Borussia übernahm. Er modernisierte die Strukturen rund um die Profis, trieb grundlegende Veränderungen mit an – und war mehr und mehr eingebunden in die sportlichen Entscheidungsprozesse.

Für den BVB ergab sich so eine wertvolle Situation: Sowohl die Klubbosse als auch Kehl hatten Zeit auszutesten, ob ihre Idee funktioniert. Ist Sebastian Kehl bei aller BVB-DNA und aller Kompetenz, die er in sich vereint, der richtige Mann für den so wichtigen Sportdirektor-Posten? Es war intern auch Skepsis zu vernehmen, weil Kehl unbequem, fordernd und sehr detailversessen sein kann. Aber: Er lernte, bewährte sich, überzeugte und verdiente sich letztlich das Vertrauen aller Bosse – und die „vollumfänglichen“ Kompetenzen auf der sportlichen Führungsebene ab dem Sommer 2022. Die Borussia darf sich jetzt sicher sein, den Richtigen gefunden zu haben.

Sebastian Kehl steht vor einer großen Herausforderung beim BVB

Die Herausforderung aber, die Sebastian Kehl angeht, hat es in sich. Plötzlich erster Mann in diesem mitunter so überhitzten Profifußball-Manager-Business zu sein, ohne eine so erfahrene Kraft wie Michael Zorc an der Seite, das wird ihm viel abverlangen. Kühlen Kopf, klare Kante, ein dickes Fell, harte Verhandlungstaktik. Der BVB hegt hohe Ambitionen, der umkämpfte Markt verändert sich aufgrund der Corona-Auswirkungen gerade gewaltig. Neue Wege werden gefragt sein, ungewöhnliche Lösungen, sicher auch Mut, Fehler zu machen. Druckresistenz. Kehl weiß, was ihn erwartet. Ein schweres Erbe, ja. Aber auch ein Job, der ihn extrem reizt. Es gäbe schlechtere Aussichten auf Erfolg.

Über den Autor
Sportredaktion Dortmund
Sascha Klaverkamp, Jahrgang 1975, lebt im und liebt das Münsterland. Der Familienvater beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit der Sportberichterstattung. Einer seiner journalistischen Schwerpunkte ist Borussia Dortmund.
Zur Autorenseite
Sascha Klaverkamp

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.