Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp zu Watzkes Comeback-Bitte: Bist du doof? Hast du getrunken?

Borussia Dortmund

Ihre „Männerfreundschaft“ pflegen BVB-Boss Hans-Joachim Watzke und Ex-Trainer Jürgen Klopp. Im neuen Buch sprechen beide über gescheiterte Rückholaktionen. Mit unterschiedlicher Einordnung.

Dortmund

, 11.10.2019, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp zu Watzkes Comeback-Bitte: Bist du doof? Hast du getrunken?

Eine klassische Männerfreundschaft: Jürgen Klopp (l.) und Hans-Joachim Watzke. © imago

Am 12. Mai 2018 erreicht Borussia Dortmund mit Ach und Krach Platz vier in der Bundesliga, am letzten Spieltag der Saison gehen die Borussen mit 1:3 bei der TSG Hoffenheim unter. In einem Jahr hat Dortmund in Thomas Tuchel, Peter Bosz und Peter Stöger drei Trainer verschlissen. Die Gespräche mit dem zukünftigen Coach Lucien Favre sind weit gediehen. Trotzdem wählt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke eine altbekannte Nummer.

Er habe sich gewundert, wer ihn denn jetzt anrufe, erinnerte sich Ex-Trainer Jürgen Klopp am Donnerstagabend bei der Vorstellung von Watzkes Buch „Echte Liebe: Ein Leben mit dem BVB“.

Watzke; „Jürgen hat seine Verträge immer erfüllt“

Die minimalen Hoffnungen, die der Anrufer im Herzen gehegt haben mochte, zerstörte Liverpools Trainer in kurzen, klaren Worten. Er habe weiter große Ziele mit seinem Klub, eine Rückkehr nach Dortmund käme nicht infrage.

Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp zu Watzkes Comeback-Bitte: Bist du doof? Hast du getrunken?

Gute Laune: Jürgen Klopp strahlte bei der Buchvorstellung. © dpa

„Ich wusste, dass Jürgen absagen würde, dass er seinen Vertrag in Liverpool erfüllen wird. Jürgen hat seine Verträge immer erfüllt. So ist er“, schreibt Watzke. „Aber wir mussten an diesem Punkt einen neuen Weg beim BVB einschlagen, dann musste ich Jürgen wenigstens fragen, ob er sich das womöglich doch vorstellen kann.“ Er habe damit „überhaupt nicht gerechnet“, behauptet Watzke, aber ich hätte mir nicht verziehen, ihn in diesem Moment nicht wenigstens gefragt zu haben.“

Klopp: „Bist du doof, hast du getrunken?“

Klopp beschreibt in seinem Kapitel im Buch: „Als ich aus Dortmund wegging, hätte ich mir vorstellen können, irgendwann noch mal zurückzukehren. Ich habe aber gehofft, dass für beide Seiten nicht die Notwendigkeit entsteht.“ Dieser traumhafte Lebensabschnitt sei womöglich nicht zu toppen. „Und wenn man es könnte, dann würde das wiederum den Wert der sieben Jahre schmälern.“

Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp zu Watzkes Comeback-Bitte: Bist du doof? Hast du getrunken?

Watzke kämpfte bei der Bekanntgabe des Klopp-Abschieds mit den Tränen. © dpa

Auch Borussias Über-Trainer berichtet von einem weiteren Versuch Watzkes, ihn zurückzuholen. Das sei irgendwann im Jahr 2017 gewesen. Auf Watzkes Anfrage habe er nur geantwortet: „Bist du doof, hast du getrunken? Wie kommst du denn auf die Idee? Ich habe doch noch ein paar Jahre Vertrag in Liverpool.“ Er wisse nicht, mit wie viel Ernsthaftigkeit der Wunsch Watzkes unterfüttert gewesen sei. „Aber da habe ich schon gemerkt, dass er sich von mir eine größere Bereitschaft gewünscht hätte, darauf einzugehen.“

Rückkehr - „warum sollte ich das nicht machen?“

Ein generelles Nein auf alle Zeiten erteilt Klopp der Borussia nicht. „Als Retter in der Not, wenn der Verein wirklich meine Hilfe braucht – warum sollte ich das nicht machen? Aber ich halte es nicht für wahnsinnig wahrscheinlich, dass es so kommt. Aber eine so große Sache wie in Dortmund einfach nur aufwärmen, das möchte ich nicht. Es muss immer etwas Neues kommen.“

Watzke, Klopp und der BVB - dieses Thema wird die Schwarzgelben noch Jahrzehnte begleiten. Mit allen positiven Erinnerungen und allen fragwürdigen Begleiterscheinungen.

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